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Schmachtkorn bis Schmadern (Bd. 3, Sp. 1552 bis 1553)
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Artikelverweis Das Schmachtkorn, des -es, plur. die -körner, in der Landwirthschaft Meißens, kleine unvollkommene Körner im Getreide, welche nicht ihre völlige Größe und Reife haben, sondern gleichsam verschmachtet sind.
 
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Der Schmächtling, des -es, plur. die -e, eine schmächtige Person.
 
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Der Schmachtriemen, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, ein breiter lederner Riemen der Fuhrleute, Reiter u. s. f. den Unterleib damit zu gürten, wenn er leer ist, damit er auf dem Pferde nicht so erschüttert werde; von dem veralteten Hauptworte Schmacht, der Hunger.
 
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1. Der Schmack, des -es, plur. die -e, eine Benennung des Färber- oder Gärberbaumes, Rhus coriaria L. welcher Nahme aus dem Span. Sumaco, Sumach, zusammen gezogen ist, und bey einigen auch Schmach lautet. Daher schmackgares Leder, bey den Gärbern, welches mit Schmack gar gemacht worden, im Gegensatze des lohgaren.
 
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2. * Der Schmack, des -es, plur. inus. ein im Hochdeutschen veraltetes Wort für das jetzt übliche Geschmack. Das Manna hatte einen Schmack wie Semmel, 2 Mos. 16, 31. Und war einem jeglichen nach seinem Schmack eben, Weish. 16, 20. Es ist noch in den gemeinen Sprecharten Ober- und Nieder-Deutschlandes üblich, wo es in den erstern auch für Geruch gebraucht wird: Ein Balfan# Smak an si bekam, König Tyrol. S. Adelung Geschmack, Schmackhaft und Schmecken.
 
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Die Schmecke, plur. die -n, in der Niederdeutschen Schifffahrt, eine Art Schiffe mit hohem Borte, mit einem Mast ohne Korb, einem Bögspriet, flachen Kiele, runden Hintertheile, bauchigen Vordertheile und kurzen Gebäude. Sie haben ein höheres Verdeck und ein breiteres und schwereres Steuerruder als andere Schiffe, und werden in Holland nur auf den Canälen oder kurzen Seereisen gebraucht. In Bremen und andern Niedersächsischen Gegenden hat man gleichfalls Schmacken oder Schmackschiffe, welches daselbst Barken von 50 bis 80 Last, mit einem Gaffelmaste und einem zwiefachen Bargholze sind. Holl. und Engl. Smack, Franz. Semaque, Angels. Snacca, Isländ. Sneckia. Etwa von dem veralteten schmach, Schwed. små, klein? Im

[Bd. 3, Sp. 1553]


mittlern Lat. kommt Naca, Necchia, Isnecia gleichfalls von einer Art Schiffe vor, welche zunächst zu Nachen gehören, und wovon mit vorgesetztem s die eben gedachten Angels. Snacca und Isländ. Sueckia gebildet zu seyn scheinen.
 
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Schmäcken, S. Adelung Schmecken.
 
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Schmackgar, adj. et adv. S. 1 Schmack.
 
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Schmackhaft, -er, -este, adj. et adv. von dem veralteten Hauptworte Schmack für Geschmack. 1) Was einen Geschmack hat, durch den Geschmack empfunden werden kann; im Gegensatze des unschmackhaft, welches in dieser Bedeutung doch häufiger gebraucht wird, als schmackhaft. Schmackhaftes Wasser. 2) In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, einen guten, angenehmen Geschmack habend. Eine schmackhafte Speise. Nieders. schmacklik, im Oberd. geschmack, wohlgeschmack. Das verlängerte schmackhaftig ist überflüssig.
 
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Die Schmackhaftigkeit, plur. inus. die Eigenschaft eines Körpers, da er schmackhaft ist, besonders in der zweyten engern Bedeutung.
 
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Schmadern, verb. reg. act. et neutr. mit dem Hülfsworte haben, im gemeinen Leben, schlecht schreiben; schmieren.
   Man schreibt nicht mehr, man schmadert nur,
   Bernhardi. Es scheinet den Laut des geschwinden Schreibens nachzuahmen, oder auch ein Intensivum von dem veralteten schmaden, besudeln, beschmutzen, zu seyn. Im Nieders. lautet es schmaddern.

 

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