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Schlāgflúß bis Schlagnagel (Bd. 3, Sp. 1500 bis 1501)
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Artikelverweis Der Schlāgflúß, des -sses, plur. die -flüsse, ein plötzlicher und oft tödtlicher Verlust der innern und äußern Sinne und der willkührlichen Bewegung der Muskeln, wobey, wenn der Kranke nicht sogleich todt bleibt, der Puls stark und oft ungleich, das Athemhohlen aber mit einem Geräusche vor sich gehet; Apoplexia, der Schlag. Einen Schlagfluß bekommen. Fluß heißt diese Krankheit, entweder wegen ihres plötzlichen Anfalles, oder auch, weil sie eigentlich aus einer Ergießung der flüssigen Theile des Körpers herrühret. Die erste Hälfte ist, wie schon bey Schlag bemerket worden, eine Nachahmung des Griechischen Nahmens, der seinen Grund gleichfalls in dem plötzlichen und tödtlichen Anfalle hat. Ehedem hieß diese Krankheit der Gächtodt, der Tropf, bey dem Rotker Gutte.
 
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Schlaggíg, S. Adelung Schlackig.
 
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Das Schlaggold, des -es, plur. car. von schlagen, knallen, ein mit sauren Geistern verbundenes gepülvertes Gold, welches, wenn man es über das Feuer bringt, einen starken Knall verursacht; Schlagpulver, Knallgold, Platzgold, Prasselgold, Aurum fulminans.
 
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Das Schlaghäftlein, zusammen gezogen, Schlaghäftel, des -s, plur. ut nom. sing. kleine Pflöcke auf einem Vogelherde, welche eingeschlagen werden, die Hauptleinen daran zu binden.
 
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Das Schlagholz, des -es, plur. die -hölzer. 1) Ein Holz oder hölzernes Werkzeug zum Schlagen; besser Schlageloth. Dergleichen ist das Schlagholz der Hutmacher, Französ. la Coche, womit der Fachboden in Bewegung gesetzt wird; das Schlagholz der Seiler, welches auch der Schläger genannt wird. 2) Im Forstwesen, Holz, welches mit Nutzen geschlagen werden kann: wofür doch schlagbares Holz gangbarer ist. Noch häufiger nennet man 3) das Buschholz, oder Unterholz daselbst Schlagholz, weil es, wenn es abgehauen worden, nicht gesäet werden darf, sondern am Stamme wieder ausschlägt, wo denn der Plural nur von mehrern Arten gebraucht wird; zum Unterschiede von dem Oberholze oder Stammholze. 4) Eine mit solchem Holze bewachsene Gegend.
 
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Der Schlaghüther, des -s, plur. ut nom. sing. im Forstwesen, ein Baum, welcher auf einem Schlage zu dessen Besamung stehen bleibt; Samenbaum, Mutterbaum.
 
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Das Schlagkraut, des -es, plur. inus. eine Art des Gamanders, welche auf den Brachfeldern des wärmern Europa wohnet, und wider den Schlagfluß »Lähmung der Glieder und rheumatische Schmerzen gebraucht wird; Teucrum Chamaepithys, Erdpin, Erdkiefer, weil es wie Fichtenharz riechet, Feld-Cypresse.
 
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Die Schlag-Lauwine, S. Adelung Lauwine.
 
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Das Schlaglicht, des -es, plur. die -er, in der Mahlerey, ein lebhafter, geschickt angebrachter Lichtstrahl, um denjenigen Theil einer Figur hervor treten zu lassen, welcher dem einfallenden

[Bd. 3, Sp. 1501]


Sonnenlichte am stärksten ausgesetzet ist; Coup de Jour. Vermuthlich von Schlag, eine plötzliche, schnelle Bewegung. Siehe auch Schlagschatten.
 
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Das Schlagloth, des -es, plur. von mehrern Arten, die -e, bey den Gold- und Silberarbeitern, diejenige Masse, womit gelöthet wird, weil sie selbige erst zu dünnen Blechen schlagen; bey andern Metallarbeitern heißt sie nur das Loth schlechthin.
 
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Der Schlagnagel, des -s, plur. die -nägel, in den Schlageuhren und deren Schlagewerk, senkrechte Stifte an dem Heberade, welche den Hammer aufheben und wieder fallen lassen.

 

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