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Schließer bis Schlīeß-Quadrǟtchen (Bd. 3, Sp. 1533 bis 1534)
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Artikelverweis Der Schließer, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Schließerinn, eine Person, welche schließt, verschließt oder einschließt; ein nur in einigen Fällen übliches Wort. So wird in manchen Gegenden eine Person, welche in großen Haushaltungen das Essen und Trinken in ihrem Beschlusse hat, Schließer und Schließerinn genannt. Auf dem Packhofe zu Berlin ist der Schließer derjenige, welcher die Waaren in seinem Beschlusse hat. In vielen Gegenden verstehet man unter Schließer den Gefangenwärter oder Stockmeister, welcher die Gefangenen schließet und los schließet, Nieders. Slüter, daher in manchen Gegenden auch das Gefängniß die Schließerey genannt wird.
 
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Die Schließfêder, plur. die -n, eine Feder, etwas unmittelbar damit zuzuschließen, dergleichen die Feder an dem Zifferblatte einer Taschenuhr ist, um dasselbe mit dem Rädergehäuse wieder in das Uhrgehäuse zu drücken.
 
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Das Schließgêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, Geld, welches man für das Schließen bezahlet; doch nur in einigen einzelnen Fällen. Ein Gefangener, welcher seiner Haft entlassen wird, bezahlet dem Schließer oder Stockmeister ein gewisses Schließgeld.

[Bd. 3, Sp. 1534]



 
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Der Schließhahn, des -es, plur. die -hähne, ein Hahn an den Bier- oder Weinfässern, wo der Dreher mit einem eigenen dazu gehörigen Schlüssel umgedrehet wird; zum Unterschiede von einem gemeinen Hahne.
 
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Der Schließhaken, des -s, plur. ut nom. sing. ein eiserner Haken in Gestalt eines halben Keiles an den Küsten und Laden welcher in das Schloß eingreift. Ingleichen an den Thüren, ein ähnlicher Haken, worein der Riegel des Schlosses schnappt, wenn die Thür kein versenktes Schloß hat. In beyden Fällen auch die Krampe.
 
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Die Schließkappe, plur. die -n, ein Stück Eisen an den Französischen Schlössern, in Gestalt eines vierseitigen Kastens, der an der Thürpfoste befestigt ist, und in dessen Löcher der Riegel des Schlosses fällt.
 
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Die Schließkêtte, plur. die -n, eine Kette, womit etwas verschlossen wird.
 
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Schließlich, adv. zum Schlusse, zum Beschlusse; von schließen, beschließen. Im Oberdeutschen ist es auch als ein Beywort gangbar. Sie wurden ohne schließlichen Bescheid fortgeschickt.
 
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Der Schließ-Muskel, des -s, plur. die -n, oder das Schließmäuslein, des -s, plur. ut nom. sing. in der Anatomie, ein Muskel oder Mäuslein, welches die Gestalt eines Ringes hat, und zur Verschließung des Mastdarmes dienet; Spincter.
 
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Der Schließnagel, des -s, plur. die -nägel, ein eiserner Nagel oder Bolzen, große Riegel an den Thoren, Schließbäume u. s. f. damit zu verschließen. Bey den Buchdruckern schließet man die Formen damit zu.
 
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Das Schlīeß-Quadrǟtchen, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Buchdruckern, der vierte Theil eines Quadrates oder Geviertes, die Zeilen damit auszuschließen.

 

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