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Schlote bis Schlucht (Bd. 3, Sp. 1541 bis 1542)
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Artikelverweis Die Schlote, plur. die -n, oder der Schloten, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, ein Nahme der Rohrkolbe, Typha L.
 
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Die Schlottenblume, plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Küchenschelle; Anemone Pulsatilla L.
 
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Die Schlotter, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. ein nur in einigen Gegenden, besonders in den Salzsiedereyen, übliches Wort, den dicken Schlamm zu bezeichnen, welcher übrig bleibt, wenn man das in den Herd aus der abgetropften Sohle gerathene Salz ausgekocht hat. In andern Gegenden das Geschlotter. Es druckt die schlotternde, schlottrige Beschaffenheit eines solchen dicken Schlammes aus. S. (Schlottermilch.) In einem andern Verstande wird eine Klapper in einigen Oberdeutschen Gegenden im weiblichen Geschlechte die Schlotter genannt.
 
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Der Schlotterapfel, des -s, plur. die -äpfel, in einigen Gegenden, ein Nahme der Glocken-, Kern- oder Klapperäpfel, deren lockere Kerne schlottern oder klappern, wenn man sie schüttelt.
 
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Das Schlótterfaß, des -sses, plur. die -fässer, bey den Landleuten in der Ernte, ein längliches Behältniß, worin der Mähder bey dem Mähen den Metzstein mit ein wenig Wasser bey sich führet, weil es vermittelst eines Riemens an dem Leibe schlotternd hängt; die Wetzkiste.
 
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Schlotterig, -er, -ste, adj. et adv. schlotternd; Nieders. slatterig, slodderig, sludderig, zusammen gezogen slurig. Schlotterig gekleidet gehen, äußerst nachläßig. Ein schlotteriger Mensch, der in seiner Kleidung und in seinem Betragen im höchsten Grade nachlässig ist.
 
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Der Schlotterkasten, des -s, plur. ut nom. sing. in den Salzwerken, ein Kasten, worin sich der Schlotter befindet.

[Bd. 3, Sp. 1542]



 
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Die Schlottermilch, plur. car. in einigen Gegenden, Milch, welche von sich selbst, ohne Feuer oder Lab gerinnet. In andern Gegenden wird auch die sauer gewordene dicke Milch nach abgenommenen Rahme, ingleichen die durch das Lab verdickte Milch, Schlottermilch genannt, wofür in andern Gegenden Schlickermilch üblich ist.
 
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Schlottern, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, sich zitternd und heftig hin und her bewegen. Daß ihr Herz muß verzagen, die Knie schlottern, Nahum 2, 11. Ingleichen sich aus nachlässiger Schlaffheit hin und her bewegen, nachlässig schlaff seyn. Die Kleider schlottern um den Leib, wenn sie nicht gehörig befestiget sind. So auch das Schlottern. Anm. Im Niedersächs. sloddern, sluddern, wo auch Slatte, Slodde, ein Lumpen, Lappen ist. Es ist das Intensivum von schlaudern. Ohne Zischlaut ist im Holländ. loteren schlottern, und in manchen gemeinen Sprecharten der Loden, ein Lappen, Lumpen. S. auch Lotterbube.
 
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Schloweiß, S. Adelung Schlohweiß.
 
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Die Schlucht, plur. die -en, im gemeinen Leben vieler Gegenden, ein schmales, tiefes Thal zwischen zwey Bergen, ingleichen eine von dem Wasser an einer Anhöhe ausgewaschene Hohlung, (der Wasserriß, im Oberd. die Bachfahrt,) die, wenn ein Weg dadurch gehet, einen hohlen Weg oder Hohlweg macht. In manchen Gegenden die Schluchter, und mit einem andern Endlaute die Schluft, Schlufte, Schlufter. Das Nieders. Slugter bedeutet nicht nur in noch weiterm Verstande einen Graben, sondern wie alle Wörter, welche eine Vertiefung bezeichnen, auch von einer Erhöhung gebraucht werden, so bedeutet es daselbst auch einen Haufen, da denn slugtern in Haufen legen, ingleichen als ein Neutrum, schnell in die Höhe schießen ist. In unserm Schlucht herrschet die Bedeutung des hohlen, in die Länge sich erstreckenden Raumes, da es denn mit seinen Verwandten Schlauch, Schlot, dem nur der Hauchlaut mangelt Schlacht für Schlund u. s. f. ein Abkömmling des Zeitwortes schlagen ist. Im Englischen bedeutet Slough eine Höhle und einen Sumpf. Übrigens wird eine solche in die Länge gehende Vertiefung an einem Berge oder zwischen zwey Bergen in einigen Gegenden eine Klinge, im Hollstein. ein Kedder und in noch andern Gegenden ein Kachen genannt, welchem letztern das Lat. Fauces in eben dieser Bedeutung ähnlich ist.

 

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