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Schmêlzkammer bis Schmêrbauch (Bd. 3, Sp. 1567 bis 1568)
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Artikelverweis Die Schmêlzkammer, plur. die -n, in den Münzen, eine Kammer, d. i. ein Zimmer, ein Ort, wo das zu den Münzen bestimmte Metall geschmelzet und in Zaine gegossen wird; die Gießkammer.
 
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Die Schmêlzkunst, plur. car. 1) In den Bergwerken, die Kunst, das Metall durch Schmelzen aus den Erzen zu bringen. 2) Die Kunst, mit Schmelz zu mahlen oder zu überziehen; die Emaillirkunst.
 
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Der Schmêlzling, des -es, plur. die -e. 1) Eine Art weißgrauer Äpfel mit einem süßen und festen Fleische; der Grübling, Pfaffengrübling. 2) Bey andern führen die Klapper oder Schlotteräpfel diesen Nahmen.
 
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Der Schmêlzlöffel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Löffel, worin man einen Körper schmelzen läßt, dergleichen Löffel man besonders zur Schmelzung des Bleyes in kleinen Massen hat.
 
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Der Schmêlzmahler, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher die Kunst mit Schmelz zu mahlen verstehet und ausübet; der Emaille-Mahler. Daher die Schmelzmahlerey, das Mahlen mit Schmelz, die Kunst, damit zu mahlen, und ein auf solche Art hervor gebrachtes Gemählde.
 
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Der Schmêlzofen, des -s, plur. die -öfen, ein Ofen, worin ein Körper, besonders ein metallischer, geschmelzet oder geschmolzen wird.
 
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Das Schmêlzsilber, des -s, plur. doch allenfalls nur von mehrern Arten, ut nom. sing. bey den Gürtlern, ein mit rothem Borax vermischter Silberkalk, dessen sie sich zum Versilbern bedienen.
 
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Der Schmêlztiegel, des -s, plur. ut nom. sing. ein irdenes Gefäß in Gestalt eines umgekehrten Kegels, Metalle darin zu schmelzen; Nieders. Smultpott.
 
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Das Schmêlzwêrk, des -es, sing. inus. bey den Goldschmieden, erhabene, aus Schmelz oder Emaille aufgetragene Figuren.
 
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Das Schmêr, des -es, plur. inus. ein dickliches Fett, welches sich schmieren läßt. Daher ist in einigen Gegenden das Wagenschmer das Fett, womit die Achse der Wagen geschmieret wird. In Boxhorns Glossen ist Kuhschmer Butter. Im Hochdeutschen, wo dieses Wort überhaupt selten ist, indem man sich dafür lieber des Wertes Fett bedienet, ist Schmer zuweilen das auf dem Bauche und an den Gedärmen befindliche Fett, welches, wenn es ausgelassen worden, Schmalz heißt, es sey nun ausgeschmolzen oder nicht. Ein Schwein hat viel Schmer, wenn es viel Fett

[Bd. 3, Sp. 1568]


hat. Schweineschmer, Gänseschmer, Schweinefett oder Schweineschmalz, Gänseschmalz.
   Anm. Im Nieders. Smer, welches aber auch Schmutz, schmierige Unreinigkeit bedeutet, im Angels. Smero, Talg, und Smeoru, Salbe, im Dän. Schmor, und Schwed. Smör, Butter. Es druckt die glatte, schmierige, weiche Beschaffenheit des Fettes eigenthümlich aus. Ohne Zischlaut gehören auch Mark, Märgel, μυρον, Salbe, u. s. f. dahin. S. Adelung Schmieren.
 
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Der Schmêrbauch, des -es, plur. die -bäuche, ein mit vielem Schmer oder Fett bewachsener Bauch. Nieders. Smerbunk. In weiterer und üblicherer Bedeutung, eine Benennung des Unterleibes, weil sich daselbst das Schmer oder Fett am ersten und stärksten anzulegen pflegt.

 

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