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Schleusengêld bis Schleyern (Bd. 3, Sp. 1526 bis 1527)
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Artikelverweis Das Schleusengêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, dasjenige Geld, welches zur Unterhaltung einer Schleuse von den durchfahrenden Schiffen, oder andern Theilnehmern, gefordert und entrichtet wird; der Schleusenzoll, im mittlern Lat. Exclusagium.
 
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Der Schleusenmeister, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher einer Schleuse vorgesetzet ist, die Aussicht über dieselbe führet.
 
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Der Schleusenräumer, des -s, plur. ut nom. sing. an denjenigen Orten, wo die Abzüchte der Unreinigkeiten aus den Häusern

[Bd. 3, Sp. 1527]


oder unter dem Gassenpflaster Schleusen heißen, Personen, welche das Räumen oder die Reinigung derselben besorgen.
 
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Die Schleye, S. Adelung Schleihe.
 
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Der Schleyer, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Eigentlich, eine Art der Tracht, besonders des andern Geschlechtes, welche aus einem locker gewebten Zeuge bestehet, welcher auf mancherley Act über den Kopf geschlagen wird, entweder das Gesicht allein, oder auch den Oberleib, ja oft den ganzen Leib zu verhüllen. In den Morgenländern ist der Schleyer eine gewöhnliche Tracht des andern Geschlechtes, in den Abendländern ist er sehr aus dem Gebrauche gekommen, und nur noch in einigen Fällen, besonders bey einer tiefen Trauer üblich, wo aber der Nahme im gemeinen Leben schon ungangbar zu werden anfängt, indem man einen solchen Trauerschleyer häufig einen Flor nennet. Dich rufen junge Wittwen an, im hochbetrübten Schleyer, Raml. Figürlich, dasjenige, was uns eine Sache verbirgt. Der Wahrheit den Schleyer entreißen. 2) Ein lockeres und leichtes Gewebe, aus klarem Garne, durch welches man sehen kann; vielleicht weil es ehedem am häufigsten zu Schleyern gebraucht worden, und wovon man so wohl Schleyerflor, als Schleyerleinwand hat.
   Anm. Im Nieders. Slijer, Sligger, im Schwed. Sloya, im Böhm. Sslogjr. Die letzte Sylbe ist die Ableitungssylbe -er, welche ein Werkzeug, ein Subject bedeutet. Die erste Sylbe scheinet die Bedeutung des Bedeckens, des Verhüllens, zu haben, und würde alsdann zu schlagen gehören, welches unter seinen vielen Bedeutungen auch diese gar wohl verstattet, wie unter andern aus der Bedeutung des hohlen Raumes in Schlauch, Schlucht u. s. f. erhellet. (S. auch Schleyern 2.) Indessen kann auch die lockere, herab hangende, schlaffe Beschaffenheit des Schleyers der Grund seiner Benennung seyn, (S. Schlackig.) In einigen Ober- und Niederdeutschen Gegenden heißt der Schleyer Weiler, Nieders. Feyle, welches zu dem Lat. Velum und unserm Fell gehöret.
 
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Die Schleyereule, plur. die -n, ein Nahme der gemeinen Kircheule, weil sie einen sehr merklichen weißen Strich um die Augen in Gestalt eines Schleyers hat; Ulula Aluco Klein.
 
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Die Schleyerfrau, plur. die -en, an denjenigen Orten, wo die Schleyer noch häufiger getragen werden, eine Art Putzmacherinnen, welche die Schleyer aller Art verfertigen.
 
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Die Schleyerkappe, plur. die -n, eine Kappe des andern Geschlechtes, welche das ganze Gesicht, wie ein Schleyer verhüllet. Auch wohl eine Kappe von Schleyer, der so genannten Art Zeuges.
 
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Das Schleyerlêhen, des -s, plur. ut nom. sing. ein Lehen, welches auch auf den Schleyer, d. i. das weibliche Geschlecht, fällt; das Kunkellehen, Weiberlehen.
 
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Die Schleyermeise, plur. die -n, eine Art Meisen mit einer weißen Platte auf dem Kopfe in Gestalt eines Schleyers; vielleicht eben die, welche auch Haubenmeise oder Häubelmeise genannt wird.
 
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Schleyern, verb. reg. act. 1) Im Bergbaue und bey den Wasserkünsten wird der Kolm oder Kolben geschleyert, wenn er mit Lumpen umwunden wird, damit er desto genauer in die Röhre passe und die Luft abhalte; wo die erste eigentliche Bedeutung des Bedeckens, Bekleidens sehr merklich hervorsticht. 2) In engerer Bedeutung, mit einem Schleyer verhüllen. Eine Braut schleyern. Cythere schleyert sich in eine schwarze Binde, Günth. Jemanden einen Affen schleyern, ihm etwas aufheften.

 

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