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2. Die Schlacke bis Schlackenstein (Bd. 3, Sp. 1482 bis 1483)
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Artikelverweis  2. Die Schlacke, plur. die -n, die Unreinigkeit, welche sich bey der Bearbeitung der Mineralien im Feuer von denselben absondert,

[Bd. 3, Sp. 1483]


und nach ihrer Erkaltung eine glasartige Gestalt hat. Bey dem Schmelzen der Erze setzt sie sich in Gestalt eines flüssigen Schaumes oben auf. Eisenschlacken, Kupferschlacken, Bleyschlacken, Garschlacken, Zinnschlaken, Rohschlacken u. s. f. Gemeiniglich spricht man in den Sprachlehren diesem Worte den Singular ab; allein er ist gangbar genug, theils collective, z. B. das Kupfer gibt eine röthliche Schlacke; theils aber und noch häufiger distributive, eine schöne Kupferschlacke. Indessen wird es auch sehr häufig im Plural als ein Collectivum gebraucht. Die Schlacken abheben, im Hüttenbaue, sie mit dem Sticheisen von dem Erze absondern.
   Anm. Im Nieders. Slacke, im Schwed. Slagg, im Engl. Slag, im Böhm. Sslaky. Daß dieses Wort ursprünglich von schlagen herstammet, ist wohl gewiß, ob sich gleich dessen nächste Bedeutung bey dem großen Umfange dieses Zeitwortes nur muthmaßen läßt. Es kann der Begriff der Gerinnung der herrschende seyn, weil die Schlacken gleich im Erkalten zu einer festen Masse werden. In einigen Oberdeutschen Gegenden wird die geronnene Milch Schlocken genannt. Man kann es alsdann als ein Intensivum von Schlich ansehen, welches eine flüssigere Masse bezeichnet. Der Begriff der Unreinigkeit ist nahe damit verwandt, und das Latein. Scoria, Schlacke, scheint zu dem Niederd. Schor, Koth, Unreinigkeit, zu gehören. Im Hüttenbaue werden die Schlacken noch jetzt zuweilen das Geschüre genannt. Es kann aber auch der Begriff der Erhebung hervorstechen, weil sich die Schlacke beym Schmelzen der Erze als ein Schaum erhebet daher sie auch im Franz. Ecume heißt. Notker gebraucht das jetzt veraltete Olter für Schlacke. Unmittelbar von schlagen ist im Nieders. Hammerschlacke der Hammerschlag.
 
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Schlacken, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, Schlacken geben. Ein Erz schlacket sehr, wenn es viele Schlacken gibt. In dem zusammen gesetzten verschlacken hat es eine thätige Bedeutung.
 
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Das Schlackenbad, des -es, plur. die -bäder, ein künstliches Bad, welches mit den heißen Schlacken von dem Roh- und Schwarzkupfer bereitet und in verschiedenen Krankheiten gebraucht wird.
 
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Das Schlackenêrz, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein Erz, welches die Gestalt einer Schlacke hat; besonders ein gewisses bleyfarbiges Silbererz.
 
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Die Schlackengrube, plur. die -n, in den Schmelzhütten, eine Grube am Vorherde des hohen Ofens, worein die Schlacken gezogen werden.
 
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Der Schlackenhaken, des -s, plur. ut. nom. sing. eben daselbst, ein eiserner Haken, die Schlaken damit von dem Vorherde in die Schlackengrube zu ziehen.
 
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Die Schlackenhalde, plur. die -n, eben daselbst, eine Halde, d. i. ein Hügel, von zusammen gestürzten Schlacken.
 
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Das Schlackenklein, subst. indecl. plur. car. eben daselbst, der Abgang von den Schlacken, in kleine Stücken zerbrochene Schlacken.
 
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Der Schlackenkobalt, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, im Bergbaue, eine Art des Kobaltes, welcher einer schwammigen Schlacke gleicht.
 
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Der Schlackenläufer, des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, derjenige Arbeiter, welcher die tauben Schlacken auf die Halde läuft, d. i. auf einen Haufen führet.
 
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Der Schlackenstein, des -es, plur. die -e, eben daselbst, eine steinartige Masse, welche sich von den Schlacken absondert, und das Silber an sich ziehet.

[Bd. 3, Sp. 1484]


 

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