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Schmähung bis Schmallêder (Bd. 3, Sp. 1553 bis 1556)
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Artikelverweis Die Schmähung, plur. die -en, das Schmähen; noch mehr und häufiger aber schmähende Reden. Schmähungen wider jemanden ausstoßen.

[Bd. 3, Sp. 1554]



 
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Das Schmähwort, des -es, plur. die -e, und -wörter, (S. Adelung Wort,) ein schmähendes Wort, und in weiterer Bedeutung, im Plural Schmähworte, schmähende Reden.
 
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Schmal, schmäler, schmälste, adj. et adv. eine geringe Ausdehnung habend. 1. Im weitesten Verstande, da es ehedem für klein gebraucht wurde, im Gegensatze dessen was groß ist. 1) * Eigentlich. Smaliu Gefugele, kleine Vögel, d. i. Sperlinge, im Isidor. Smale Holz, Gesträuch, Notker. Jetzt ist es in dieser Bedeutung im Hochdeutschen veraltet, außer daß es noch in einigen Zusammensetzungen und Ableitungen beybehalten ist, S. Adelung Schmälern, Schmalsaat, Schmalthier, Schmalvieh, Schmalzehnte. 2) Figürlich, geringe, schlecht; in welcher Bedeutung es noch hin und wieder im gemeinen Leben, doch nur in einigen einzelnen R. A. üblich ist. Smaliu Manno sind im Isidor geringe, schlechte Leute. Ein schmales Lob haben, ein schlechtes, geringes, in einigen Oberdeutschen Gegenden. Eine schmale Ernte, Weinlese, Messe, eine schlechte. Schmal bestehen, schlecht. Eine schmale Besoldung, eine geringe, kleine. Ingleichen für kärglich, ärmlich, sparsam; gleichfalls nur hin und wieder. Schmal leben, schlecht und spärlich, in Ansehung der Nahrungsmittel. Es gehet hier schmal her, ärmlich, kärglich. Bey schmaler Kost, Haged. Schmale Bissen essen müssen, sich ärmlich, spärlich, in Ansehung der Nahrungsmittel behelfen müssen. 2. In engerm Verstande, von einigen besondern Arten der Kleinheit, das ist, von der geringen Ausdehnung in Ansehung einzelner Richtungen. 1) * Für dünn, im Gegensatze des dick; eine jetzt gleichfalls veraltete Bedeutung. Schmale Groschen wurden ehedem eine Art dünner Groschen genannt, welche dem Frisch zu Folge nur 61/2 Pfennig galten. Im gemeinen Leben sagt man zuweilen wohl noch, jemand sey schmal von Leibe, d. i. dünn, schmächtig. S. auch Schmalleder. Figürlich wurde es denn ehedem auch wohl für mager gebraucht, im Gegensatze des fleischig, welche Bedeutung noch bey den Jägern üblich ist, wo ein Wild schmal und geringe heißt, wenn es mager ist. 2) Eine geringe Breite habend, im Gegensatze des breit, welches noch die gangbarste Bedeutung ist, in welcher es beynahe der einzige Ausdruck für diesen Begriff ist. Schmale Tücher, schmale Leinwand, im Gegensatze der breiten. Ein schmales Haus, ein schmaler Weg. Der Rand ist sehr schmal.
   Anm. Schon im Kero und Isidor smal, im Angels. smael, im Engl. small, welches gleichfalls klein und dünne bedeutet, im Schwed. und Nieders. smal. Es ist von dem jetzt veralteten sma, smah, smach, klein, und figürlich, schlecht, geringe, verächtlich, Nieders. sma, Schwed. små, nur im Endlaute verschieden, (S. Adelung Schmach und Schmächtig,) dagegen dem Slavon. malo, klein, nur der Zischlaut fehlet. Da hieraus erhellet, daß diesem Worte ein Hauch- oder Gaumenlaut anklebet, indem schmal allem Anscheine nach für schmahel oder schmachel stehet, so würde daraus zugleich folgen, daß man dieses Wort richtiger schmahl als schmal schreibet, zumahl da die langen Selbstlauter vor einem flüssigen Buchstaben ohnehin gern ein h nach sich haben, S. H. Ein Hauptwort ist von diesem Beyworte nicht gangbar; denn das im gemeinen Leben zuweilen übliche Schmäle ist in guten Schriften noch nicht aufgenommen, ob es gleich die Analogie von Breite, Dünne, Größe, Dicke u. s. f. für sich hat.
 
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Die Schmalänte, plur. die -n, eine Art wilder Änten, welche kleiner sind, als die gewöhnlichen, ihnen aber in allen übrigen Stücken gleichen. Von schmal, klein.
 
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Das Schmaleisen, des -s, plur. inus. im Hüttenbaue, dasjenige geschmolzene Eisen, welches nach ausgegangenem Feuer in dem Ofen zurück bleibt, und woraus hernach die Pflugscharen geschmiedet werden. Vielleicht von schmal, schlecht, geringe.

[Bd. 3, Sp. 1555]



 
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Schmälen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und in einer doppelten Bedeutung üblich ist. 1) Bey den Jägern bedeutet es im weitern Verstande, einen Laut von sich geben, seine Stimme hören lassen; wo es doch nur von den Rehen und Rehböcken üblich ist, und auch melden und schrecken genannt wird. 2) In der vertraulichen Sprechart ist schmälen, seinen Unwillen durch Worte an den Tag legen; wo es zugleich ein gelinderer und vertraulicherer Ausdruck ist, als schelten und andere gleichbedeutende, indem er einen geringern Grad des Unwillens und gelindere Ausdrücke desselben voraussetzt. Den ganzen Tag schmälen. Auf jemanden schmälen. Ja, wenn doch nur Ein Mahl dein Vater auf dich schmälte, Rost. So auch das Schmälen.
   Anm. Im Nieders. gleichfalls schmälen und schmeilen. Es ist der Form nach ein Diminutivum von schmähen, gleichsam ein wenig schmähen, da es denn aus schmähelen zusammen gezogen ist, S. -Eln; woraus zugleich erhellet, daß auch die Schreibart schmählen ihre Gründe für sich hat. Dem Ursprunge nach scheinet es eine Onomatopöie zu seyn, wie solches die erste bey den Jägern übliche Bedeutung wahrscheinlich macht. Und da sie dieses schmälen auch melden nennen, so erhellet daraus zugleich die Verwandtschaft mit diesem Worte und mit 2 Mahl, die Sprache, von welchem letztern es vermittelst des intensiven Zischlautes gebildet worden. In der Rothwälschen Diebessprache ist schmalen übel von jemanden reden, und Schmalkachler ein Verleumder.
 
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Schmälern, verb. reg. act. schmäler machen, doch nur noch in der weitern Bedeutung, kleiner, geringer machen, und auch hier nur in einigen Fällen. Jemandes Gränzen schmälern. Jemandes Einkünfte, Nahrung, guten Nahmen schmälern. Man schmälert sein Verdienst, Günth. Im Oberdeutschen sagt man auch ein Kleid schmälern, es enger machen, die Unkosten schmälern, sie moderiren, das viele Studieren schmälert die Kräfte u. s. f. In der engern Bedeutung, der Breite nach kleiner machen, ist es nicht üblich, außer zuweilen in der reciproken Gestalt. Hier schmälert sich das Land, der Fluß, wird enger. So auch das Schmälern und die Schmälerung.
 
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Der Schmalhans, des -es, plur. die -e, in den niedrigen Sprecharten, eine Person, bey welcher es schmale Bissen setzt, ein Hungerleider, karger Geitzhals; besonders in der R. A. hier ist Schmalhans Küchenmeister, hier wird die Tafel armselig bestellt. Schwed. und Nieders. eben so. S. Adelung Hans.
 
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Das Schmalholz, des -es, plur. inus. bey den Kohlenbrennern, kleines Holz, mit welchem das starke Holz in den Meilern untersetzet wird. Bey dem Notker ist smal Holz Gebüsch.
 
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Schmälich, -er, -ste, adj. et adv. 1) Von schmal, klein, wäre schmälich eigentlich diesem Worte gleichbedeutend. Es ist aber nicht üblich, außer daß man im gemeinen Leben einiger Gegenden es figürlich für kärglich, armselig, spärlich gebraucht. Sich schmälich behelfen, ärmlich. Eine schmäliche Mahlzeit, wo es schmale Bissen setzt. Schon bey dem Kero ist smalih geringe.
   2) Von Schmach, oder vielmehr dem veralteten Beyworte schmach, schimpflich, verächtlich; eine nur noch im gemeinen Leben und der vertraulichen Sprechart übliche Bedeutung. Sie schlagen mich schmälich, Hiob 16, 10. Schmäliche Worte, verächtliche. Ein schmäliches Geboth auf etwas thun, ein verächtliches, schimpfliches. Jemanden schmälich halten, auf eine kränkende Art verächtlich.
   Und wird, kommt ihr kein Hermann vor,
   In Hermanns Vaterland ein schmälich Denkmahl stiften,
   Uz. Ein schmälicher Tod. Eines schmälichen Todes sterben, eines schimpflichen. In der niedrigen Sprechart wird es, wie andere

[Bd. 3, Sp. 1556]


ähnliche Wörter, oft als ein intensives Wort für sehr, sehr groß, sehr heftig gebraucht. Es ist eine schmäliche Hitze, eine überaus große. Es ist schmälich kalt. Schmälich groß.
   Er spottete nach seiner Art
   Des Riesen mit dem schwarzen Bart
   Aus seinem Fenster schmälich,
   Götting. Musen-Alm. 1776.
 
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Das Schmallêder, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. bey den Gärbern und im Lederhandel, Leder von Kühen, 3 bis 4 jährigen Rindern und Pferden; im Gegensatze des dicken Pfundleders. Von schmal, dünne.

 

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