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Schmatze bis Schmauser (Bd. 3, Sp. 1559 bis 1560)
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Artikelverweis Die Schmatze, plur. die -n, in dem Forstwesen einiger Gegenden, der in der Erde stehende Stock eines abgehauenen Baumes, besonders, wenn er von einer beträchtlichen Länge über der Erde ist. Die Schmatzen ausrotten. Daher die Schmatzklafter, eine Klafter aus solchen Schmatzen geschlagenen Holzes. S. das folgende.
 
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1. Schmatzen, verb. reg. act. im Forstwesen, die Schmatzen ab- und zu Klafterholz hauen. Die Stöcke schmatzen. Die Endsylbe -zen deutet ein Intensivum an. Das Stammwort schmatzen scheinet zu schmieden, schmeißen, Nieders. schmiten, zu gehören, so fern es ehedem auch hauen bedeutete, so daß Schmatze den Rest eines abgehauenen Baumes bedeutet.
 
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2. Schmatzen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, denjenigen hellen Schall mit dem Munde hervor bringen, welchen dieses Zeitwort ausdruckt, und welcher gemeiniglich eine ungesittete Art des Essens begleitet. Die Schweine schmatzen, wenn sie essen. S. Adelung Schmausen. Eben dieser Laut entstehet auch durch eine derbe ungesittete Art des Küssens: jemanden küssen, daß es schmatzt; daher dieses Wort auch im gemeinen Leben für küssen gebraucht wird. S. Schmatz. Daher das Schmatzen.
   Anm. Im Ital. schiamazzare, im Nieders. in beyden Fällen mit einem andern Endlaute schmacken, Engl. to smack. Siehe Schmecken. Nach einer ähnlichen Onomatopöie ist im Pohln. smazze rösten, kreischen.
 
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Der Schmauch, des -es, plur. car. ein dicker Rauch, dergleichen oft der Rauch ohne Feuer ist. Einen Schmauch machen. Im Schmauche ersticken.
   Anm. Im Nieders. Smook, im Angels. Smec, Smic, Smoec, im Engl. Smoke. Es ist mit schmecken, dem Intensivo eines veralteten schmachen, genau verwandt, von welchen das erstere im Oberdeutschen noch riechen bedeutet. Ohne Zischlaut ist

[Bd. 3, Sp. 1560]


im Wallisischen Mwg der Rauch. Das Sch in unserm Schmauch ist ein Zeichen der Intension, einen dicken Rauch zu bezeichnen.
 
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Schmauchen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1) Schmauch von sich geben, und im gemeinen Leben oft für rauchen überhaupt. Die Kohlen schmauchen, wenn sie ohne Flammenfeuer einen unangenehmen dicken Rauch von sich geben. Nasses Holz schmaucht. 2) Tobak schmauchen, im gemeinen Leben einiger Gegenden, für Tobak rauchen, wo es als ein Activum üblich ist. So auch das Schmauchen.
   Im Nieders. smoken, Engl. to smoke, im Fries. smayken. S. auch das folgende.
 
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Schmäuchen, verb. reg. welches das Activum des vorigen ist, Schmauch hervor bringen, und noch häufiger, den Schmauch an etwas gehen lassen. In einigen Gegenden sagt man Fleisch schmäuchen, für räuchern. In der Bienenzucht schmäucht man die Bienen, wenn man sie mit Schmauch aus dem Stocke treibt; die Jäger schmäuchen einen Fuchs aus seinem Loche, wenn sie ihn mit Schmauch aus demselben vertreiben; ehedem schmäuchte man auch gewisse Arten von Missethätern zu Tode. Im Oberdeutschen schmaucht man das Fleisch in einem Topfe, wenn man es in Obersachsen dämpft, und in Nieders. stövet. So auch das Schmäuchen.
   Anm. Im Nieders. smöken. Es ist eben so von schmauchen unterschieden, wie räuchern, ehedem räuchen, von rauchen, säugen von saugen, säufen von saufen u. s. f. Die breitere Oberdeutsche Mundart gebraucht auch statt dieses Activi ihr schmauchen.
 
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Der Schmaucher, des -s, plur. ut nom. sing. nur in dem zusammen gesetzten Tobaksschmaucher, ein Mensch der stark Tobak schmaucht. Nieders. Smöker.
 
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Das Schmauchfeuer, des -s, plur. ut nom. sing. ein Feuer, welches keine Flamme, aber wohl einen Schmauch oder dicken Rauch von sich gibt.
 
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Der Schmaus, des -es, plur. die Schmäuse, eine festliche Mahlzeit mit einem reichen Vorrathe von Speisen und Getränke. Einen Schmaus geben, ausrichten. Zum Schmause gehen. Ein Abschiedsschmaus, Antrittsschmaus, Hochzeitsschmaus, Opferschmaus, Fastnachtsschmaus u. s. f.
 
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Schmausen, verb. reg. neutr mit dem Hülfsworte haben, einem Schmause beywohnen, Speisen und Getränke mancher Art in reichem Maße zu sich nehmen. Hoch schmausen. Die ganze Woche schmausen. Heute wird geschmauset. Bey jemanden schmausen. Daher das Schmausen.
   Anm. Dieses Zeitwort ist von dem im Hochdeutschen veralteten ehedem sehr gangbaren musen, mosen, essen, gebildet, wo das vorgesetzte intensive sch die Fülle, den Reichthum der Speisen bezeichnet. S. Adelung Muß und Mast, wo mehr von diesem Worte gesagt worden. Dem Latein. comissari, schmausen, fehlet zwar der intensive Zischlaut, allein die Intension wird hier durch das verdoppelte mittlere s angedeutet. Musen und schmausen sind Onomatopöien des mit dem Essen verbundenen Lautes, und schmatzen ist das Intensivum davon.
 
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Der Schmauser, des -s, plur. ut nom. sing. welcher oft und viel schmauset; im gemeinen Leben auch ein Schmausbruder. Die Schmauserey für Schmaus ist auch nur in der vertraulichen Sprechart gangbar.

 

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