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Schlammbeißker bis Schlammig (Bd. 3, Sp. 1502 bis 1503)
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Artikelverweis Der Schlammbeißker, besser Schlammbeißer, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art der Beißker, welche sich in den Schlamm der Teiche und Flüsse hinein wühlet, und daselbst ihren Aufenthalt hat; zum Unterschiede von dem Steinbeißer.
 
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Schlammen, verb. reg. neutr. mit haben, Schlamm geben oder verursachen.
 
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1. Schlämmen, verb. reg. act. 1) Von einem gepülverten Körper das zarte Pulver durch öfters aufgegossenes und abgeseihetes Wasser von dem gröbern absondern. Asche, Sand schlämmen. Geschlämmter Sand, die auf solche Art erhaltenen kleinsten Theile des Sandes. Auch das Schlämmen der Bergleute ist davon nicht unterschieden. Erz schlämmen, von den gepochten Gängen das gute Erz durch Wasser von dem tauben Gesteine absondern. Entweder zunächst von Schlamm, weil der gepülverte Körper hier mit Wasser in einen wahren Schlamm verwandelt wird; oder auch überhaupt, als eine Onomatopöie, mit Wasser hantieren, da denn Schlamm von diesem Zeitworte abstammen würde. Wenn die Mäurer eine Wand zum ersten Mahle weißen, so nennen sie es schlämmen.
   2) Von dem Schlamme reinigen, befreyen. Einen Teich schlämmen. In den Zusammensetzungen anschlämmen, verschlämmen, bedeutet es mit Schlamme anfüllen. Daher das Schlämmen, und, obgleich seltener, die Schlämmung.
 
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2. Schlämmen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, im Genusse der Speise und des Getränkes die Grenzen der Rothdurft auf eine grobe Art überschreiten, im Genuß der Speise und des Trankes im hohen Grade unmäßig und üppig seyn. Sey nicht ein Prasser und gewöhne dich nicht zum Schlemmen (Schlämmen,)

[Bd. 3, Sp. 1503]


Sir. 18, 32. Das Schlemmen der Pranger soll aufhören, Amos 6, 7.
   Ein berühmter Held im Fressen,
   Den das Schlämmen aufgeschwellt,
   Haged. So auch das Schlämmen.
   Anm. Im Nieders. slömmen, im Schwed. slemma, im Pohln. slammowac. Ohne Zweifel als eine Onomatopöie des Schlingens, welches so wie Schlund nur im Endlaute verschieden ist. Im gemeinen Leben einiger Gegenden ist auch das intensive schlampen, und im Niedersächsischen das durch Verdoppelung noch mehr verstärkte schlampampen üblich. S. Adelung Schlampen.
 
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1. Der Schlämmer, des -s, plur. ut nom. sing. von 1 schlämmen, derjenige, welcher schlämmet; besonders im Hüttenbaue, wo diejenigen Knaben diesen Nahmen führen, welche das Schlämmen des Erzes verrichten.
 
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2. Der Schlämmer, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Schlämmerinn, von 2 schlämmen, eine Person, welche schlämmet, bey welcher das Schlämmen zur Fertigkeit geworden ist. Nieders. Slömer, Schlampamper.
 
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Die Schlämmerēy, plur. die -en, von 2 schlämmen, das Schlämmen, ein hoher Grad der Unmäßigkeit und Üppigkeit im Genuß der Speise und des Getränkes.
   Weil er in Schlämmerey viel Geld und Gut verpraßt,
   Canitz. Schwed. Slemmeri, Isländ. Slaembi.
 
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Der Schlammfisch, des -es, plur. die -e, eine allgemeine Benennung aller derjenigen Fische, welche sich gewöhnlich in dem Schlamme der Teiche und Bäche aufhalten; zum Unterschiede von den Raubfischen und Weide- oder Futterfischen.
 
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Der Schlämmgraben, des -s, plur. die -gräben, im Bergbaue, ein fast viereckter hölzerner Kasten, worin das Erz geschlämmet wird.
 
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Der Schlámmhrd, des -es, plur. die -e, eben daselbst, der Herd bey den Zwitterwerken, worauf der Schlammstein geschlämmet wird.
 
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Schlammig, -er, -ste, adj. et adv. Schlamm enthaltend, Schlammiges Wasser. Ein schlammiger Fluß. Schlammicht würde nur dem Schlamme ähnlich bedeuten.

 

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