Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Schminkwasser bis 1. Schmitzen (Bd. 3, Sp. 1577 bis 1578)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Das Schminkwasser, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. ein durch die Kunst bereitetes Wasser zum Schminken, d. i. die Haut des Gesichts zu verschönern.
 
Artikelverweis 
Die Schminkwurzel, plur. inus. eine Art des Steinsamens, welche auf den Europäischen Äckern und Brachfeldern wild wächset, und deren frische Wurzel roth färbet, daher sie auch von dem weiblichen Geschlechte auf dem Lande statt der Schminke gebraucht wird; Lithospermum arvense.
 
Artikelverweis 
Der Schmirgel, S. Adelung Schmergel.

[Bd. 3, Sp. 1578]



 
Artikelverweis 
Schmirgeln, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, in einigen Gegenden, nach Schmer oder Fett, besonders nach verdorbenem Schmere riechen; im Oberd. schmirbeln, schmirkeln.
 
Artikelverweis 
Der Schmiß, des -sses, plur. die -sse, von dem Zeitworte schmeißen, so fern es schlagen bedeutet, ein derber heftiger Schlag. Schmisse bekommen, Schläge. S. auch Schmitz.
 
Artikelverweis 
Die Schmitte, plur. die -n, in einigen Gegenden, der aus Mehl und Fett bereitete Brey, womit die Weber den Aufzug steifen; die Schlichte. Daher daselbst auch schmitten für schlichten üblich ist. Nieders. Smittels, Smittelbrey. Es ist aus Einer Quelle mit 2 Schmitze, S. dasselbe.
 
Artikelverweis 
1. Der Schmitz, des -es, plur. die -e, ein Schlag oder Streich mit einem schlanken, biegsamen Körper, z. B. mit einer Ruthe, welche im Schlagen einen diesem Worte ähnlichen Laut verursacht. Handschmitze, Hiebe mit der Ruthe auf der flachen Hand in den Schulen.
   Du sollst den ersten Schmitz von meiner Peitsche kriegen, Günth.
 
Artikelverweis 
2. Der Schmitz, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, in einigen Gegenden, besonders im Bergbaue, eine schmierige fette Erdart. Besonders kennet man im Hohensteinschen den blauen Lettenschmitz, welcher ein wahrer blauer Thon ist. S. das folgende.
 
Artikelverweis 
1. Die Schmitze, plur. die -n, ein Werkzeug zum Schmitzen, d. i. einen fein tönenden schlanken Schlag zu geben. So wird die dünne äußerste Schnur an den Peitschen, welche gemeiniglich aus Zwirn gedrehet wird, wegen des Lautes dieser Art, welchen sie im Hauen macht, die Schmitze genannt. Franz. Touche. Im Nieders. die Schmicke.
 
Artikelverweis 
2. Die Schmitze, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, in einigen Gegenden. In Baiern ist die Schmitze eine jede Salbe. Bey den Lederfärbern ist die Schmitze diejenige zubereitete wässerige Farbe, womit sie die Felle schmitzen, d. i. bestreichen, um sie zu färben. In manchen Gegenden ist die Schmitze auch ein Schmutzfleck; schon bey dem Kero Pismiz. Jemanden eine Schmitze anhängen. S. 2 Schmitzen und Schmutz.
 
Artikelverweis 
1. Schmitzen, verb. reg. act. welches das intensive Diminutivum von schmeißen, schlagen, ist, und mit einem dünnen biegsamen Körper schlagen oder hauen bedeutet, von dem ähnlichen damit verbundenen Schalle. Es kommt nur hin und wieder vor. Im Oberdeutschen sagt man auch hinschmitzen, für hinschmeißen, hinfallen. In dem zusammen gesetzten verschmitzt herrscht eben dieselbe Figur, welche in verschlagen Statt findet, nur daß schmitzen und schlagen hier nicht percutere bedeuten, sondern, wie ähnliche Wörter dieser Art, eigentlich den Begriff der Schlankheit und Schmeidigkeit haben, des Vermögens sich in allen Fällen zu drehen und zu winden, da denn schmitzen in diesem Falle zu dem folgenden gehören würde.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: