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Schmitte bis Schmoren (Bd. 3, Sp. 1578 bis 1579)
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Artikelverweis Die Schmitte, plur. die -n, in einigen Gegenden, der aus Mehl und Fett bereitete Brey, womit die Weber den Aufzug steifen; die Schlichte. Daher daselbst auch schmitten für schlichten üblich ist. Nieders. Smittels, Smittelbrey. Es ist aus Einer Quelle mit 2 Schmitze, S. dasselbe.
 
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1. Der Schmitz, des -es, plur. die -e, ein Schlag oder Streich mit einem schlanken, biegsamen Körper, z. B. mit einer Ruthe, welche im Schlagen einen diesem Worte ähnlichen Laut verursacht. Handschmitze, Hiebe mit der Ruthe auf der flachen Hand in den Schulen.
   Du sollst den ersten Schmitz von meiner Peitsche kriegen, Günth.
 
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2. Der Schmitz, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, in einigen Gegenden, besonders im Bergbaue, eine schmierige fette Erdart. Besonders kennet man im Hohensteinschen den blauen Lettenschmitz, welcher ein wahrer blauer Thon ist. S. das folgende.
 
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1. Die Schmitze, plur. die -n, ein Werkzeug zum Schmitzen, d. i. einen fein tönenden schlanken Schlag zu geben. So wird die dünne äußerste Schnur an den Peitschen, welche gemeiniglich aus Zwirn gedrehet wird, wegen des Lautes dieser Art, welchen sie im Hauen macht, die Schmitze genannt. Franz. Touche. Im Nieders. die Schmicke.
 
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2. Die Schmitze, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, in einigen Gegenden. In Baiern ist die Schmitze eine jede Salbe. Bey den Lederfärbern ist die Schmitze diejenige zubereitete wässerige Farbe, womit sie die Felle schmitzen, d. i. bestreichen, um sie zu färben. In manchen Gegenden ist die Schmitze auch ein Schmutzfleck; schon bey dem Kero Pismiz. Jemanden eine Schmitze anhängen. S. 2 Schmitzen und Schmutz.
 
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1. Schmitzen, verb. reg. act. welches das intensive Diminutivum von schmeißen, schlagen, ist, und mit einem dünnen biegsamen Körper schlagen oder hauen bedeutet, von dem ähnlichen damit verbundenen Schalle. Es kommt nur hin und wieder vor. Im Oberdeutschen sagt man auch hinschmitzen, für hinschmeißen, hinfallen. In dem zusammen gesetzten verschmitzt herrscht eben dieselbe Figur, welche in verschlagen Statt findet, nur daß schmitzen und schlagen hier nicht percutere bedeuten, sondern, wie ähnliche Wörter dieser Art, eigentlich den Begriff der Schlankheit und Schmeidigkeit haben, des Vermögens sich in allen Fällen zu drehen und zu winden, da denn schmitzen in diesem Falle zu dem folgenden gehören würde.
 
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2. Schmitzen, verb. reg. welches den Begriff der weichen schmeidigen, schmierigen Beschaffenheit gewähret, und noch in doppelter Gestalt vorkommt.
   I. Als ein Neutrum, Schmutz fahren lassen; nur in einigen Gegenden. Die Kohlen schmitzen, machen schwarz, färben ab. Eben daselbst gebraucht man es auch für abfärben, so fern es als eine Art des Schmutzes betrachtet wird.
   II. Als ein Activum. 1) Mit einem dicklich flüssigen Körper bestreichen, wo es in manchen Gegenden für salben, schmieren u. s. f. üblich ist. Schon bey dem Ulphilas ist bismaitan salben. Nieders. schmitten. In manchen Gegenden schmitzen die Leinweber den Aufzug mit einem Breye von Fett und Mehl, wenn sie ihn im Hochdeutschen schlichten. In weiterer Bedeutung wird es daher auch in manchen Fällen für färben gebraucht, besonders für schwarz

[Bd. 3, Sp. 1579]


färben. Die Felle schmitzen, färben. Eine Hirschhaut schmitzen. Daher werden die Lederfärber daselbst auch Fell- oder Lederschmitzer genannt. 2) Mit einem solchen dicklich flüssigen Körper verunreinigen, und in weiterer Bedeutung verunreinigen, besudeln überhaupt. Sich die Hände schmitzen, besonders wenn es mit Ruß geschiehet.
   In allen Stücken
   Thut uns die Welt mit Hönwordt schmitzen,
   Hans Sachs. Im Hochdeutschen ist es in dieser Bedeutung fremd, indem man dafür schmutzen und beschmutzen gebraucht, S. das erstere. Nieders. schmitten, Engl. to smut, Angelsächs. smitan, Isländ. smeta, Schwed. smitta. Es ist ein Intensivum von schmeißen, besudeln, und gehöret zu dem Geschlechte des Wortes schmeidig, und ohne Zischlaut zu Mast, Mist, Moder.
 
Artikelverweis * Die
Schmolle, plur. inus. ein nur im Oberdeutschen, besonders in Österreich übliches Wort, die Krume des Brotes zu bezeichnen. Dän. Madsmule, Schwed. Mjall. Der herrschende Begriff dieses Wortes ist das Weiche, daher es als ein Verwandter von Malm, molsch, dem Nieders. Mull, und dem Lat. mollis angesehen werden muß, welchen nur der zum Stamme nicht wesentlich nothwendige Zischlaut mangelt. S. Adelung Krume.
 
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Schmollen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, seinen Unwillen durch ein mürrisches Stillschweigen an den Tag legen, wo es in der vertraulichen Sprechart anstatt des niedrigern maulen gangbar ist. Mit jemanden schmollen. Das machte nur dein Schmollen, Rost.
   Gewiß, es war zu viel, zu gehn, und gar zu schmollen,
   Gell. Anm. Es ist wohl vermittelst des Zischlautes aus manlen gebildet, S. dasselbe. In einem gerade entgegen gesetzten Verstande ist schmollen in einigen Gegenden lächeln. Wer wolt das lieplich Angesicht, ir gefällig schmollen bezaichnen? Stoinhöv. bey dem Schilter. Aber dann ist es ein Intensivum oder Diminutivum von dem im Hochdeutschen unbekannten schmilen, lächeln; Schwed. småla, Engl. to smile.
 
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Der Schmorbraten, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, besonders Niedersachsens, ein großes Stück Fleisch, welches geschmoret, d. i. gedämpfet, in einem Topfe, oder tiefen Tiegel gebraten worden; gedämpftes Fleisch, im Nieders. auch Grapenbraten.
 
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Schmoren, verb. reg. act. et neutr. im letztern Falle mit dem Hülfsworte haben, in einem verschlossenen Gefäße langsam kochen oder braten, besonders von dem Fleische, ingleichen auf eine solche Art bey einem gelinden Feuer langsam kochen oder braten lassen, welches man im gemeinen Leben auch prägeln, im Hochdeutschen dämpfen, im Niedersächs. stoven, und im Oberd. stauchen und schmauchen nennet. Geschmortes Rindfleisch. Eine geschmorte Kalbskeule. So auch das Schmoren.
   Anm. Im Nieders. smoren, smoorten, smurten, welches aber auch die Luft benehmen, ersticken, bedeutet, wie das Angels. smoran, und Engl. to smother. Es scheint, wie prägeln, eine Onomatopöie des mit dieser Art des Kochens verbundenen Lautes zu seyn. Im Nieders. bedeutet schmoren auch in einem eingeschlossenen Orte langsam aber stark schwitzen; im Oberdeutschen hingegen ist schmoren, schmorchen und schmorren, dürre werden, und verschmoren, verdorren.

 

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