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Schmiede bis Schmiege (Bd. 3, Sp. 1572 bis 1573)
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Artikelverweis Die Schmiede, plur. die -n, die Werkstätte eines Schmids, wo es doch nicht in allen den Zusammensetzungen üblich ist, in welchen das Wort Schmid gebraucht wird. Man sagt zwar Ankerschmiede, aber nicht Hammerschmiede, sondern Eisenhammer, nicht Kupferschmiede, sondern die Werkstätte des Kupferschmids u. s. f. Am häufigsten ist die Schmiede schlechthin die Werkstätte eines Huf- und Grobschmids. Vor die rechte Schmiede gehen, figürlich, an den rechten Ort, zu dem rechten Manne.
   Anm. In der Schweiz die Schmitten, im Nieders. Smede, im Angels. Smiththe, im Engl. Smithy, im Schwed. Smedja. Opitz scheint es von einem Hammer zu gebrauchen:
   Der Venus Mann, der hat die Schmied in seiner Hand.
 
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Der Schmiedebalg, des -es, plur. die -bälge, der Blasebalg in einer Schmiede, d. i. in der Werkstätte eines Grobschmids.
 
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Die Schmiedèêsse, plur. die -n, die Esse in einer Schmiede.
 
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Der Schmiedehammer, des -s, plur. die -hämmer, die großen Hämmer, deren sich die Grobschmiede bey ihren Arbeiten bedienen. Von ihren kleinern Hämmern ist es nicht üblich.
 
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Der Schmiedeknêcht, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben ein Nahme der Gesellen der Grobschmiede. S. Adelung Knecht.
 
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Die Schmiedekohle, plur. die -n, überhaupt, Kohlen, welche die Grobschmiede zu ihren Arbeiten gebrauchen, dergleichen diejenigen Holzkohlen sind, welche mit Wasser abgelöschet worden, ehe das Feuer die Holzfasern völlig zerrissen hat. Eben diesen Nahmen führen auch die glänzenden schwarzen und schwarzbraunen Steinkohlen von einem festen Gewebe, welche auch Pechkohlen heißen und vor andern zur Schmiedearbeit gebraucht werden.
 
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Der Schmiedemeister, des -s, plur. ut nom. sing. der vornehmste Arbeiter auf einem Stabhammer, welcher auch der Zainer genannt wird.
 
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Schmieden, verb. reg. act. 1. Eigentlich, einen dehnbaren Körper durch Hammerschläge ausdehnen und bearbeiten, in welcher weitern Bedeutung es doch jetzt nur selten vorkommt, indem es in engerer von der Ausdehnung und Bearbeitung des glühenden Eisens vermittelst des Hammers am üblichsten ist. Sich schmieden lassen. Man muß das Eisen schmieden, weil es warm ist, man muß die Umstände zu nutzen suchen, so lange sie noch am schicklichsten sind. Ingleichen auf solche Art hervor bringen. Ein Hufeisen schmieden. Zwey Nägel in Einer Hitze schmieden, zwey Absichten durch ein und eben dasselbe Mittel erreichen. 2. Figürlich. 1) Einen Verbrecher in die Eisen schmieden,

[Bd. 3, Sp. 1573]


ihn an den Karren, auf die Galeere schmieden, ihn auf immer mit eisernen Banden belegen, vermittelst derselben auf immer an den Karren, auf die Galeere befestigen. 2) Eine böse Sache zur Wirklichkeit zu bringen suchen, in nachtheiligem Verstande und von gewissen Veränderungen. Sein eigenes Unglück schmieden. Einen Krieg schmieden. Anschläge, welche unsere Feinde zu unserm Untergange schmieden.
   Denn meine Feinde stehn zusammen
   Und schmieden Übelthat,
   Opitz. So auch das Schmieden.
   Anm. Bey dem Stryker smiten, im Angels. smithian, Nieders. smeden, im Schwed. smida. Wachter und Frisch ließen es von schmeißen, Nieders. smiten, abstammen, so fern es ehedem schlagen überhaupt bedeutet hat. Ihre hält dieses um des weichen d willen für unwahrscheinlich, und leitet es von smeth, eben, ab, so daß es eigentlich ebenen bedeuten würde. Allein die erstern haben wohl Recht, doch so, daß man den Begriff der Schmeidigkeit mit zu Hülfe nehmen muß, auf welchen das weiche d zu deuten scheinet. In Baiern ist für geschmeidig noch jetzt geschmaislig üblich. Die zweyte figürliche Bedeutung ist ein Überbleibsel der schon bey Schmid erwähnten alten Figur, da schmieden ehedem von allen Handarbeiten, besonders künstlicher Art, gebraucht wurde. Schon Willeram übersetzte fabricare durch smiden.
 
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Die Schmiedeschlacke, plur. die -n, Schlacken, welche bey den Grobschmieden abgehen, zum Unterschiede von andern.
 
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Die Schmiedezange, plur. die -n, eine starke eiserne Zange, wie die Grobschmiede sie gebrauchen.
 
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Die Schmiege, plur. die -n, von dem folgenden Zeitworte, ein sich schmiegendes Ding, wo es doch nur vornehmlich in zwey Fällen üblich ist. 1) Bey den Werkleuten ist die Schmiege oder Schmiegung ein Winkel so wohl über als unter 90 Gr. welchen zwey Linien oder Wände machen. 2) Ein Werkzeug, solche Winkel zu messen, welches in einem beweglichen Winkelmaße bestehet, das sich vermittelst einer Stellschraube auf- und zuschieben läßt, und bey den Tischlern, Schlössern u. s. f. üblich ist. Es wird auch das Schrägemaß, der Winkelfasser, Winkelpasser genannt.

 

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