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Schlichten bis Schlicken-Thaler (Bd. 3, Sp. 1529 bis 1530)
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Artikelverweis  Schlichten, verb. reg. act. 1) Eigentlich. 1) Gerade machen; eine nur noch in einigen Gegenden übliche Bedeutung. Was krumm ist, schlichten. 2) Eben und glatt machen. Der Zimmermann schlichtet das behauene Holz, wenn er es mit der Schlichtaxt glatt und eben hauet. Weish. 13, 11. Der Weber schlichtet den Aufzug, wenn er ihm mit der Schlichte eine glatte Steifigkeit ertheilet; im Oberd. schmeichen. Bey den Stückgießern wird der Kernlehm geschlichtet, wenn er mit der Schlichte glatt und eben gemacht wird. Die Drahtzieher schlichten den Silberstab, wenn sie ihn die ersten Mahle durch die Ziehplatte ziehen, nicht so wohl ihn zu verdünnen, als vielmehr ihm überall eine gleiche und ebene Ründung zu ertheilen. Die Lohgärber schlichten die Felle, wenn sie selbige auf der Fleischseite mit dem Schlichtmonde glatt und eben schaben. Und so in andern Fällen mehr. 2. In weiterer Bedeutung, in Ordnung legen, besonders von Dingen, welche ordentlich auf und neben einander gelegt werden; eine besonders im Oberdeutschen übliche Bedeutung. Gehacktes Holz, Mauersteine auf einander schlichten. Die Haare schlichten, sie in Ordnung legen, so daß eines neben dem andern zu liegen komme. Nach einer noch weitern, aber im Hochdeutschen ganz unbekannten Figur gebraucht Opitz es für schmücken: Laß schlichten Häupt und Haar durch die geschickte Hand. 3. Figürlich, einen Streit, eine streitige Sache beylegen, besonders es so fern durch Bewirkung eines Vergleiches geschiehet; nach eben der Figur, welche in vergleichen zum Grunde liegt. Einen Streit schlichten. Er schlichtete ihre (der Kinder) Zwiste, und lehrete sie gütig seyn, Geßn. Die ganze Fehde ward geschlichtet, Haged. Seltener von einem richterlichen Ausspruche. Wenn jemand wider einen Menschen sündiget, so kanns der Richter schlichten, 1 Sam. 2, 25.
   Daher das Schlichten, und, obgleich seltener und nur in der letzten dritten Bedeutung, die Schlichtung.
   Anm. Schon bey dem Ottfried ist slihtan eben, und in Boxhorns Glossen slihten glatt machen, im Nieders. sligten, welches aber auch niederreißen, schleifen, bedeutet. Das Nieders. sliten, Schwed. slita, endigen, zu Ende bringen, kann so wohl zu schließen als zu schlichten gehören.
 
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Der Schlichter, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Schlichterinn, eine Person, welche schlichtet, besonders in der zweyten Bedeutung, welche etwas in Ordnung leget.
 
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Die Schlichtfeile, plur. die -n, Feilen der Schlösser mit einem feinen Hiebe, die feine Arbeit damit bis zum Polieren glatt zu feilen.
 
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Der Schlichthammer, des -s, plur. die -hämmer, bey den Klempenern, ein Hammer, ebene Sachen damit zu überschlichten, d. i. glatt zu schlagen.
 
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Der Schlichthobel, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Tischlern, ein Hobel mit einer geraden Klinge, die mit dem Rauhhobel aus dem Groben bearbeitete Fläche damit zu schlichten oder glatt zu hobeln; der Glatthobel.
 
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Der Schlíchtmōnd, des -es, plur. die -e, bey den Lohgärbern, eine runde eiserne verstählte Scheibe mit einem Loche in der Mitte, die Felle auf der Fleischseite damit zu schlichten, d. i. glatt zu schaben: nach Oberdeutscher Art bey ihnen auch wohl der Schlichtmonden. S. Adelung Mond 2 1).
 
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Der Schlichtpinsel, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Mahlern, ein Pinsel, die dick aufgetragene Farbe damit aus einander zu treiben.
 
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Der Schlichtrahmen, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Lohgärbern, ein Rahmen, d. i. eine horizontale Latte auf zwey Stützen, worauf das Fell befestiget wird, wenn es mit dem Schlichtmonde geschlichtet werden soll.

[Bd. 3, Sp. 1530]



 
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Der Schlichtstahl, des -es, plur. die -stähle, bey den Drechslern in Bein u. s. f. ein Stahl, d. i. stählernes Werkzeug mit einer breiten Klinge, das Bein damit zu schlichten, d. i. glatt zu drehen.
 
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Der Schlick, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein besonders im Niederdeutschen übliches Wort, fetten, sehr zähen Schlamm zu bezeichnen. Daher Schlickgrund, der aus solchem Schlamme bestehende Grund des Meeres, Schlickland, ein niedriges, aus dem Schlamme, welchen das Meer zur Zeit der Fluth zurück läßt, entstandenes Land, der Schlickfänger, ein kleiner Damm außerhalb des Deiches, den Schlick oder Schlamm zur Zeit der Fluth damit aufzufangen, und dadurch Land zu gewinnen, der Schlichtzaun, ein Zaun zu eben dieser Absicht u. s. f. Anm. Es ist von dem mehr Hochdeutschen Schlich nur in der Mundart verschieden, und gehöret mit demselben zu Schlack in schlackig.
 
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Der Schlicken-Thaler, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Thaler, welche die Grafen von Schlick in der ersten Hälfte des 16ten Jahrhundertes in dem Bergwerke zum Joachims-Thale in Böhmen prägen ließen.

 

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