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2. Schlingen bis Schlitzeisen (Bd. 3, Sp. 1536 bis 1537)
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Artikelverweis  2. Schlingen, verb. irreg. welches mit dem vorigen auf einerley Art conjugieret wird. Es kommt in doppelter Gestalt vor. 1. * Als ein Neutrum, da es ehedem, und vielleicht noch jetzt in einigen Oberdeutschen Gegenden, für kriechen gebraucht wurde, in welchem Falle es mit schleichen verwandt ist, welches eben dieselbe Bedeutung hat; Angels. slincan. Alle tier so geen oder schlingen auf der Erden, in dem 1483 zu Augsburg gedruckten Buche der Natur. 2. Als ein Activum. 1) * Mit einem Schwunge werfen, schläudern, eine gleichfalls im Hochdeutschen veraltete Bedeutung; Nieders. slingen. 2) In einer Schraubenlinie umgeben. Sich um etwas schlingen, wie gewisse Gewächse thun, in welchem Falle auch ranken und winden üblich sind. Die Arme in einander schlingen. Ingleichen in einer Schlangenlinie fortbewegen. Ein Bach der sich durch die Wiesen schlinget; wofür doch das Diminutivum schlängeln üblicher ist. So auch das Schlingen.
   Anm. Im Nieders. slengen, welches auch flechten bedeutet, (S. Adelung Schlenge,) im Schwed. slinga. Schlank, Schlange, schlängeln, schlenkern, Geschlinge u. s. f. sind insgesammt Geschwister Eines Stammes und drucken die sich jeder Krümme überlassende Biegsamkeit aus.
 
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Der Schlingrabe, des -n, plur. die -n, eine Art Patschfüße, welche dem Raben gleicht, im Fischfange sehr geschickt ist, und die gefangenen Fische gierig hinunter schlinget; der Schlucker, Seerabe, großer schwarzer Taucher, Plancus, Corvus lacustris Klein.
 
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Die Schlippe, plur. die -n, ein nur im gemeinen Leben übliches Wort, einen engen Weg oder Ort zu bezeichnen, durch welchen man gleichsam schlüpfen muß. Besonders nennet man so den engen Raum zwischen zwey Häusern, der, so fern er zur Abhaltung des Feuers angeleget ist, auch die Brandgasse heißt. S. Adelung Schluff.
   Anm. Es ist vermuthlich von schlupfen, (S. dasselbe.) Von schleppen aber im Nieders. die Schlippe die Schürze, und der Schlipp der Zipfel an einem Kleide. S. Schleppe.
 
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Der Schlitten, des -s, plur. ut nom. sing. ein Fuhrwerk ohne Räder, welches auf zwey Kufen oder vorn gekrümmten Balken stehet, im Winter auf dem Schnee oder Eise darin schnell fortzugleiten. Auf dem Schlitten fahren. Ein Rennschlitten, Schellenschlitten u. s. f.
   Anm. Im Nieders. Schlede, und mit Ausstoßung des d im Osnabrück. Slye, im Schwed. Släda, im Isländ. Slede, im Engl. Sled, Sledge, im Ital. Schlitta, im Lothar. Chlitte. Es stammet von dem veralteten schlitten, Engl. to slide, Angels. slidan, her, welches ein doppeltes Intensivum von gleiten ist. Über den Rhein schlittete man mit Lästen, Tschudi bey dem Frisch. In Niedersachsen hat man davon das Intensivum schliddern, auf dem Eise zur Lust gleiten oder schleifen. In einigen Oberdeutschen Gegenden wird ein Schlitten eine Reibe genannt.
 
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Die Schlittenbahn, plur. die -en, ein Weg, welcher mit Schlitten befahren werden kann, ingleichen die Beschaffenheit der

[Bd. 3, Sp. 1537]


Oberfläche, so daß sie bequem mit Schlitten befahren werden kann. Es ist Schlittenbahn. Schlittenbahn machen.
 
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Der Schlittenbaum, des -es, plur. die -bäume, die vorn gekrümmten Haupthölzer, welche auf der Erde fortgleiten, und worauf das ganze übrige Gebäude eines Schlittens ruhet; in Obersachsen die Kufen, Schlittenkufen, in Oberdeutschland die Läufe, im Nieders. die Slittern.
 
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Die Schlittenfahrt, plur. die -en, die Fahrt, d. i. Reise auf einem Schlitten. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, das Fahren mehrerer zur Lust mit Schlitten. Eine Schlittenfahrt anstellen.
 
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Die Schlittenkufe, plur. die -n, S. Adelung Schlittenbaum und Kufe.
 
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Der Schlittschuh, des -es, plur. die -e, eine Bekleidung der Fußsohlen, welche unten mit langen glatten Eisen versehen ist, damit auf dem Eise schnell fortzugleiten. Auf Schlittschuhen fahren, im gemeinen Leben nur Schlittschuh laufen.
   Anm. Die erste Hälfte ist von dem veralteten Zeitworte schlitten, auf dem Eise gleitend fahren. (S. der Schlitten Anm.) In vielen Gegenden ist dafür Schrittschuh, Nieders. Striedschöe, üblich, von strieden, weit ausschreiten, weil solches zu dieser Art des Fahrens nothwendig ist.
 
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Der Schlitz, des -es, plur. die -e, ein Wort, welches ehedem einen jeden Riß, Bruch, Schnitt oder Spalt bedeutete. Bey dem Notker ist Sliz der Bruch, im Tatian Gisliz der Riß in einem Kleide. Im Bergbaue ist Geschlitz noch jetzt ein Einschnitt, eine Kerbe, und im Oberdeutschen nennet man noch den Spalt einer Feder einen Schlitz. Im Hochdeutschen ist es nur noch in einigen Fällen üblich. 1) Ein langer schneller Schnitt in einen elastischen Körper, so daß dadurch eine von einander stehende Öffnung entstehet. Einem Pferde einen Schlitz in das Ohr machen. Ein Schlitz in der Nase, in dem Backen. 2) Gewisse längliche Öffnungen in den Kleidungsstücken, besonders wenn sie durch einen Schnitt entstanden sind, oder doch auf solche Art entstanden zu seyn scheinen. Der Schlitz am Hemde, die lange Öffnung desselben auf der Brust oder auf dem Rücken. Der Schlitz an dem Ärmel eines Hemdes, an den Weiberröcken u. s. f. Im Engl. Slit. S. Adelung Schlitzen.
 
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Das Schlitzeisen, des -s, plur. ut nom. sing. an den Stühlen der Sammetweber, eine eingeniethete Messerklinge, womit die Fäden der Kette aufgeschlitzet werden.

 

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