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Schmalänte bis Schmalthier (Bd. 3, Sp. 1554 bis 1556)
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Artikelverweis Die Schmalänte, plur. die -n, eine Art wilder Änten, welche kleiner sind, als die gewöhnlichen, ihnen aber in allen übrigen Stücken gleichen. Von schmal, klein.
 
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Das Schmaleisen, des -s, plur. inus. im Hüttenbaue, dasjenige geschmolzene Eisen, welches nach ausgegangenem Feuer in dem Ofen zurück bleibt, und woraus hernach die Pflugscharen geschmiedet werden. Vielleicht von schmal, schlecht, geringe.

[Bd. 3, Sp. 1555]



 
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Schmälen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und in einer doppelten Bedeutung üblich ist. 1) Bey den Jägern bedeutet es im weitern Verstande, einen Laut von sich geben, seine Stimme hören lassen; wo es doch nur von den Rehen und Rehböcken üblich ist, und auch melden und schrecken genannt wird. 2) In der vertraulichen Sprechart ist schmälen, seinen Unwillen durch Worte an den Tag legen; wo es zugleich ein gelinderer und vertraulicherer Ausdruck ist, als schelten und andere gleichbedeutende, indem er einen geringern Grad des Unwillens und gelindere Ausdrücke desselben voraussetzt. Den ganzen Tag schmälen. Auf jemanden schmälen. Ja, wenn doch nur Ein Mahl dein Vater auf dich schmälte, Rost. So auch das Schmälen.
   Anm. Im Nieders. gleichfalls schmälen und schmeilen. Es ist der Form nach ein Diminutivum von schmähen, gleichsam ein wenig schmähen, da es denn aus schmähelen zusammen gezogen ist, S. -Eln; woraus zugleich erhellet, daß auch die Schreibart schmählen ihre Gründe für sich hat. Dem Ursprunge nach scheinet es eine Onomatopöie zu seyn, wie solches die erste bey den Jägern übliche Bedeutung wahrscheinlich macht. Und da sie dieses schmälen auch melden nennen, so erhellet daraus zugleich die Verwandtschaft mit diesem Worte und mit 2 Mahl, die Sprache, von welchem letztern es vermittelst des intensiven Zischlautes gebildet worden. In der Rothwälschen Diebessprache ist schmalen übel von jemanden reden, und Schmalkachler ein Verleumder.
 
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Schmälern, verb. reg. act. schmäler machen, doch nur noch in der weitern Bedeutung, kleiner, geringer machen, und auch hier nur in einigen Fällen. Jemandes Gränzen schmälern. Jemandes Einkünfte, Nahrung, guten Nahmen schmälern. Man schmälert sein Verdienst, Günth. Im Oberdeutschen sagt man auch ein Kleid schmälern, es enger machen, die Unkosten schmälern, sie moderiren, das viele Studieren schmälert die Kräfte u. s. f. In der engern Bedeutung, der Breite nach kleiner machen, ist es nicht üblich, außer zuweilen in der reciproken Gestalt. Hier schmälert sich das Land, der Fluß, wird enger. So auch das Schmälern und die Schmälerung.
 
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Der Schmalhans, des -es, plur. die -e, in den niedrigen Sprecharten, eine Person, bey welcher es schmale Bissen setzt, ein Hungerleider, karger Geitzhals; besonders in der R. A. hier ist Schmalhans Küchenmeister, hier wird die Tafel armselig bestellt. Schwed. und Nieders. eben so. S. Adelung Hans.
 
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Das Schmalholz, des -es, plur. inus. bey den Kohlenbrennern, kleines Holz, mit welchem das starke Holz in den Meilern untersetzet wird. Bey dem Notker ist smal Holz Gebüsch.
 
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Schmälich, -er, -ste, adj. et adv. 1) Von schmal, klein, wäre schmälich eigentlich diesem Worte gleichbedeutend. Es ist aber nicht üblich, außer daß man im gemeinen Leben einiger Gegenden es figürlich für kärglich, armselig, spärlich gebraucht. Sich schmälich behelfen, ärmlich. Eine schmäliche Mahlzeit, wo es schmale Bissen setzt. Schon bey dem Kero ist smalih geringe.
   2) Von Schmach, oder vielmehr dem veralteten Beyworte schmach, schimpflich, verächtlich; eine nur noch im gemeinen Leben und der vertraulichen Sprechart übliche Bedeutung. Sie schlagen mich schmälich, Hiob 16, 10. Schmäliche Worte, verächtliche. Ein schmäliches Geboth auf etwas thun, ein verächtliches, schimpfliches. Jemanden schmälich halten, auf eine kränkende Art verächtlich.
   Und wird, kommt ihr kein Hermann vor,
   In Hermanns Vaterland ein schmälich Denkmahl stiften,
   Uz. Ein schmälicher Tod. Eines schmälichen Todes sterben, eines schimpflichen. In der niedrigen Sprechart wird es, wie andere

[Bd. 3, Sp. 1556]


ähnliche Wörter, oft als ein intensives Wort für sehr, sehr groß, sehr heftig gebraucht. Es ist eine schmäliche Hitze, eine überaus große. Es ist schmälich kalt. Schmälich groß.
   Er spottete nach seiner Art
   Des Riesen mit dem schwarzen Bart
   Aus seinem Fenster schmälich,
   Götting. Musen-Alm. 1776.
 
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Das Schmallêder, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. bey den Gärbern und im Lederhandel, Leder von Kühen, 3 bis 4 jährigen Rindern und Pferden; im Gegensatze des dicken Pfundleders. Von schmal, dünne.
 
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Die Schmalsaat, plur. inus. ein nur in einigen Gegenden, besonders in Oberdeutschland, übliches Collectivum, Hülsenfrüchte, z. B. Erbsen, Linsen, Wicken und Bohnen zu bezeichnen. Es erfolgte ein so heißer Sommer, daß die Schmalsaat verdarb, Bluntschli, ein Schweizer. Smal sat kommt schon bey dem Kero in dieser Bedeutung vor, und stammet von schmal ab, vermuthlich so fern es niedrig, klein, bedeutet, im Gegensatze des höhern Getreides mit Ähren, oder weil die Hülsenfrüchte gemeiniglich in kleinerer und geringerer Menge erbauet werden.
 
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Die Schmalte, plur. die -n, in dem Hüttenbaue, das aus dem Kobalt durch die Verglasung erhaltene metallische Glas, besonders nachdem es gemahlen und geschlämmet, und dadurch zur blauen Farbe zubereitet worden, da es auch blaue Farbe, Blaufarbe genannt wird. Der Nahme ist aus dem Ital. Smalto, im mittlern Lat. Smaltum, Schmelz, Schmelzglas, S. Adelung Schmelz.
 
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Das Schmalthier, des -es, plur. die -e, bey den Jägern, ein Hirsch- oder Rehkalb, so bald es Ein Jahr alt ist, bis zu der Zeit, da es selbst zu brunften und zu setzen anfängt. Von schmal, klein, geringe. In Schwaben werden junge Kühe, Stiere u. s. f. Schmalig, Schmalmetzge genannt. S. das folgende.

 

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