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Schleifsel bis Schleimapfel (Bd. 3, Sp. 1519 bis 1520)
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Artikelverweis Das Schleifsel, des -s, plur. inus. die zarten Späne, welche im Schleifen harter Körper abgehen, und auch das Abschleifsel, Schleifspäne, im gemeinen Leben aber auch der Schliff genannt werden.
 
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Die Schleifspäne, sing. inus. S. das vorige.
 
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Der Schleifstein, des -es, plur. die -e, runde um ihre Achse bewegliche Steine, allerley Werkzeuge darauf zu schleifen, um sie so wohl scharf, als glänzend zu machen. Uneigentlich wird auch wohl ein Wetzstein zuweilen ein Schleifstein genannt.
 
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Die Schleiftrêppe, plur. die -n, S. Adelung Schleichtreppe.
 
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Der Schleiftrog, des -es, plur. die -tröge, das einem Troge ähnliche und mit Wasser angefüllte Gefäß, worin der Schleifstein um seine Achse beweglich ist.
 
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Der Schleifwg, des -es, plur. die -e, S. Adelung Schleichweg.
 
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Der Schleifzêhnte, des -n, plur. die -n, eine Art des Zehnten, oder zu zehnten, wo der Zehntherr seine Zehntgarbe nehmen kann, wo er will.
 
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Der Schleifzügel, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Zügel für junge Pferde.

[Bd. 3, Sp. 1520]



 
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Die Schleihe, plur. die -n, ein zu dem Karpfengeschlechte gehöriger eßbarer Flußfisch, dessen am Hintern befindliche Finne 25 Strahlen hat; Tinca L. Er hat kleine dem bloßen Auge fast unmerkbare Schuppen, ist aber dafür mit einem dicken Schleime überzogen.
   Anm. In einigen Gegenden Schleiche, in andern Schlein, Goldschlein, im Nieders. Slie, Sligger, im Norweg. und Dän. Slie, im Böhmischen ohne Zischlaut Lie; alle wegen seiner schleimigen, schlüpferigen Beschaffenheit, vermöge welcher er leicht aus der Hand schleicht. Die Schreibart Schleye läßt sich mit nichts rechtfertigen.
 
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Der Schleim, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine zähe, leimige und schlüpfrige Feuchtigkeit, welche sich im Wasser ganz auflöset. Gummi-Schleim, zu einem solchen Schleime aufgelösetes Gummi, Gerstenschleim, Haferschleim u. s. f. Aus den meisten Arten des Samens läßt sich ein solcher Schleim ziehen. Zäher Schleim auf der Brust.
   Anm. Bey dem Ottfried Sloum, im Nieders. Sliem, im Angels. und Engl. Slime, im Schwed. Slem, welche aber auch Schlamm, dicke Hefen, bedeutet, im Böhm. Ssleim, im Pohln. Slina. Die zähe, glatte und schlüpfrige Beschaffenheit ist der Grund der Benennung, daher theils ohne Zischlaut, theils mit andern Endlauten, Leim, Kley, eine fette Erde, Schleihe, schleichen, schliefen u. s. f. zu dessen Verwandtschaft gehören. Das Intensivum davon ist Schlamm, bey welchem doch wegen des kurzen Vocales und verdoppelten m der Begriff der Schlüpfrigkeit sich verlieret.
 
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Der Schleimapfel, des -s, plur. die -äpfel, die einem Apfel ähnliche Frucht des Schleimapfelbaumes, Crataeva Marmelos L. deren Samen mit einem durchsichtigen schleimigen Safte angefüllet sind. Der Baum ist in Ostindien einheimisch.

 

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