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Schlagbrǖcke bis Schlägelgrube (Bd. 3, Sp. 1492 bis 1493)
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Artikelverweis Die Schlagbrǖcke, plur. die -n, in einigen Gegenden ein Nahme der Zugbrücken, welche man auf und nieder lassen kann.
 
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Der Schlagbrunnen, des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Fontanell 2.
 
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Die Schlage, plur. die -n, ein Werkzeug zum Schlagen, so wie Schlagel, welches nur im Endlaute unterschieden ist. So werden die großen Hämmer der Schlösser, welche mit beyden Händen geführet werden, Schlagen genannt, wohin die Vorschlage und Kreuzschlage gehören. Die Holzschlage, ein großer hölzerner Hammer, die Keile bey dem Holzspalten damit einzutreiben u. s. f. der Schlägel, Schwed. Slägga.
 
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Schlägebäuchig, adj. et adv. 1) Ein niedriges, nur in einigen Gegenden übliches Wort, welches indessen Opitz in einem sehr ernsthaften Zusammenhange gebraucht:
   Man wird nun nicht mehr schauen
   Der Tochter Zier Schmuck, wie Widder nach den Auen
   Ganz matt und hungrig sehn und schlägebäuchig ziehn; mit eingeschlagenen, d. i. eingefallenen, oder auch vor Hunger schlagenden Bäuchen. 2) Von den Pferden, S. Adelung Herzschlächtig.
 
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Schlägefaul, adj. et adv. gegen die Schläge abgehärtet; ein nicht überall bekanntes Wort.
   Ein Mensch, der öfters wird mit Prügeln übergangen,
   Wird endlich schlägefaul,
   Opitz.
 
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Das Schlageisen, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein eisernes Werkzeug, damit zu schlagen, oder darauf zu schlagen; doch nur in einigen einzelnen Fällen. So wird der Waldhammer, womit die Förster die Bäume zeichnen, welche gefället werden sollen, in einigen Gegenden das Schlageisen genannt. Das Schlageisen der Mäurer dienet zum Zerrühren des Kalkes. Bey den Steinmetzen ist es ein eiserner Meißel mit einer breiten geraden Schneide. Auch die Seiler haben ein eisernes Werkzeug, welches diesen

[Bd. 3, Sp. 1493]


Nahmen führet. 2) An den Kutschen ist das Schlageisen ein Stück Eisen, welches in die Zähne der Räder, worauf die Riemen gehen, schlägt oder fällt, um sie fest zu halten.
 
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Der Schlägel, des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte schlagen und der Ableitungssylbe -el, ein Subject, ingleichen ein Werkzeug. 1) Ein schlagendes Ding, in welchem Verstande der Blutfink oder Dompfaff in einigen Gegenden Rothschlägel genannt wird; wo Schlägel für Schläger stehet, von schlagen, eine Art des Singens. 2) Der Ort, wo geschlagen wird; eine seltene, nur im Bergbaue übliche Bedeutung, wo der Ort in der Grube, wo der Bergmann auf dem Gestein arbeitet, der Schlägel genannt wird. Den Schlägel behauen oder auf dem Schlägel arbeiten, vor Ort auf dem Gesteine arbeiten. Der Schlägel ist bauwürdig, wenn gute Anbrüche vor Ort vorhanden sind. Der Schlägelgesell, welcher mit einem Bergmanne an einem und eben demselben Orte in der Grube arbeitet. 3) Was geschlagen wird; nur in einigen wenigen Fällen. So wird der Zapfen in den Fischteichen, vermittelst dessen das Wasser abgelassen wird, der Schlägel genannt. Vermuthlich gehöret hierher auch der Haubenschlägel, d. i. ein Streifen Barchent an den Kopfzeugen, auf welchem das Vordergesteck angebracht wird, vielleicht weil er ein- oder umgeschlagen wird, wenn hier nicht die Bedeutung eines Streifens, oder der Ausdehnung in die Länge zum Grunde liegt. 4) Ein Werkzeug zum Schlagen, wo es in manchen Fällen für Hammer gebraucht wird, in manchen Fällen aber noch ein verschiedenes, obgleich ähnliches Werkzeug ist. Im Bergbaue werden so wohl der Handfäustel als der größere Päuschel, Schlägel genannt. Hölzerne Hämmer von verschiedener Größe führen bey mehrern Arten von Arbeiten den Nahmen der Schlägel, der auch der Pochheye oder Handkeule der Böttcher eigen ist. Winsbeck nennt auch den Dreschflegel Slegel. 5) Die hintere Keule eines geschlachteten vierfüßigen Thieres. Ein Kalbsschlägel, Rehschlägel, Schöpfenschlägel u. s. f. Entweder, wie die gleichbedeutenden Hamme, Hammer, Keule u. s. f. wegen einer Ähnlichkeit mit einem Schlägel oder einer Handkeule, oder auch so wie Schenkel unmittelbar von der Ausdehnung in die Dicke. Ohne Zischlaut und Endsylbe ist im Englischen Leg der Schenkel.
 
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Das Schlägeleisen, des -s, plur. ut nom. sing. im Hüttenbaue, ein drey Ellen langes, vorn zugespitztes Eisen, die Bühnen, Stühle und Ofenbrüche damit loszubrechen. Etwa von schlagen, schlägeln, so fern es auch stoßen und brechen bedeutet?
 
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Der Schlägelfisch, des -es, plur. die -e, ein Nahme desjenigen Seefisches, welcher noch häufiger Hammerfisch genannt wird, Squalus Zygaena L. wegen der Ähnlichkeit seines Kopfes mit einem Schlägel oder Hammer. S. Adelung Hammerfisch.
 
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Der Schlägelgesell, des -en, plur. die -en, S. Adelung Schlägel 2.
 
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Die Schlägelgrube, plur. die -n, der tiefste Ort in einem Fischteiche, wo sich der Schlägel, d. i. der Zapfen und Ablaß, befindet; das Fischloch, der Kessel.

 

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