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Schmudelig bis 2. Schmūtzen (Bd. 3, Sp. 1581 bis 1582)
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Artikelverweis * Schmudelig, -er, -ste, adj. et adv. in den gemeinen Sprecharten, besonders Nieder-Deutschlandes, unreinlich, schmutzig. Schmudelig aussehen. Ein schmudeliges Weib. Eben daselbst ist schmudeln unreinlich mit einer Sache umgehen, sudeln, Schmudeley, Unreinlichkeit, Sudeley u. s. f. Es ist das Stammwort von unserm intensiven Schmutz, S. dasselbe.
 
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* Schmuggeln, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches gleichfalls nur in Nieder-Deutschland gangbar ist, verbothene Waaren heimlich, und accisbare Waaren mit Hintergehung der Gefälle einbringen, einen Schleichhandel treiben. Daher Schmuggeley, ein solcher Schleichhandel, und Schmuggler, ein solcher Schleichhändler. Holländ. smokkelen, Engl. to smuggle, Smuggler. Es ist ein Iterativum oder Intensivum von dem Angels. smugan, schleichen, Schwed. smyga, wo auch Smuga ein Schlupfwinkel ist. S. Adelung Schmiegen.
 
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Schmunzeln, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, lächeln, besonders so fern es ein Zeichen des Wohlgefallens ist; ein nur in der vertraulichen Sprechart übliches Wort, wo es so pöbelhaft nicht ist, wie Frisch will. Eben daselbst wird auch schmutzen, schmutzlachen, schmutzeln und schmustern in eben diesem Verstande gebraucht, so wie die Niederdeutschen in demselben smunstern, smunsterlachen, smuschern, schmutzern, Schwed. smystra, und ohne Zischlaut mysa, Griech. μειδιαν, die Oberdeutschen aber schmollen und schmilen, beym Hornegk ensmilen, (S. Adelung Schmeicheln,) sagen.
 
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Schmußen, verb. reg. act. ein nur in den Pfeifen-Fabriken übliches Wort, welches daselbst glätten bedeutet. Die Pfeifen werden daselbst geschmußet, wenn sie geglättet werden. Daher der Schmußer, derjenige Arbeiter, welcher dieses Glätten verrichtet. Es scheint von schmücken, glänzend machen, nur im Endlaute verschieden zu seyn.
 
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Schmūstern, lächeln, S. Adelung Schmunzeln.
 
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Der Schmūtz, des -es, plur. inus. kleberige, feuchte Unreinlichkeit; wo es in der anständigern Sprechart für manche gleichbedeutende niedrigere gebraucht wird. Voller Schmutz seyn. Vom Schmutze reinigen.

[Bd. 3, Sp. 1582]



   Anm. Im Engl. Smut, im Schwed. Smuts. Es bedeutet eigentlich etwas Fettes, Schmieriges, wie denn im Holländischen noch jetzt Smuot für Schmalz üblich ist. Schmalz, Schmier, Schmer, Schmutz sind eigentlich nur in den Endlauten unterschieden. Das u ist im Hochdeutschen gemeiniglich gedehnt; andere Mundarten schärfen es.
 
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Der Schmūtzärmel, des -s, plur. ut nom. sing. halbe Ärmel von geringem Zeuge, welche man bey schmutzigen Arbeiten über den halben Arm ziehet, denselben und die Kleidungsstücke vor dem Schmutze zu bewahren. Nieders. ohne Zischlaut Musmoue, von musseln, sudeln, und Moue, Ärmel.
 
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Das Schmūtzbūch, des -es, plur. die -bǖcher, ein Handbuch, worein man die täglichen Vorfälle ohne Ordnung und Reinlichkeit aufzeichnet; Nieders. Kladde.
 
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Schmūtzeln, S. Adelung Schmunzeln.
 
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1. Schmūtzen, lächeln, S. eben daselbst.
 
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2. Schmūtzen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, ein nur bey den Jägern übliches Wort, die Stimme eines Thieres nachahmen, um es damit zu locken, welches auch reitzen genannt wird. Es ist hier eine unmittelbare Onomatopöie und mit schmatzen verwandt. In einigen Schweizerischen Gegenden ist schmutzen schimpfen.

 

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