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Schleißenkiefer bis Schlêndern (Bd. 3, Sp. 1522)
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Artikelverweis Die Schleißenkiefer, plur. die -n, S. Schleißenbaum.
 
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Der Schleißenschnitzer, des -s, plur. ut nom. sing. ein an der Spitze gekrümmtes Messer mit einem dicken Rücken, die Schleißen oder Leuchtspäne damit zu schleißen, d. i. zu spalten.
 
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Der Schleißenstamm, des -es, plur. die -stämme, ein zu Schleißen dienlicher, zu Schleißen bestimmter Stamm.
 
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Der Schleißenstock, des -es, plur. die -stöcke, in den Gegenden, wo sich die gemeinen Leute der Schleißen zum Leuchten bedienen, ein an einem Ende mit Eisen beschlagener Stock, die Schleiße darein zu stecken.
 
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Die Schleißfêder, plur. die -n, die stärkern Federn, welche geschlissen werden müssen, wenn man sie in den Federbetten gebrauchen will; zum Unterschiede von den Flaumfedern.
 
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Das Schleißholz, des -es, plur. inus. zu Schleißen dienliches Holz. Besonders ist das Holz des Kienbaumes in einigen Gegenden unter diesem Nahmen bekannt.
 
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Die Schleißzwiebel, plur. die -n, in einigen Gegenden ein Nahme der Winterzwiebeln, weil sie sich oben zu schleißen oder zu spalten pflegen; Spaltzwiebel.
 
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Schlêmmen, S. Adelung Schlämmen.
 
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Der Schlênder, des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte schlendern. 1) Ein schlendernder Gang; wo es doch eigentlich nicht gewöhnlich ist, wohl aber zuweilen figürlich für Schlendrian, d. i. die Fertigkeit zu Handlungen einer Art ohne Bewußtseyn der Bestimmungsgründe, das Herkommen; Nieders. Slender, am Niederrheine der Schlaun. Man lasse ihn nach dem Schlenter (Schlender) so vieler beliebter Künstler nach der Mode zeichnen, Geßn. 2) In einigen Oberdeutschen Gegenden, z. B. zu Wien, auch im Niedersächsischen, ist Schlender, so wie Schlumper, ein Schleppkleid des weiblichen Geschlechtes.
 
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Der Schlêndergang, des -es, plur. inus. 1) Ein schlenderhafter, schlendernder Gang. Seinen Schlendergang gehen. 2) Wie Schlender 1 und Schlendrian. Dem alten Schlendergange folgen. S. Adelung Schlendrian.
 
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Schlêndern, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte seyn, bey einigen mit haben, langsam, träge und gedankenlos einher gehen; Nieders. slendern, in einigen Oberdeutschen Gegenden schlenzen, im Mecklenb. sleusen, im Osnabrück. sluren, im Brem. keyern. Allein ich schlentre (schlendre) mit, Haged. Sie waren ohngefähr eine Meile fortgeschlendert.
   Indessen mag er (der Pegasus) doch um deine Tafel schlendern,
   Günth.
   Wenn mit Bacchus oder Cypria
   Ich den Scherz im Nachtrock schlendern sah,
   Götting. Musen-Alman. 1776. So auch das Schlendern.
   Anm. Im Schwed. slentra, welches aber auch überhaupt müßig seyn und müßig gehen bedeutet, wo auch slens müßig ist, im Franz. lanterner, ohne Zischlaut. Es ist das Iterativum oder Intensivum von einem veralteten slenden, welches ein Ausdruck der trägen, gedankenlosen Bewegung ist, und wohin, wenn man den Zischlaut wegnimmt, auch das Lat. lentus gehöret. Im Holländ. ist slindern kriechen. Die Schreibart schländern läßt sich mit nichts vertheidigen, so wie schlentern wider die allgemeine Aussprache

[Bd. 3, Sp. 1523]


streiket, zu geschweigen, daß das t auch der Sache selbst nicht angemessen ist.

 

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