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Schlichthammer bis Schlief (Bd. 3, Sp. 1529 bis 1530)
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Artikelverweis Der Schlichthammer, des -s, plur. die -hämmer, bey den Klempenern, ein Hammer, ebene Sachen damit zu überschlichten, d. i. glatt zu schlagen.
 
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Der Schlichthobel, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Tischlern, ein Hobel mit einer geraden Klinge, die mit dem Rauhhobel aus dem Groben bearbeitete Fläche damit zu schlichten oder glatt zu hobeln; der Glatthobel.
 
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Der Schlíchtmōnd, des -es, plur. die -e, bey den Lohgärbern, eine runde eiserne verstählte Scheibe mit einem Loche in der Mitte, die Felle auf der Fleischseite damit zu schlichten, d. i. glatt zu schaben: nach Oberdeutscher Art bey ihnen auch wohl der Schlichtmonden. S. Adelung Mond 2 1).
 
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Der Schlichtpinsel, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Mahlern, ein Pinsel, die dick aufgetragene Farbe damit aus einander zu treiben.
 
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Der Schlichtrahmen, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Lohgärbern, ein Rahmen, d. i. eine horizontale Latte auf zwey Stützen, worauf das Fell befestiget wird, wenn es mit dem Schlichtmonde geschlichtet werden soll.

[Bd. 3, Sp. 1530]



 
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Der Schlichtstahl, des -es, plur. die -stähle, bey den Drechslern in Bein u. s. f. ein Stahl, d. i. stählernes Werkzeug mit einer breiten Klinge, das Bein damit zu schlichten, d. i. glatt zu drehen.
 
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Der Schlick, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein besonders im Niederdeutschen übliches Wort, fetten, sehr zähen Schlamm zu bezeichnen. Daher Schlickgrund, der aus solchem Schlamme bestehende Grund des Meeres, Schlickland, ein niedriges, aus dem Schlamme, welchen das Meer zur Zeit der Fluth zurück läßt, entstandenes Land, der Schlickfänger, ein kleiner Damm außerhalb des Deiches, den Schlick oder Schlamm zur Zeit der Fluth damit aufzufangen, und dadurch Land zu gewinnen, der Schlichtzaun, ein Zaun zu eben dieser Absicht u. s. f. Anm. Es ist von dem mehr Hochdeutschen Schlich nur in der Mundart verschieden, und gehöret mit demselben zu Schlack in schlackig.
 
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Der Schlicken-Thaler, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Thaler, welche die Grafen von Schlick in der ersten Hälfte des 16ten Jahrhundertes in dem Bergwerke zum Joachims-Thale in Böhmen prägen ließen.
 
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Die Schlickermilch, S. Adelung Schlottermilch.
 
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Der Schlickkrapfen, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Schlickkräpfchen, in den Küchen, eine Art Krapfen, welche aus einem weichen Gehacke bestehen, welches in einen ausgetriebenen Teig geschlagen, in Wasser gekocht und hernach aus Schmalz gebacken wird; mit einem Französischen Kunstworte Raviolen.
 
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Der Schlief, des -es, plur. inus. ein in einigen Gegenden übliches Wort, welches von Schlich nur im Endlaute verschieden ist, und besonders von den nassen kloßartigen, nicht genug ausgebackenen Stellen des Brotes gebraucht wird. Das Brot hat Schlief, wenn es solche Stellen hat. Daher schliefig, kloßartig, nicht genug ausgebacken. Es gehöret zunächst zu schliefen und dessen Intensivo schlüpferig.

 

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