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Schmarotzerpflanze bis Schmäuchen (Bd. 3, Sp. 1558 bis 1560)
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Artikelverweis Die Schmarotzerpflanze, plur. die -n, Pflanzen, welche sich von dem Safte anderer nähren, dergleichen die Mistel, das Baummoos, der Baumschwamm u. a. sind.
 
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Die Schmarre, plur. die -n, Diminut. das Schmärrchen, ein Hieb, eine lange Wunde, und am häufigsten die Narbe einer langen Wunde, wo es zwar im Hochdeutschen nicht ganz fremd ist, aber doch in manchen Mundarten häufiger gebraucht wird, und das Niedrige eben nicht hat, was Frisch darin findet, der es seltsam genug, durch »eine Wunde erkläret, aus welcher eine Kuh saufen

[Bd. 3, Sp. 1559]


könnte.« Niedersächsisch Smarre, und im Diminut. Smarl. Daß es gemeiniglich von den Merkmahlen größerer Wunden gebraucht wird, als Narbe, scheinet von dem verdoppelten r herzukommen, welches das Zeichen einer Intension ist. Übrigens ist es vermittelst des vorgesetzten Zischlautes von dem Ulphilanischen maurgan, abschneiden, dem schon zu Carls des Großen Zeiten gangbaren marrire, verletzen, gebildet, wozu auch unser Mark und Märzen gehören, S. diese Wörter.
 
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1. Die Schmāsche, plur. die -n, eine Masche im Stricken, oder diejenige Schlinge, welche vermittelst zweyer Stricknadeln gemacht wird, aus welchen Schlingen das ganze Gestrick bestehet. Es ist aus Masche vermittelst des vorgesetzten Zischlautes gebildet, hat aber ein gedehntes a, dagegen Masche ein geschärftes hat.
 
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2. Die Schmāsche, oder Schmase, plur. die -n, bey den Kürschnern und im Fellhandel, fein zugerichtete Lämmerfelle. Ein Pelz von Schmaschen. Es ist mit dem Fellhandel ohne Zweifel aus dem Pohln. Smusik, ein Lammsfell, zu uns gekommen. Nieders. Smaaske.
 
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Der Schmatz, des -es, plur. die Schmätze, Diminut. das Schmätzchen, Oberd. Schmätzlein, ein Wort, welches eine unmittelbare Nachahmung des dadurch bezeichneten Schalles ist, und besonders in doppelter Bedeutung gebraucht wird. 1) Ein mit einem solchen Laute begleiteter derber Kuß heißt im gemeinen Leben ein Schmatz. Und gab mir einen derben Schmatz, Weiße. Das Diminut. Schmätzchen ist wie Mäulchen auch in der vertraulichen Sprechart gangbar.
   So gab dem Wein ein Schmätzchen das Geleite, Haged. Im gemeinen Leben auch Schmatzer, bey dem Pictorius Schmutz, im Englischen mit einem andern Endlaute Smack. 2) Eine Art Rothkehlchen, welche sich an steinigen Orten aufhält, wird wegen des schmatzenden Lautes, welchen es von sich gibt, daher Steinschmatz, Schmätzel genannt.
 
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Die Schmatze, plur. die -n, in dem Forstwesen einiger Gegenden, der in der Erde stehende Stock eines abgehauenen Baumes, besonders, wenn er von einer beträchtlichen Länge über der Erde ist. Die Schmatzen ausrotten. Daher die Schmatzklafter, eine Klafter aus solchen Schmatzen geschlagenen Holzes. S. das folgende.
 
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1. Schmatzen, verb. reg. act. im Forstwesen, die Schmatzen ab- und zu Klafterholz hauen. Die Stöcke schmatzen. Die Endsylbe -zen deutet ein Intensivum an. Das Stammwort schmatzen scheinet zu schmieden, schmeißen, Nieders. schmiten, zu gehören, so fern es ehedem auch hauen bedeutete, so daß Schmatze den Rest eines abgehauenen Baumes bedeutet.
 
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2. Schmatzen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, denjenigen hellen Schall mit dem Munde hervor bringen, welchen dieses Zeitwort ausdruckt, und welcher gemeiniglich eine ungesittete Art des Essens begleitet. Die Schweine schmatzen, wenn sie essen. S. Adelung Schmausen. Eben dieser Laut entstehet auch durch eine derbe ungesittete Art des Küssens: jemanden küssen, daß es schmatzt; daher dieses Wort auch im gemeinen Leben für küssen gebraucht wird. S. Schmatz. Daher das Schmatzen.
   Anm. Im Ital. schiamazzare, im Nieders. in beyden Fällen mit einem andern Endlaute schmacken, Engl. to smack. Siehe Schmecken. Nach einer ähnlichen Onomatopöie ist im Pohln. smazze rösten, kreischen.
 
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Der Schmauch, des -es, plur. car. ein dicker Rauch, dergleichen oft der Rauch ohne Feuer ist. Einen Schmauch machen. Im Schmauche ersticken.
   Anm. Im Nieders. Smook, im Angels. Smec, Smic, Smoec, im Engl. Smoke. Es ist mit schmecken, dem Intensivo eines veralteten schmachen, genau verwandt, von welchen das erstere im Oberdeutschen noch riechen bedeutet. Ohne Zischlaut ist

[Bd. 3, Sp. 1560]


im Wallisischen Mwg der Rauch. Das Sch in unserm Schmauch ist ein Zeichen der Intension, einen dicken Rauch zu bezeichnen.
 
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Schmauchen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben. 1) Schmauch von sich geben, und im gemeinen Leben oft für rauchen überhaupt. Die Kohlen schmauchen, wenn sie ohne Flammenfeuer einen unangenehmen dicken Rauch von sich geben. Nasses Holz schmaucht. 2) Tobak schmauchen, im gemeinen Leben einiger Gegenden, für Tobak rauchen, wo es als ein Activum üblich ist. So auch das Schmauchen.
   Im Nieders. smoken, Engl. to smoke, im Fries. smayken. S. auch das folgende.
 
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Schmäuchen, verb. reg. welches das Activum des vorigen ist, Schmauch hervor bringen, und noch häufiger, den Schmauch an etwas gehen lassen. In einigen Gegenden sagt man Fleisch schmäuchen, für räuchern. In der Bienenzucht schmäucht man die Bienen, wenn man sie mit Schmauch aus dem Stocke treibt; die Jäger schmäuchen einen Fuchs aus seinem Loche, wenn sie ihn mit Schmauch aus demselben vertreiben; ehedem schmäuchte man auch gewisse Arten von Missethätern zu Tode. Im Oberdeutschen schmaucht man das Fleisch in einem Topfe, wenn man es in Obersachsen dämpft, und in Nieders. stövet. So auch das Schmäuchen.
   Anm. Im Nieders. smöken. Es ist eben so von schmauchen unterschieden, wie räuchern, ehedem räuchen, von rauchen, säugen von saugen, säufen von saufen u. s. f. Die breitere Oberdeutsche Mundart gebraucht auch statt dieses Activi ihr schmauchen.

 

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