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Schließbaum bis Schließkappe (Bd. 3, Sp. 1530 bis 1534)
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Artikelverweis Der Schließbaum, des -es, plur. die -bäume, derjenige Baum, mit welchem ein Hafen, oder sonst ein anderer Ort verschlossen wird.

[Bd. 3, Sp. 1531]



 
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Der Schließbolzen, des -s, plur. ut nom. sing. ein mit einer Schließe versehener Bolzen; der Klingbolzen, im Nieders. Splintbolzen.
 
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Die Schließe, plur. die -n, dasjenige, was ein anderes Ding schließet, beschließet oder verbindet, wo es in verschiedenen einzelnen Fällen üblich ist. Ein zusammen gebogenes Blech, welches durch die schmale Öffnung eines Bolzens gesteckt, und hernach an den beyden Enden umgebeuget wird, damit der Bolzen nicht zurück gehen könne, heißt eine Schließe; Nieders. der Splint. Bey den Schlössern wird auch eine gerade Stange, welche in den Gatterwerken zwey Schnörkel zusammen hält, eine Schließe genannt. Auch eine Art von Anker in Gestalt eines viereckten Rahmens, schadhafte Feuermauern zusammen zu halten, werden so wohl Schließen als Schließanker, Vorpasse genannt.
 
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1. Schließen, verb. irreg. act. welches in der Conjugation mit mit dem folgenden überein kommt, und im Hochdeutschen für das mehr Oberdeutsche schleißen gebraucht wird; besonders von den Federn. Federn schließen, schleißen. Geschlossene Federn, geschlissene.
 
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2. Schließen, verb. irreg. ich schließe, du schließest, (Oberd. schleußest,) er schließt, (Oberd. schleußt;) Imperf. ich schlóß, Conj. schlösse; Mittelw. geschlossen; Imperat. schließe, schließ, (Oberd. schleuß.) Es ist ursprünglich eine Onomatopöie, welche unter andern auch den Schall eines Schlosses, wenn es abgelassen wird, ja den Laut sehr vieler Dinge, womit eine Öffnung fest zugemacht wird, nachahmet, ob sich gleich dieser erste nachgeahmte Begriff in denjenigen, in welchen es heut zu Tage üblich ist, gar sehr verloren hat. Es ist in doppelter Gestalt üblich. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, eigentlich den Laut von sich geben, verursachen, welchen dieses Zeitwort nachahmet. Es ist in dieser Gestalt nur in einigen wenigen Fällen üblich. 1. Ein Schlüssel schließet nicht, wenn er das Schloß nicht öffnet. 2. Eine Öffnung genau decken oder ausfüllen. So sagt man, eine Thür schließe nicht, wenn sie nicht genau auf dem Thürfutter anlieget, sondern beträchtliche Zwischenräume läßt. Der Reiter schließt, wenn er im Reiten die Schenkel fest an das Pferd anlegt. Geschlossen reiten, die Schenkel fest an das Pferd anlegen. (S. Schluß, ingleichen sich schließen bey dem folgenden Activo.) 3. Sich endigen. Darf ich bitten, daß die Unterredung hier schließet wo doch das folgende Activum in Gestalt eines Reciproci üblicher ist, (S. dasselbe.) 4. Das schließt nicht, sagt man, wenn ein Satz nicht aus einem andern erkannt werden kann, wofür das Zeitwort folgen üblicher ist. S. das folgende Activum. II. Als ein Activum, eigentlich die mit diesem dem Zeitworte eigenthümlichen Laute verbundene Veränderung mit einem Dinge vornehmen. 1. Von Schlössern und den mit Schlössern versehenen Öffnungen, besonders in den Zusammensetzungen abschließen, aufschließen, zuschließen, verschließen, einschließen u. s. f. In einigen Fällen wird auch das einfache schließen anstatt des zusammen gesetzten zuschließen oder verschließen, gebraucht; die Thore schließen. Nach einer andern Figur schließet man einen Verbrecher, wenn man ihm Fessel anleget, weil selbige mit einem Schlosse versehen sind. Jemanden schließen lassen. Scharf geschlossen seyn. Einen Dieb in Ketten und Banden schließen. S. auch Schließer. 2. In weiterer Bedeutung ist schließen dem öffnen entgegen gesetzt, und wird alsdann als ein edlerer Ausdruck für das niedrigere zumachen gebraucht. 1) Eigentlich, was körperlich offen ist; wo es doch nicht in allen den Fällen üblich ist, in welchen den Begriff des Zumachens Stattfindet. Einen Schwibbogen schließen, wenn er oben mit dem

[Bd. 3, Sp. 1532]


Schlußsteine zugemacht wird. Die Augen schließen, so wohl für schlafen, als auch für sterben. Ich habe die Nacht kein Auge geschlossen. Die Nächte, wo du deine Augen nicht schlossest, waren auch für mich schlaflos, Dusch. Und wenn der Tod mein Auge schließt. Einen Winkel schließen, beyde Schenkel desselben vermittelst einer Linie verbinden. So auch das Reciprocum sich schließen. Eine Blume schließt sich wenn sie sich zuthut. Die Muschel schließt sich. Die Wunde wird sich bald schließen. Ein Pferd heißt in der Sprache der Pferdekenner geschlossen, wenn die Flanken ausgefüllet sind und die Ründe des Bauches annehmen, welches auch gut abgerippt genannt wird, weil es auf den Bau der Rippen ankommt. Die Soldaten schließen sich, wenn sie nahe an einander treten, so daß kein Zwischenraum bleibt. Fest geschlossen aufmarschiren. 2) Figürlich. (a) Von allen Seiten umgeben, und dadurch gleichsam überall zumachen. Einen Kreis schließen, von Personen, wenn sie sich nahe an aneinander in einen Kreis stellen. Eine geschlossene Jagd, wenn das Revier, wo gejaget wird, mit Zeug umstellet ist. Ein geschlossenes Land, welches auf allen Seiten gegen einen Feind verwahret ist. Nach einer noch weitern Figur ist ein geschlossenes Land, Territorium clausum, in welchem alle Einwohner zugleich Vasallen und Unterthanen des Landesherren sind, im Gegensatze eines ungeschlossenen, welches auch Güter enthält, die dem Landesherren nicht unterworfen sind. Dahin gehöret nach einer neuen Figur auch die R. A. etwas in sich schließen, in sich fassen, in sich enthalten. Die Freundschaft ist oft ein Werk der Natur und des Umgangs, das gegenseitige Neigungen und Dienstleistungen in sich schließt. Mit einem schwachen Nebenbegriffe des Drückens schließet man jemanden in seine Arme, wenn man ihn aus Liebe oder Freundschaft mit den Armen umfasset. Die Hände in einander schließen. Bald schlossen alle Hand in Hand, Ein Reihentanz ward angefangen, Uz; wo es eine in diesem Verstande sonst ungewöhnliche neutrale Gestalt hat. (b) Der Zeit, Zahl oder andern Umständen nach einschränken; wo es doch auch nur in einigen Fällen üblich ist, besonders in dem Mittelworte geschlossen. Eine geschlossene Jagd, wo nicht jedermann, sondern nur der Eigenthümer jagen darf. Die geschlossene Zeit, in welcher eine gewisse Handlung verbothen ist; so werden in der Römischen Kirche die Fastenzeit, wo das Fleischessen verbothen ist, die Advents-Zeit, wo das Heirathen verbothen ist, u. s. f. geschlossene Zeiten genannt. Ein geschlossenes Handwerk, von welchem an einem Orte nur eine gewisse Anzahl Meister seyn dürfen. Eine geschlossene Wiese, auf welcher nicht gehüthet werden darf. Eine geschlossene Gesellschaft, theils, welche nur aus einer bestimmten Anzahl Mitglieder bestehet, theils aber auch überhaupt, in welche ohne Einwilligung der Glieder kein anderer Zutritt haben kann. (c) Zu Stande bringen, von allen Arten der Verträge, wenn sie auf eine rechtsbeständige bündige Art zu Stande gebracht werden. Einen Vergleich einen Handel, Frieden, einen Vertrag, ein Bündniß, einen Kauf u. s. f. schließen. Die Ehen werden im Himmel geschlossen. Personen, die auf das Geheiß ihrer Herzen unter der Billigung der Klugheit das Bündniß der Ehe schlossen, Gell. Der Handel ist geschlossen. Er wird noch heute kommen, diese Sache mit ihr zu schließen. In einigen Fällen auch absolute. Der Gesandte hat Vollmacht zu unterhandeln, aber nicht zu schließen. (d) Endigen, zu Ende bringen; doch nur in einigen Fällen. Einen Brief, eine Rede, eine Predigt, ein Gebeth schließen. Das Jahr schließt sich. Eine Rechnung schließen. Den Reichstag schließen. Eine Reihe schließen, der letzte in derselben seyn; der Bedeutung nach als ein Neutrum,

[Bd. 3, Sp. 1533]


obgleich der Form nach ein Activum. Es scheinet, daß es hier mit letzt verwandt ist, wo die Intension statt des vorgesetzten sch durch Verhärtung des mittlern Zischlautes ausgedruckt worden. Im Schwedischen ist slita und im Nieders. sliten zu Ende bringen, endigen, dagegen schließen in den übrigen Bedeutungen daselbst sluten und sluta heißt. 3. Aus Einem oder mehrern Vordersätzen herleiten, einen Satz aus der Wahrheit Eines oder mehrerer anderer erkennen; einen Schluß machen. Die Unsterblichkeit der Seele aus ihrem einfachen Wesen schließen, oder, aus dem einfachen Wesen der Seele auf ihre Unsterblichkeit schließen. Falsch schließen, richtig schließen. Da Cajus nicht gekommen ist, so ist daraus zu schließen, daß er nicht wohl seyn müsse. Da in der gegenwärtigen Welt fast alles nur Anlage ist, so läßt sich daraus auf die Gewißheit einer künftigen Einrichtung der Welt schließen. Wenn es jemand sähe, so würde er gewiß auf eine starke Vertraulichkeit schließen, Gell. (S. auch Schluß.) Es ist hier ohne Zweifel nach dem Lat. concludere gebildet. Alle Wörter, welche Wirkungen des Geistes bezeichnen, sind Figuren körperlicher Handlungen. Welche Figur hier zum Grunde liege, läßt sich nicht mit Gewißheit bestimmen, indem schließen, wenn man es in seinem ganzen Umfange nimmt, so daß auch schleißen, Schloße u. s. f. mit dahin gehören, sehr vieldeutig ist, und schließen auch von mehrern Wirkungen des Geistes gebraucht wird, wie aus den Zusammensetzungen beschließen und entschließen erhellet. In Boxhorns Glossen bedeutet List einen Schluß. Daher das Schließen, und in einigen wenigen Fällen der ersten eigentlichsten Bedeutung die Schließung. S. auch Schluß. Anm. Bey dem Ottfried sliazen, im Nieders. sliten, und wenn es zu Ende und zu Stande bringen bedeutet, sluten, im Schwed. sluta; ohne Zischlaut, der hier entweder eine Intension bezeichnet, oder auch ein bloßes Eigenthum der Mundart ist, im Lat. claudere, cludere, clausus, clusus, im Griech. κλειδουν und κλεισαι. Daß aber auch der Gaumenlaut hier nicht wesentlich ist, erhellet aus dem Schwed. Lås., Isländ. Las, ein Schloß, låsa und låta, schließen; woraus denn erhellet, daß im weitesten Umfange auch unser lassen mit zu dem Geschlechte dieses Wortes gehöre. Mit einem andern Endlaute ist im Engl. to lock, schließen, (S. 1 Lücke.) Das Hebr. 05db05dc05d0, ein Schlüssel, scheint sich der Griechischen und Lateinischen Form zu nähern. S. übrigens auch Schloß und Schluß.
 
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Der Schließer, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Schließerinn, eine Person, welche schließt, verschließt oder einschließt; ein nur in einigen Fällen übliches Wort. So wird in manchen Gegenden eine Person, welche in großen Haushaltungen das Essen und Trinken in ihrem Beschlusse hat, Schließer und Schließerinn genannt. Auf dem Packhofe zu Berlin ist der Schließer derjenige, welcher die Waaren in seinem Beschlusse hat. In vielen Gegenden verstehet man unter Schließer den Gefangenwärter oder Stockmeister, welcher die Gefangenen schließet und los schließet, Nieders. Slüter, daher in manchen Gegenden auch das Gefängniß die Schließerey genannt wird.
 
Artikelverweis 
Die Schließfêder, plur. die -n, eine Feder, etwas unmittelbar damit zuzuschließen, dergleichen die Feder an dem Zifferblatte einer Taschenuhr ist, um dasselbe mit dem Rädergehäuse wieder in das Uhrgehäuse zu drücken.
 
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Das Schließgêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, Geld, welches man für das Schließen bezahlet; doch nur in einigen einzelnen Fällen. Ein Gefangener, welcher seiner Haft entlassen wird, bezahlet dem Schließer oder Stockmeister ein gewisses Schließgeld.

[Bd. 3, Sp. 1534]



 
Artikelverweis 
Der Schließhahn, des -es, plur. die -hähne, ein Hahn an den Bier- oder Weinfässern, wo der Dreher mit einem eigenen dazu gehörigen Schlüssel umgedrehet wird; zum Unterschiede von einem gemeinen Hahne.
 
Artikelverweis 
Der Schließhaken, des -s, plur. ut nom. sing. ein eiserner Haken in Gestalt eines halben Keiles an den Küsten und Laden welcher in das Schloß eingreift. Ingleichen an den Thüren, ein ähnlicher Haken, worein der Riegel des Schlosses schnappt, wenn die Thür kein versenktes Schloß hat. In beyden Fällen auch die Krampe.
 
Artikelverweis 
Die Schließkappe, plur. die -n, ein Stück Eisen an den Französischen Schlössern, in Gestalt eines vierseitigen Kastens, der an der Thürpfoste befestigt ist, und in dessen Löcher der Riegel des Schlosses fällt.

 

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