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Schnäbeln bis Schnalle (Bd. 3, Sp. 1583 bis 1585)
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Artikelverweis  Schnäbeln, verb. reg. act. 1) Als ein Reciprocum, da es nur von den Vögeln üblich ist, welche sich schnäbeln, wenn sie sich mit den Schnäbeln gleichsam zu küssen scheinen. 2) Mit einem Schnabel versehen, wo das Mittelwort geschnäbelt zuweilen vorkommt; z. B. ein geschnäbeltes Schiff, welches nach Art der Alten einen Schnabel hat. So auch das Schnäbeln.
 
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Der Schnabelring, des -es, plur. die -e, an den Leiterwagen, ein Ring, welcher den Schnabel oder die Schere der Hinterachse an den Langwagen befestiget. Ingleichen derjenige Ring, welcher die Hölzer, die den Schnabel ausmachen, mit einander verbindet.
 
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Die Schnabelweide, plur. inus. im Scherze, dasjenige, was dem Munde Vergnügen erwecket. Ihr Kuß ist mir die beste Schnabelweide, Weiße. Am häufigsten von Speisen und Getränken, besonders leckerer Art.
 
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Die Schnabelzange, plur. die -n, eine Zange mit einem langen Schnabel, dergleichen z. B. die sind, womit man die großen Schmelztiegel aus dem Feuer ziehet. Auch die Schnabeleisen der Perrückenmacher sind unter diesem Nahmen bekannt.
 
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Der Schnäblèr, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Plotte oder Patschfüße, deren Schnabel einen ungewöhnlichen Bau hat; Plotus anomalo-roster Klein. Besonders sein Plotus rostro conico inaequali. Eine andere Art, Plotus recurviroster, wird auch Säbelschnabel, im gemeinen Leben Schabbelschnabel genannt.

[Bd. 3, Sp. 1584]



 
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Die Schnad, Schnait, S. Adelung Schnat.
 
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1. Die Schnake, plur. die -n. 1) In einigen Gegenden eine Art kleiner Schafe, besonders in dem zusammen gesetzten Heideschnake, wofür in Nieder-Deutschland Heideschnucke üblich ist. S. Adelung Heideschaf. 2) Eine nur im Niederdeutschen übliche Benennung der Schlangen, besonders derjenigen, welche sich im Wasser, in den Sümpfen und alten Gräben aufhalten. Angels. Snaka, Engl. Snake, Holländ. Snog.
   Anm. In beyden Fällen von dem im Hochdeutschen veralteten, aber in einigen gemeinen Sprecharten noch üblichen schnacken, kriechen, Angels. snican, Engl. to sneak, wo andere Mundarten statt des n ein m haben, S. Adelung Schmiegen und Schnecke.
 
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2. Die Schnake, plur. die -n, eine Art langbeiniger Mücken, deren Maul mit Borsten ähnlichen Stacheln versehen ist. Sie halten sich am häufigsten an wasserreichen Orten auf, und unterscheiden sich durch ihr heftiges Stechen und hell tönendes Summen, daher sie in vielen Gegenden auch Gälsen, Gölsen genannt werden; Culex L. Im Lothar. Chnoque, Engl. Gnat, im Wend. Komar. In Franken und einigen andern Gegenden werden die Afterfalter, Phryganea L. Schnaken genannt.
   Anm. Da dieses Insect empfindlich sticht, so scheinet es von dieser Eigenschaft den Nahmen zu haben. Im Schwed. ist snicka noch jetzt schnitzen, künstlich stechen, und Snickare ein Zimmermann. In Krain werden diejenigen Landleute, welche Teller, Löffel, Schüsseln schnitzen, Schnäckerer genannt.
 
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3. Die Schnake, plur. die -n, in der vertraulichen Sprechart der Ober- und Niedersachsen, ein scherzhafter, lustiger Einfall, eine lustige Erzählung, Scherzrede. Schnaken vorbringen. Schnaken erzählen. Eine wohlgemeinte Schnake, Günth. In weiterer Bedeutung auch wohl zuweilen ein jeder Spaß. Im Nieders. bedeutet es auch einen Menschen von lustigen Einfällen, einen schnakischen Menschen. S. das folgende.
 
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Schnakisch, -er, -te, adj. et adv. gleichfalls nur in der vertraulichen Sprechart, besonders der Ober- und Niedersachsen, was Lachen erreget, spaßhaft, lustig. Ein schnakisches Kind. Ein schnakischer Mensch. Schnakisch aussehen. Das ist doch schnakisch genug, Weiße.
   Anm. Im Niedersächsischen, wo dieses Wort am gangbarsten ist, snaaksk. Frisch leitet es schnakisch genug von Schnake, Mücke, ab, weil diese wunderlich durch einander fliegen, Richey eben so seltsam von Schnake, Schlange, wobey ihm der mit Schlangen geschmückte Medusen-Kopf einfällt, weil dieser das älteste Urbild einer wunderlichen Figur seyn soll. Das Bremisch-Nieders. Wörterbuch und Stosch lassen es von dem Nieders. schnacken, (mit einem kurzen a, also nicht schnaken, wie Frisch schreibt,) abstammen, welches albernes, ungereimtes Zeug reden, bedeutet. Allein da schnakisch, weder wunderlich noch albern bedeutet, sondern lächerlich, so fallen alle diese Ableitungen weg. Da die meisten gleichbedeutenden Wörter dieser Art, eigentlich lustige lächerliche Bewegungen bedeuten, welches auch von dem gleichbedeutenden aber mehr Oberdeutschen Schwank gilt, so scheinet das Nieders. snigger, schlank, ingleichen munter, hurtig, lebhaft, das wahre Stammwort zu seyn, dessen Stamm wieder das Schwed. sno, eilen, schnell seyn, ist. Schnake bedeutet also eigentlich eben das, was Schwank andeutet; dessen Beywort schnakisch unterscheidet sich von dem gleichbedeutenden neckisch nur durch den Zischlaut. Wenn das Lat. Nugae ursprünglich den verächtlichen Begriff nicht gehabt hat, den es nachmahls bekommen, so gehöret es auch hierher; sonst müßte man es zu dem schon gedachten schnacken rechnen. In der niedrigern Sprechart ist für schnakisch auch schnurrig üblich, S. dasselbe.

[Bd. 3, Sp. 1585]



 
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Die Schnalle, plur. die -n, Diminutivum das Schnällchen, 1) Überhaupt, ein schnallendes Werkzeug, ein schnallendes Ding, wo es doch nur noch hin und wieder in einzelnen Fällen üblich ist. So wird die Klinke an einer Thür, weil sie mit einem ähnlichen Laute niederfällt, in Ober-Deutschland die Schnalle oder Thürschnalle genannt. An den Pressen der Buchdrucker ist die Schnalle eine eiserne Zunge, womit man das niederfallende Rähmchen überklammert. Die Klatschrosen werden wegen des schnallenden Lautes, welchen Knaben mit denselben hervor bringen, in vielen Gegenden Schnallen genannt. Ein Schneller oder Stüber, d. i. ein Stoß oder Schlag mit gebogenem und schnell nachgelassenem Finger, heißt in manchen Gegenden eine Schnalle, ein Schnall, so wie man ein Schnippchen in einigen Oberdeutschen Gegenden einen Schnall oder Schnalzer nennt. 2) In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist die Schnalle ein metallenes Werkzeug mit einem beweglichen Dorne, gewisse Theile, besonders an den Kleidungsstücken, damit zu befestigen; vermuthlich weil bey der ersten Erfindung der niederfallende Dorn einen ähnlichen Laut erweckte. Die Halsschnalle, Gürtelschnalle, Schuhschnalle u. s. f. Bey den Jägern wird das weibliche Geburtsglied einer Hündinn und eines jeden Raubthieres so wohl die Schnalle, als die Nuß genannt, und bey einigen alten Schriftstellern kommt Nuschin, Niischel, für Schnalle, fibula, vor.

 

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