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Schlangenzunge bis Schlarfen (Bd. 3, Sp. 1506 bis 1508)
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Artikelverweis Die Schlangenzunge, plur. die -n. 1. Eigentlich, die spitzige Zunge der Schlange. 2. Figürlich. 1) Eine Pflanze, wegen der gelben gekerbten Spitze an den Stielen, woran sich die Blüthen und Fruchtknöpfchen befinden; Ophioglossum L. Matterzunge, Matterzünglein. 2) Eine Versteinerung, welche ehedem für versteinerte Schlangenzungen gehalten worden, aber vermuthlich versteinerte Zähne des Hayfisches oder Carcharias sind; Glossopetrae, Odontopetrae, Matterzünglein.
 
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Der Schlangenzwang, des -es, plur. inus. S. Adelung Schlangengras.
 
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Schlank, -er, -este, adj. et adv. lang, dünn und biegsam; geschlank. Schlank von Gliedern. Schlanke Arme, Füße u. s. f. Schlanke Kräuter durchirren das Gras mit zarten Ästen, Geßn. Sieh, wie die große Eiche die schlanken Äste umher trägt, und kühlen Schatten ausstreut, ebend.
   Nieders. slank; es gehöret zu schlingen und Schlange, und druckt die mit der Länge verbundene Biegsamkeit aus.

[Bd. 3, Sp. 1507]



 
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Schlänkern, S. Adelung Schlenkern.
 
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* Schlapp, -er, -este, adj. et adv. welches aus der Niederdeutschen Mundart herstammet, und nur in den gemeinen Sprecharten für schlaff üblich ist, S. dasselbe.
 
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Die Schlappe, plur. die -n, ein Wort, welches eigentlich einen laut schallenden Schlag bedeutet, welche Bedeutung das Englische Slap noch hat. Im Niederdeutschen druckt man den klatschenden Schall eines Schlages noch mit Schlapp aus, und eben daselbst ist Schlappe auch eine Maulschelle. Dem Lateinischen Alapa fehlet nur der Zischlaut, so wie auch klappen damit verwandt ist. (Siehe 1 Schlaf.) Im Hochdeutschen ist es in der eigentlichen Bedeutung veraltet, man gebraucht es nur noch zuweilen figürlich von einem empfindlichen Verluste. Eine Schlappe bekommen, einen empfindlichen Verlust leiden. Den feindlichen Truppen eine Schlappe versetzen oder beybringen. Sich von einer Schlappe erhohlen. Die Schlappe, in einigen Gegenden eine Art der Kopftracht, S. in Schleppe.
 
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Schlappen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welche eine unmittelbare Onomatopöie ist, aber nur in den niedrigen Sprecharten gebraucht wird, theils als ein Intensivum von schlabben, schlabbern, mit ausgeschlagener Zunge ungeschickt hinein schlürfen, wie schlampen; ohne Zischlaut, Engl. to lap, Franz. labber, Griech. λαττειν; theils aber auch von einer Art des nachlässigen Ganges mit Pantoffeln, so daß man diese im Gehen gleichsam unter und hinter sich her schleifet.
 
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* Die Schlappheit, Schlappigkeit, plur. inus. der Zustand, da ein Ding schlapp ist; wofür doch Schlaffheit der anständigern Sprecharten angemessener ist.
 
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Der Schlaráffe, des -n, plur. die -n, eine Person, welche ihr Leben in einem hohen Grade des trägen Müßigganges zubringet, welche sich einer wollüstigen und üppigen Muße widmet; in welchem Verstande es noch hin und wieder üblich ist, und von beyden Geschlechtern gebraucht wird. Pictorius erkläret Schlauraff durch einen sehr schläfrigen Menschen, und Gobler im Rechtsspiegel durch einen müßigen Menschen in einer Stadt. Daher Schlaraffenland, ein erdichtetes Land, dessen Einwohner ihr Leben in der wollüstigsten und trägesten Muße zubringen, welcher Ausdruck durch Brands Narrenschiff und Mori Vtopiam vorzüglich gangbar gemacht worden. Hans Sachs schreibt schon 1530 unter dem Nahmen Schlauraffenland ein Gedicht, welches sich mit diesen Worten endiget:
   Wer also lebt wie obgenandt,
   Der ist gut ins Schlauraffenland,
   Das von den Alten ist erdicht,
   Zur Straff der Jugend zugericht,
   Die gewönlich faul ist und gefreßig,
   Ungeschickt, heiloß und nachleßig u. s. f. In weiterer Bedeutung verstehet man unter einem Schlaraffen eine Person, welche in einem hohen Grade das Gegentheil von demjenigen ist und thut, was andere vernünftige Menschen sind und thun.
   Wann her, wann her, (woher?) ihr Schlauraffen,
   Das ir das Hinter kert herfür?
   Hans Sachs. Die letzte Hälfte dieses dunkel scheinenden Wortes ist, nach Frischens Vermuthung, unser Affe, welches in mehrern Zusammensetzungen eine Art eines Scheltnahmens ist, wie Maulaffe, Zieraffe u. s. f. Die erste Hälfte Schlar, ehedem Schlaur, scheinet von dem Nieders. sluren abzustammen, welches liederlich verschleißen, nachlässig mit seinen Sachen umgehen, schlottern, bedeutet.
 
Artikelverweis Die
Schlarfe, plur. die -n, im gemeinen Leben, ein Nahme leichter, weiter Pantoffeln, ohne Hinterstücke, welche nur den vordern

[Bd. 3, Sp. 1508]


Theil des Fußes bedecken, von dem schlarfenden Laute, welchen sie im Gehen machen. Nieders. Slurre, Slarre, Sluske. S. auch Latsche.
 
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Schlarfen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, auch nur im gemeinen Leben, als eine unmittelbare Nachahmung des Lautes, von welcher Art der ist, wenn man Pantoffeln ohne Hinterstücke, oder eingetretene Schuhe im nachlässigen Gange auf dem Boden gleichsam unter sich her schleifet; in einigen Gegenden schlurfen. Im Gehen schlarfen, die Füße nicht recht aufheben. Nieders. slarren, slurren, slusken.

 

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