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Schleimdrüse bis Schleiße (Bd. 3, Sp. 1520 bis 1521)
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Artikelverweis Die Schleimdrüse, plur. die -n, gewisse Drüsen in dem menschlichen und thierischen Körper, welche den Schleim absondern; besonders in dem obern Theile der Nase.
 
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Schleimen, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. 1) Schleim verursachen, Schleim geben, von sich geben; als ein Neutrum. Die Graupen schleimen schon. Gewisse Speisen schleimen, wenn sie Schleim in dem Körper verursachen. 2) Von dem Schleime befreyen, reinigen. Schleihen, Aale, Schnecken schleimen. Die Kalbsgedärme schleimen. So auch das Schleimen.
 
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Das Schlēimhārz, des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, ein harziges Gummi, welches sich in einen Schleim auflösen läßt, Gummi resinae; dergleichen die Myrrhe, das Bdellium, der stinkende Asand u. s. f. sind.
 
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Die Schleimhaut, plur. die -häute, die mit den Schleimdrüsen versehene pergamentene Haut, mit welcher der Nasenknorpel inwendig überzogen ist.
 
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Schleimig, -er, -ste, adj. et adv. Schleim enthaltend, von sich gebend.
 
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Die Schleim-Kolik, plur. von mehrern Arten, die -en, eine Kolik, welche von angehäuftem Schleime in den Gedärmen entstehet.
 
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Das Schleimpflaster, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Ärzten, ein aus allerley Gummi-Arten und Schleim von Samen zubereitetes Pflaster; Diachylon, Emplastrum diapalmae.
 
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Der Schleimpfropfen, des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, ein schleimiges Gewächs, welches sich bald an die Fasern des Herzens, bald in der Nase ansetzet, und zu den Polypen gehöret.
 
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Der Schleimstein, des -es, plur. die -e. 1) Eine Art weißlicher Steine, welche schlüpfrig, wie ein Schleim anzufühlen

[Bd. 3, Sp. 1521]


sind. 2) Auch die Krebssteine führen zuweilen diesen Nahmen, weil sie aus einem Schleime entstehen sollen.
 
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Der Schleißbaum, des -es, plur. die -bäume, in einigen Gegenden ein Nahme des Kienbaumes, weil sein fettes Holz häufig zu leuchtenden Schleißen gebraucht wird; die Schleißkiefer. S. Adelung Fichte.
 
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Die Schleiße, plur. die -n, von dem Zeitworte schleißen. 1) Dünne lange geschliffene oder gespaltene Späne führen sehr häufig den Nahmen der Schleißen; von welcher Art besonders die aus dem Holze des Kienbaumes gerissenen Späne sind, deren sich die gemeinen Leute auf dem Lande und nahe an holzreichen Wäldern anstatt der Lichte und der Fackeln bedienen; Leuchtspane. Im mittlern Lat. Esclichium, Franz. Èclisse. 2) Die abgezupften oder geschabten Fäden, deren sich die Wundärzte zu den Wunden bedienen, werden in manchen Gegenden gleichfalls Schleißen genannt. In andern heißen sie Meißeln, (S. 1 Meißel,) gemeiniglich aber mit einem aus dem Französischen entlehnten Kunstworte Charpie. 3) In einigen Gegenden sind die Schleißen eine Art grober Nudeln, Böhm. Ssleyssky; vielleicht weil sie nur von dem Teige abgeschliffen oder abgerissen werden.

 

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