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Schmêrbel bis Schmêrl (Bd. 3, Sp. 1568)
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Artikelverweis Der Schmêrbel, des -s, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme derjenigen Pflanze, welche auch guter Heinrich und Allgut genannt wird; Chenopodium bonus Henricus L. ohne Zweifel weil sich die Pflanze schmierig anfühlen läßt, daher sie auch schmieriger Gänsefuß, schmieriger Mangold genannt wird.
 
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Die Schmêrbutte, plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der See- oder Meerbarbe, S. Adelung Barbe.
 
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Das Schmêrêrz, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine Art silberhaltigen Glanzerzes, welches sich schmierig anfühlen läßt, und am Blokberge gebrochen wird.
 
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Das Schmêrgebirge, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, ein Gebirge, oder eine Bergart, welche reichhaltigen Letten führet; wegen der schmierigen Beschaffenheit dieser Erdart. Ingleichen ein Gebirge, welches viele Schmerklüfte enthält.
 
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1. Der Schmêrgel, des -s, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme des kleinen Schöllkrautes, Feigwarzenkrautes oder Scharbockes, Ranunculus Ficaria L. vielleicht gleichfalls wegen seiner weichen schmierigen Beschaffenheit in Ansehung des Gefühles, S. das folgende.
 
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2. Der Schmêrgel, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. kein Edelstein, wie Frisch will, sondern ein strengflüssiges, armhaltiges Eisenerz, welches, wenn es durch Pochen und Schlämmen von den leichtesten Steinarten gereiniget worden, zum Polieren des Stahles, Eisens, Glases und einiger Edelsteine gebraucht wird. Im gemeinen Leben Schmirgel, im Griech. σμυρις, im Lat. Smiris, im Französ. Emiri, im Ital. Smeriglio. Vermuthlich auch weil dieses Mineral fettig oder schmierig anzufühlen ist, zumahl wenn es, wie gemeiniglich der Fall ist, mit Glimmer durchsetzet ist.
 
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Schmêrgeln, verb. reg. act. mit Schmergel polieren.
 
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Die Schmêrhaut, plur. die -häute, in einigen Gegenden für Fetthaut, S. dasselbe.
 
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Die Schmêrkluft, plur. die -klüfte, im Bergbaue, Klüfte, welche mit schmierigem Letten oder Thon angefüllet sind.
 
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Das Schmêrkraut, des -es, plur. inus. eine Pflanze mit einem weichen und fettigen Stängel, welche bey den ältern Kräuterkennern Orobanche scandulaca genannt wird.
 
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Der Schmêrl, des -s, plur. die -e, Dimin. das Schmerlchen, Oberd. Schmerlein, eine Art kleiner Falken, in der Größe einer Amsel, mit einem himmelblauen Schnabel; Falco Aesalon L. Steinfalk. In einigen Gegenden Schmirl, Schmierlein, die Schmerle, und ohne Zischlaut Merl, Merle, Franz. Emerillon, Italiän. Smeriglione; vermuthlich von dem alten smar, klein. In manchen Gegenden wird auch der Lerchenfalk, Falco varius pictus Alaudarum Klein. Schmerl und Schmerlgeyer genannt; im gemeinen Leben heißt er Schwemmer, Schweberle, Windzirkel, weil er in der Luft nur gleichsam schwebet oder schwimmet. Beyde Arten sind gefleckt oder gesperbert.

[Bd. 3, Sp. 1569]


 

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