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Schleim bis Schleimstein (Bd. 3, Sp. 1520)
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Artikelverweis Der Schleim, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine zähe, leimige und schlüpfrige Feuchtigkeit, welche sich im Wasser ganz auflöset. Gummi-Schleim, zu einem solchen Schleime aufgelösetes Gummi, Gerstenschleim, Haferschleim u. s. f. Aus den meisten Arten des Samens läßt sich ein solcher Schleim ziehen. Zäher Schleim auf der Brust.
   Anm. Bey dem Ottfried Sloum, im Nieders. Sliem, im Angels. und Engl. Slime, im Schwed. Slem, welche aber auch Schlamm, dicke Hefen, bedeutet, im Böhm. Ssleim, im Pohln. Slina. Die zähe, glatte und schlüpfrige Beschaffenheit ist der Grund der Benennung, daher theils ohne Zischlaut, theils mit andern Endlauten, Leim, Kley, eine fette Erde, Schleihe, schleichen, schliefen u. s. f. zu dessen Verwandtschaft gehören. Das Intensivum davon ist Schlamm, bey welchem doch wegen des kurzen Vocales und verdoppelten m der Begriff der Schlüpfrigkeit sich verlieret.
 
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Der Schleimapfel, des -s, plur. die -äpfel, die einem Apfel ähnliche Frucht des Schleimapfelbaumes, Crataeva Marmelos L. deren Samen mit einem durchsichtigen schleimigen Safte angefüllet sind. Der Baum ist in Ostindien einheimisch.
 
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Die Schleimdrüse, plur. die -n, gewisse Drüsen in dem menschlichen und thierischen Körper, welche den Schleim absondern; besonders in dem obern Theile der Nase.
 
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Schleimen, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. 1) Schleim verursachen, Schleim geben, von sich geben; als ein Neutrum. Die Graupen schleimen schon. Gewisse Speisen schleimen, wenn sie Schleim in dem Körper verursachen. 2) Von dem Schleime befreyen, reinigen. Schleihen, Aale, Schnecken schleimen. Die Kalbsgedärme schleimen. So auch das Schleimen.
 
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Das Schlēimhārz, des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, ein harziges Gummi, welches sich in einen Schleim auflösen läßt, Gummi resinae; dergleichen die Myrrhe, das Bdellium, der stinkende Asand u. s. f. sind.
 
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Die Schleimhaut, plur. die -häute, die mit den Schleimdrüsen versehene pergamentene Haut, mit welcher der Nasenknorpel inwendig überzogen ist.
 
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Schleimig, -er, -ste, adj. et adv. Schleim enthaltend, von sich gebend.
 
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Die Schleim-Kolik, plur. von mehrern Arten, die -en, eine Kolik, welche von angehäuftem Schleime in den Gedärmen entstehet.
 
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Das Schleimpflaster, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Ärzten, ein aus allerley Gummi-Arten und Schleim von Samen zubereitetes Pflaster; Diachylon, Emplastrum diapalmae.
 
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Der Schleimpfropfen, des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, ein schleimiges Gewächs, welches sich bald an die Fasern des Herzens, bald in der Nase ansetzet, und zu den Polypen gehöret.
 
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Der Schleimstein, des -es, plur. die -e. 1) Eine Art weißlicher Steine, welche schlüpfrig, wie ein Schleim anzufühlen

[Bd. 3, Sp. 1521]


sind. 2) Auch die Krebssteine führen zuweilen diesen Nahmen, weil sie aus einem Schleime entstehen sollen.

 

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