Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Schmußen bis Schmūtztītel (Bd. 3, Sp. 1581 bis 1582)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  Schmußen, verb. reg. act. ein nur in den Pfeifen-Fabriken übliches Wort, welches daselbst glätten bedeutet. Die Pfeifen werden daselbst geschmußet, wenn sie geglättet werden. Daher der Schmußer, derjenige Arbeiter, welcher dieses Glätten verrichtet. Es scheint von schmücken, glänzend machen, nur im Endlaute verschieden zu seyn.
 
Artikelverweis 
Schmūstern, lächeln, S. Adelung Schmunzeln.
 
Artikelverweis 
Der Schmūtz, des -es, plur. inus. kleberige, feuchte Unreinlichkeit; wo es in der anständigern Sprechart für manche gleichbedeutende niedrigere gebraucht wird. Voller Schmutz seyn. Vom Schmutze reinigen.

[Bd. 3, Sp. 1582]



   Anm. Im Engl. Smut, im Schwed. Smuts. Es bedeutet eigentlich etwas Fettes, Schmieriges, wie denn im Holländischen noch jetzt Smuot für Schmalz üblich ist. Schmalz, Schmier, Schmer, Schmutz sind eigentlich nur in den Endlauten unterschieden. Das u ist im Hochdeutschen gemeiniglich gedehnt; andere Mundarten schärfen es.
 
Artikelverweis 
Der Schmūtzärmel, des -s, plur. ut nom. sing. halbe Ärmel von geringem Zeuge, welche man bey schmutzigen Arbeiten über den halben Arm ziehet, denselben und die Kleidungsstücke vor dem Schmutze zu bewahren. Nieders. ohne Zischlaut Musmoue, von musseln, sudeln, und Moue, Ärmel.
 
Artikelverweis 
Das Schmūtzbūch, des -es, plur. die -bǖcher, ein Handbuch, worein man die täglichen Vorfälle ohne Ordnung und Reinlichkeit aufzeichnet; Nieders. Kladde.
 
Artikelverweis 
Schmūtzeln, S. Adelung Schmunzeln.
 
Artikelverweis 
1. Schmūtzen, lächeln, S. eben daselbst.
 
Artikelverweis 
2. Schmūtzen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, ein nur bey den Jägern übliches Wort, die Stimme eines Thieres nachahmen, um es damit zu locken, welches auch reitzen genannt wird. Es ist hier eine unmittelbare Onomatopöie und mit schmatzen verwandt. In einigen Schweizerischen Gegenden ist schmutzen schimpfen.
 
Artikelverweis 
3. Schmūtzen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, den Schmutz fahren lassen. Rußige Kessel schmutzen leicht, wofür doch abschmutzen üblicher ist. Ingleichen, den Schmutz annehmen, schmutzig werden. Die weiße Wäsche schmutzt leicht. Im gemeinen Leben auch zuweilen schmutzige Arbeit verrichten, oder schmutzig einher gehen. Den ganzen Tag im Hause herum schmutzen. In den Zusammensetzungen beschmutzen, einschmutzen u. s. f. hat es auch eine thätige Bedeutung. So auch das Schmutzen.
   Anm. Im Schwed. smutsa, im Niederdeutschen ohne Intension smudden, und iterative oder intensive schmuddeln. S. Schmudeln, Schmitz, Schmitzen und Schmutz.
 
Artikelverweis 
Schmūtzig, -er, -ste, adj. et adv. 1) Eigentlich, Schmutz enthaltend. Schmutzige Wäsche, schmutzige Kleider, schmutzige Hände. Sich schmutzig machen. Es ist schmutziges Wetter, wo man sich leicht schmutzig macht. 2) Schmutzige Farben, welche durch Beymischung einer dunklen oder grauen ihren hellen und reinen Glanz verloren haben. 3) Der Ehrbarkeit zuwider; in der anständigen Sprechart, für das niedrige garstig und härteste unfläthig. Schmutzige Reden führen. Ein schmutziges Bild.
 
Artikelverweis 
Der Schmūtztītel, des -s, plur. ut nom. sing. im Buchhandel, ein Titel, welcher nur verlorner Weise vor einem Buche gedruckt wird, um den eigentlichen Titel vor der Beschmutzung zu verwahren.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: