Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Schlangeney bis Schlangenlinie (Bd. 3, Sp. 1505 bis 1506)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Das Schlangeney, des -es, plur. die -er. 1) Die Eyer der Schlangen. 2) S. Adelung Schlangenauge.
 
Artikelverweis 
Der Schlangengang, des -es, plur. die -gänge, in den Gärten, hin und wieder, nach einer Schlangenlinie gekrümmte Heckengänge.
 
Artikelverweis 
Das Schlangengras, des -es, plur. inus. ein Nahme des wilden Krähenfußes, welcher auf den Wiesen und ungebaueten Orten wächst, und wider den Biß der Schlangen gelobt wird, daher es auch Schlangenzwang heißt.
 
Artikelverweis 
Die Schlangengurke, plur. die -n, eine Art Gurken, welche vier bis fünf Fuß lang wird, vorn einen Kopf wie eine Schlange hat, und mit dem einem Schwanze ähnlichen Ende an den Reben hängt.
 
Artikelverweis 
Das Schlangenhaar, des -es, plur. inus. oder die Schlangenhaare, sing. inus. aus Schlangen bestehende Haare, mit welchen man in der Fabel den Kopf der Medusa und die Furien vorstellet.
   Tobt, Eumeniden, schlingt das Schlangenhaar
   Fest um mein Herz,
   Weiße.
   Der Krieg und die Zwietracht
   Mit dem Schlangenhaar hauseten hier,
   Zach.
 
Artikelverweis 
Das Schlangenhaupt, des -es, plur. die -häupter. 1) Das Haupt einer Schlange; der Schlangenkopf. 2) Figürlich und ohne Plural, ein Nahme der wilden Ochsenzunge, wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt des Samens, daher sie auch Matterkraut genannt wird.
 
Artikelverweis 
Das Schlangenholz, des -es, plur. inus. 1) Das Holz eines Gewächses auf der Insel Ceylon, welches bitter ist, eine den Schweiß treibende Kraft hat, und daher wider den Biß giftiger Thiere gebraucht wird; Ophioxylon L. 2) Das Holz eines andern Ostindischen Baumes, welcher eine Art der Krähenaugen ist; Strychnos Colubrina L. Seine Wurzel wird gleichfalls wider alle Arten des Giftes gebraucht, und in den Apotheken anstatt des folgenden wahren Schlangenholzes gegeben. 3) Dieses wahre Schlangenholz, welches doch unter dem Nahmen der Schlangenwurzel am bekanntesten ist, ist die holzige Wurzel eines Ostindischen Gewächses, welche als das kräftigste Mittel wider den Biß der Brillenschlange gebraucht wird; Ophiorhiza Mungos L.
 
Artikelverweis 
Der Schlangenknoblauch, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme des Graslauches, oder der Rocambole, Allium Scorodoprasum L.
 
Artikelverweis 
Das Schlangenkraut, des -es, plur. inus. 1) Eine Art des Arums, welches diesen Nahmen wegen des gescheckten, mit grünlichen oder dunkelrothen Flecken besetzten Stängels hat, welcher dem Rücken einer gesprengten Schlange gleicht; Arum Dracunculus L. Es ist in dem mittägigen Europa einheimisch. 2) Ein Nahme des Draguns; Artemisia Dracunculus L. 3) Auch des Bärlappens; Lycopodium clavatum L.
 
Artikelverweis 
Die Schlangenkrone, plur. die -n, vorgegebene beinerne Kronen einer Art von Schlangen, welche aber bloß die hintersten, der Wurzel beraubten, vielspitzigen Zähne einer Kuh sind, die von

[Bd. 3, Sp. 1506]


dem großen Haufen für Schlangenkronen gehalten, und zu allerley Aberglauben gebraucht werden.
 
Artikelverweis 
Die Schlangenlinie, (fünfsylbig) plur. die -n, eine Linie, welche der wellenförmigen Biegung einer Schlange im Kriechen gleicht, d. i. eine aus mehrern Halbzirkeln oder krummen Linien bestehende Linie, wovon wechselsweise der erhabene Theil bald nach oben, bald nach unten zu gerichtet ist.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: