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Schlammpfanne bis Schlangengang (Bd. 3, Sp. 1503 bis 1505)
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Artikelverweis Die Schlammpfanne, plur. die -n, Dimin. das Schlammpfännchen, in den Salzkothen, kleine, flache Pfannen, welche in die großen gesetzt werden, wenn das Salz anfängt zu körnen, damit der Schlamm sich hinein setze.
 
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Der Schlámmschlích, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, im Bergbaue, das gepochte und rein gewaschene Erz, der aus dem Schlämmen erhaltene Schlich.
 
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Der Schlammstein, das -es, plur. auch nur von mehrern Arten, die -e, eben daselbst, die geschlämmten, oder zum Schlämmen bestimmten Zinnzwitter.
 
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Das Schlammwêrk, des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden, ein Nahme derjenigen Anstalt, wo man die in dem Schlamme der Füsse enthaltenen Goldkörner durch Schlämmen

[Bd. 3, Sp. 1504]


oder Waschen zu erhalten sucht; das Seifenwerk, die Goldwäsche.
 
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Schlampen, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, und eine Onomatopöie ist, wodurch eine doppelte Handlung mit ihrem eigenthümlichen Laute ausgedruckt wird. 1) Flüssige Dinge mit vollem Munde und ausgeschlagener Zunge hinein schlingen, in welchem Verstande es vornehmlich von den Hunden gebraucht wird. Daher die Schlampe oder das Geschlampe, eine Brühe für die Hunde, welche man sie ausschlampen läßt, und im verächtlichen Verstande, eine unreinlich zubereitete oder kraftlose wässerige Speise für Menschen. Der Form nach ist es das Intensivum von 2 schlämmen, und das Stammwort von dem schon dort angeführten Niedersäch. schlampampen, figürlich, schlämmen, prassen. Dem Latein. lambere fehlet nur das intensive sch. 2) Herab hängen und dabey schlotterig seyn, und auf eine solche Art, mit zerrissenen, beschmutzten Kleidern einher gehen; auch nur in den niedrigen Sprecharten. Schwedisch slampa. Daher die Schlampe, in den niedrigen Sprecharten, ein in ihrer Kleidung und Betragen liederliches Weibsbild, welches man mit einem andern Vocal auch eine Schlumpe nennet. Unser Lumpe und das Französ. Lambeau sind nahe damit verwandt. Nach einer andern Figur ist im gemeinen Leben schlampig Wetter kothiges, da man sich leicht beschlampet, oder im hohen Grade beschmutzet. S. Adelung Schlamm.
 
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Die Schlange, plur. die -n. 1. Ein Amphibium, welches weder Füße noch Floßfedern hat, sondern sich vermittelst einer wellenförmigen Bewegung und der Schuppen, Schilde oder Ringe, womit es bedeckt ist, auf der Erde fortbewegt. Man hat deren verschiedene Arten, wohin die Wasserschlangen, Hausschlangen, Feldschlangen, Klapperschlangen, Schießschlangen, Mattern, Vipern u. s. f. gehören. Sich krümmen und wenden wie eine Schlange. So listig wie eine Schlange. Eine Schlange in seinem Busen nähren, einen Feind unter der äußern Gestalt eines Freundes begünstigen. 2. Figürlich, wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt. 1) Eine kupferne Röhre in dem Kühlfasse der Branntweinbrenner, welche sich mehrere Mahle in dem Fasse herum schlängelt, den Branntwein abzukühlen. 2) Eine Art des schweren Geschützes, entweder von dem ehedem darauf gegossenen Bilde einer Schlange, oder von der in Gestalt eines Schlangenkopfes geformten Mündung, oder auch von dem im Deutschen veralteten, aber noch im Englischen üblichen to sling, schläudern, Schwed. slå, slänka, (S. schlerkern,) weil dieses Geschütz an die Stelle der ehemahligen großen Schläudern getreten ist. (Siehe Feldschlange.) 3) In der biblischen Schreibart ist die alte Schlange eine Benennung des Teufels.
   Anm. Im Nieders. Slange. Dieses Thier hat seinen Nahmen von seiner wellenförmigen Bewegung und der großen Biegsamkeit und Geschmeidigkeit seines langen und dünnen Körpers, daher derselbe als ein naher Verwandter von dem folgenden schlängeln, von schlank, sich schlingen, lenken u. s. f. anzusehen ist. Im Niedersächsischen wird eine Schlange auch Schnake oder Snake genannt, welches von dem veralteten schnaken, kriechen, Angels. snican, herstammet.
 
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Schlängeln, verb. reg. act. welches das Diminutivum oder Iterativum des veralteten schlangen, jetzt schlingen ist, und so wie dieses als ein Reciprocum gebraucht wird; sich schlängeln, sich in mehrern und kleinen Schlangenlinien fortbewegen. Die Blitze schlängeln sich nicht durchs schwarze Gewölk, Geßn. Quellen, die durch blumige Wiesen sich schlängeln, ebend. Daher das Schlängeln.
 
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Das Schlangenauge, des -s, plur. die -n, eine unten ausgehöhlte, oben aber runde, oder länglich runde, und mit einem

[Bd. 3, Sp. 1505]


runden Flecken in Gestalt eines Auges, gezeichnete Versteinerung, welche man irrig für versteinerte Schlangenaugen gehalten hat. Andere nennen sie Schlangeneyer, Froschsteine und Krötensteine, und leiten sie von diesen Thieren her. Dem Jussieu zu Folge sind es die versteinerten Zähne des Brasilianischen Seefisches le Grondeur, nach andern die Zähne des Meerwolfes und einiger Brachsmen, und nach noch andern eine besondere Art Schiniten. Die kleinste Art derselben werden Schwalbensteine genannt.
 
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Der Schlangenbalg, des -es, plur. die -bälge, die abgestreifte Haut einer Schlange; die Schlangenhaut.
 
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Das Schlangeney, des -es, plur. die -er. 1) Die Eyer der Schlangen. 2) S. Adelung Schlangenauge.
 
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Der Schlangengang, des -es, plur. die -gänge, in den Gärten, hin und wieder, nach einer Schlangenlinie gekrümmte Heckengänge.

 

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