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Schlägeschatz bis Schlagholz (Bd. 3, Sp. 1499 bis 1500)
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Artikelverweis Der Schlägeschatz, des -es, plur. inus. von schlagen, besonders in der R. A. Geld schlagen, Münze schlagen, und Schatz, Abgabe, Geld. 1) Der Pacht oder Zins, welchen der Münzpächter oder Münzmeister dem Münzherren von dem Ertrage der Münze geben muß, in welchem Verstande es besonders ehedem sehr gangbar war; Nieders. Slegeschatt, Sleischatt. 2) Die Münzgebühr, die Abgabe an einen Höhern für das Recht münzen zu dürfen; eine gleichfalls ehedem sehr gangbare Bedeutung, wo verschiedene Landstädte dem Landesherren, und Reichsstände dem Kaiser Schlägeschatz gaben. 3) Eine Abgabe der Unterthanen an den Münz- und Landesherren, die Unkosten der Münze zu bestreiten, dagegen derselbe verpflichtet war, den Gehalt der Münzen nicht zu verringern. In diesem Verstande wird noch in mehrern Ländern Schlägeschatz als Zoll von Waaren, als eine Abgabe von dem Getränke u. s. f. gegeben, welche von den Unterthanen anfänglich gleichfalls zum Unterhalte der Münze, und zur Beybehaltung des guten Schrotes und Kornes der Münzen bewilliget wurden. Im mittlern Lat. Monetagium.
 
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Die Schlagestampfe, plur. die -n, bey den Papiermachern, ein eiserner Hammer, welcher von dem Wasser getrieben wird, und das Papier glatt und eben schlägt.
 
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Die Schlageuhr, oder, obgleich nicht so richtig, Schlaguhr, plur. die -en, eine Uhr, welche schlägt, die Zeittheile durch den

[Bd. 3, Sp. 1500]


Schlag an eine kleine Glocke andeutet; zum Unterschiede von einer Uhr, welche die Zeit bloß zeiget.
 
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Das Schlagewêrk, des -es, plur. die -e, dasjenige Räderwerk in einer Uhr, welches das Schlagen verursacht; zum Unterschiede von dem Gehwerke.
 
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Das Schlāgfáß, des -sses, plur. die -fässer, ein großes Faß, so fern Waaren in dasselbe gepackt und versendet werden; vermuthlich, weil es nach geschehener Einpackung zugeschlagen wird.
 
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Die Schlagfèder, plur. die -n. 1) Die stärksten Federn in den Flügeln der Vögel, mit welchen sie schlagen, und welche auch die Schwungfedern genannt werden. 2) Eine Art stählerner Federn, welche das Schlagen eines andern Stückes wirken; z. B. in den Gewehrschlössern, diejenige Feder, welche das Schlagen des Hahnes befördert.
 
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Der Schlāgflúß, des -sses, plur. die -flüsse, ein plötzlicher und oft tödtlicher Verlust der innern und äußern Sinne und der willkührlichen Bewegung der Muskeln, wobey, wenn der Kranke nicht sogleich todt bleibt, der Puls stark und oft ungleich, das Athemhohlen aber mit einem Geräusche vor sich gehet; Apoplexia, der Schlag. Einen Schlagfluß bekommen. Fluß heißt diese Krankheit, entweder wegen ihres plötzlichen Anfalles, oder auch, weil sie eigentlich aus einer Ergießung der flüssigen Theile des Körpers herrühret. Die erste Hälfte ist, wie schon bey Schlag bemerket worden, eine Nachahmung des Griechischen Nahmens, der seinen Grund gleichfalls in dem plötzlichen und tödtlichen Anfalle hat. Ehedem hieß diese Krankheit der Gächtodt, der Tropf, bey dem Rotker Gutte.
 
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Schlaggíg, S. Adelung Schlackig.
 
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Das Schlaggold, des -es, plur. car. von schlagen, knallen, ein mit sauren Geistern verbundenes gepülvertes Gold, welches, wenn man es über das Feuer bringt, einen starken Knall verursacht; Schlagpulver, Knallgold, Platzgold, Prasselgold, Aurum fulminans.
 
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Das Schlaghäftlein, zusammen gezogen, Schlaghäftel, des -s, plur. ut nom. sing. kleine Pflöcke auf einem Vogelherde, welche eingeschlagen werden, die Hauptleinen daran zu binden.
 
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Das Schlagholz, des -es, plur. die -hölzer. 1) Ein Holz oder hölzernes Werkzeug zum Schlagen; besser Schlageloth. Dergleichen ist das Schlagholz der Hutmacher, Französ. la Coche, womit der Fachboden in Bewegung gesetzt wird; das Schlagholz der Seiler, welches auch der Schläger genannt wird. 2) Im Forstwesen, Holz, welches mit Nutzen geschlagen werden kann: wofür doch schlagbares Holz gangbarer ist. Noch häufiger nennet man 3) das Buschholz, oder Unterholz daselbst Schlagholz, weil es, wenn es abgehauen worden, nicht gesäet werden darf, sondern am Stamme wieder ausschlägt, wo denn der Plural nur von mehrern Arten gebraucht wird; zum Unterschiede von dem Oberholze oder Stammholze. 4) Eine mit solchem Holze bewachsene Gegend.

 

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