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Schlêppkübel bis Schleunig (Bd. 3, Sp. 1525)
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Artikelverweis Der Schlêppkübel, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Kübel im Bergbaue, welche auf flachen aber nicht senkrecht gehenden Schächten gebraucht wird, weil er auf der einen Fläche des Schachtes gleichsam schleppet.
 
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Das Schlêppnètz, des -es, plur. die -e, ein Netz der Fischer, welches im Ziehen auf dem Grunde des Wassers hinschleppet. S. Adelung Schleppsack.
 
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Der Schlêppriegel, des -s, plur. ut nom. sing. an den Deutschen Cassen-Schlössern, der große Riegel, welcher die übrigen in Bewegung setzet.
 
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Der Schlêppsack, des -es, plur. die -säcke. 1. Eigentlich, ein schleppender Sack, besonders bey den Fischern, wo es ein Fischnetz in Gestalt eines Sackes ist, welches auf dem Grunde fortgezogen wird, die Tiefen auszufischen; Franz. la Drague, von dem Nieders. trecken, ziehen. 2. Figürlich. 1) Eine träge, nachlässig und schmutzig gekleidete weibliche Person, welcher die Röcke aus Nachlässigkeit gleichsam auf der Erde schleppen; in welcher Bedeutung es besonders im Niedersächsischen üblich ist. 2) Eine verächtliche weibliche Person, mit welcher sich jemand schleppet, d. i. in einer verächtlichen Verbindung mit derselben lebet.
 
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Das Schlêppseil, des -es, plur. die -e, in der Seefahrt, dasjenige Tau, womit ein Schiff in manchen Fällen durch die Schaluppe fortgeschleppet oder gezogen wird.
 
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Der Schlêppstrang, des -es, plur. die -stränge, im Bergbaue, Stränge oder Seile, Lasten damit fortzuschleppen.
 
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Das Schlêpptau, des -es, plur. die -e, in dem Wallfischfange, dasjenige Tau, womit der getödtete Wallfisch an das Schiff geschleppet oder gezogen wird.
 
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Der Schlêpptrog, des -es, plur. die -tröge, im Bergbaue, ein Schleppkasten in Gestalt eines Troges.
 
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Die Schleuder, Schleudern, S. Adelung Schläuder u. s. f.
 
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Schleuen, verb. reg. act. ein vorzüglich bey den Fleischern übliches Wort, besonders in dem zusammen gesetzten ausschleuen; die Därme ausschleuen oder schleuen, sie mit Wasser ausspülen; wohl ausgeschleute Därme. Es ist eine unmittelbare Nachahmung des Lautes, und mit schlauchen und ausschlauchen, welches in andern Fällen in ähnlichem Verstande gebraucht wird, verwandt.
 
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Schleunig, -er, -ste, adj. et adv. welches eine Eigenschaft der Bewegung ausdruckt, da sie in kurzer Zeit einen großen Raum zurück leget, so wie schnell und geschwinde. 1) * Eigentlich, von einer geschwinden oder schnellen Bewegung, in welchem Verstande es doch im Hochdeutschen ungewöhnlich ist; aber in einigen Oberdeutschen Gegenden sagt man, schleunig gehen, für geschwinde, hurtig, die schleunige Post, die geschwinde. 2) In weiterer und gewöhnlicherer Bedeutung, eine Eigenschaft solcher Handlungen, welche ohne merklichen Zwischenraum der Zeit, d. i. ohne Aufschub, vorgenommen werden; wo es doch den Begriff des Unerwarteten

[Bd. 3, Sp. 1526]


nicht bey sich hat, der mit plötzlich verbunden ist. Meine Freundschaft verbindet mich, ihnen schleunig Nachricht davon zu geben, ohne Aufschub, so bald als möglich. Jemanden auf das schleunigste antworten, zu Hülfe kommen, ihm eine schleunige Antwort ertheilen. Einen Bothen schleunig abfertigen. Ein schleuniger Tod. Sich schleunig aus dem Staube machen. Jemanden schleunig auf den Hals kommen.
   Anm. Im Nieders. slünig. Die letzte Sylbe ist die Ableitungssylbe -ig; es kommt hier also nur auf das Wort Schleun oder Schlaun an. Frisch sagt, daß das Daseyn dieses Wortes noch nicht erwiesen sey. Allein in Baiern und der Oberpfalz ist das Zeitwort schlaunen noch völlig gangbar, wo es fortrücken, fortgehen bedeutet, und zugleich das Stammwort von schlendern ist. Die Sache schlaunet nicht, ist daselbst figürlich, es will nicht mit ihr fort, sie kommt nicht von der Stelle; es schlaunt nicht, nach einer andern Figur, es häuft sich nicht, in Obersachsen, es fleckt nicht. Ohne Ableitungssylbe ist bey dem Ottfried mit dem verwandten m sliumo schleunig. Es ist eine unmittelbare Nachahmung des Lautes einer geschwinden gleichförmigen Bewegung und mit Schleim, schlau und andern nahe verwandt. Das Hauptwort die Schleunigkeit ist im Hochdeutschen unbekannt, indem dafür Geschwindigkeit üblich ist.

 

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