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Schiebebank bis 2. Der Schied (Bd. 3, Sp. 1440 bis 1442)
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Artikelverweis Die Schiebebank, plur. die -bänke, eine Bank der Drahtzieher, an welcher die metallnen Zaine durch Menschenhände zu groben Drahte gearbeitet werden, welche Arbeit eine Art des Schiebens ist, daher diese Drahtzieher auch Schieber genannt werden; zum Unterschiede so wohl von der Ziehbank in den Drahtmühlen, als auch von den Ziehbänken der feinern Drahtzieher.
 
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Der Schiebebock, des -es, plur. die -böcke, S. Adelung Schiebkarren.
 
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Der Schiebekloben, des -s, plur. ut nom. sing. ein Nahme, welchen bey den Schlössern eine Art Zangen führet; vermuthlich auch eine solche, deren sie sich bey dem Ziehen des groben Drahtes bedienen.
 
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Schieben, verb. irreg. ich schiebe, du schiebst (Oberd. scheubst,) er schiebt (Oberd. scheubt;) Imperf. ich schob; Mittelw. geschoben; Imperat. schieb (Oberd. scheub). Es ist in doppelter Gestalt üblich.
   I. Als ein Activum, auf einer horizontalen oder fast horizontalen Fläche einen andern Körper nach und nach so vor sich her fortdrücken, daß man allemahl dessen Stelle einnehme; wodurch sich das Schieben von dem Ziehen, Drücken, Heben, Stoßen u. s. f. unterscheidet. Einen Kasten fortschieben. Den Tisch an die Wand schieben. Den Wagen in den Schuppen schieben. Schieben helfen. Den Riegel vorschieben. Etwas uneigentlicher schiebt der Ochse in der Landwirthschaft, wenn er den Wagen oder Pflug vermittelst der Stirn ziehet. S. Adelung Schiebochs. Brot in den Ofen schieben, wie die Bäcker thun. Etwas auf die lange Bank schieben, figürlich, eine Sache auf eine unbestimmte

[Bd. 3, Sp. 1441]


künftige Zeit aussetzen. Im Oberdeutschen schiebt man auch den Bissen in den Mund, man schiebt etwas in die Tasche, wo man im Hochdeutschen das Zeitwort stecken gebraucht. Sich schieben, das Reciprocum, aus seiner horizontalen Lage seitwärts verrücket werden. Das Papier hat sich geschoben. In der R. A. Kegel schieben wird es für rollen oder schießen gebraucht, indem es sich hier eigentlich auf die Kugel beziehet. Es ist hier ohne Zweifel ein Überrest einer Oberdeutschen Bedeutung; wenigstens sagt man daselbst noch im Diminutiv schiebeln von dem Rollen kleiner Körper. Figürliche Arten des Ausdrucks sind: einem etwas in das Gewissen schieben, es ihm vor Gott und Menschen zu verantworten überlassen, es seinem Gewissen heim stellen. Die Schuld auf jemanden schieben. Einen Antrag von sich schieben, ablehnen. Ehedem wurde es auch für befördern gebraucht, wovon unser Vorschub noch ein Überbleibsel ist. In einigen Oberdeutschen Gegenden wird es auch noch für schicken, senden, gebraucht. Jemanden zu etwas schieben und ordnen, senden und abordnen, Tschudi bey dem Frisch. Daher ist noch zu Wien der Schub der Transport des liederlichen Gesindels auf der Donau nach Ungarn.
   II. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben; doch nur in einigen Fällen des gemeinen Lebens. 1) In der Landwirthschaft schiebt ein Thier oder es schiebt Zähne, wenn es die Jugendzähne verlieret, weil die neuen Zähne die alten gleichsam vor sich her schieben. 2) Auch das Wachsen der Gewächse wird zuweilen schieben genannt. Die Pflanzen haben gut geschoben, sind merklich in die Höhe gewachsen. 3) Im Gehen schieben, mit voraus gestrecktem Kopfe träge und schwerfällig gehen, als wenn man etwas schöbe. So auch das Schieben.
   Anm. Bey dem Ottfried im Imperf. scoub, im Schwabenspiegel schiuban, im Nieders. schuven, im Angels. scusan, im Englischen to shove, im Schwedischen skusva. Es ist, wie alle Zeitwörter, eine Onomatopöie, welche den mit dem schieben verbundenen Laut nachahmet; und da dieser Laut mehrern sonst verschiedenen Handlungen gemein ist, so wird sich auch nicht leicht eine Beschreibung dieses Wortes geben lassen, welche genau auf alle Fälle paßte. Die obige ist auf die meisten gerichtet, denn es gibt freylich auch Fälle, wo man ein Ding senkrecht in die Höhe und niederwärts schiebet, wie z. B. einen Schieber, obgleich für diese Richtungen drücken, heben u. s. f. in andern Fällen üblicher sind. Das Hebr. 05e905d905d1, sich umwenden, scheint damit verwandt zu seyn. Das Intensivum von unserm schieben ist schuppen, mit einem Stoße schieben, Franz. chopper. Die im Hochdeutschen irreguläre Form des Präsens kommt unter andern auch bey dem Opitz vor:
   Scheub nur auf Gott dein Thun und alle Sachen.
 
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Der Schieber, des -s, plur. ut nom. sing. von dem vorigen Zeitworte. 1) Eine Person, welche schiebet. In dem Kegelspiele wird derjenige, welcher zu schieben hat, der Schieber genannt. In der Landwirthschaft ist der Schieber oder Schiebochs ein Ochs, welcher mit der Stirn ziehet. Bey den Drahtziehern ist der Schieber derjenige, welcher den groben Draht auf der Schiebebank aus freyer Hand ziehet. 2) Ein Werkzeug, womit man schiebet, in welchem Verstande die Bäcker Brotschieber, Kohlenschieber, Holzschieber, Kuchenschieber haben, das Brot u. s. f. in den Ofen, und die Kohlen aus dem Ofen in die Kohlentonne zu schieben, welches Arten flacher Schaufeln sind. 3) Ein Ding, welches geschoben wird, in welchem Sinne Arten von Deckeln, welche in einer Nuth auf- und zugeschoben werden können, Schieber heißen. In manchen Gegenden, z. B. in Niedersachsen, führet auch ein jeder Riegel diesen Nahmen. 4) Ein Ding, welches schieben macht. Dahin gehöret diejenige convulsivische Krankheit

[Bd. 3, Sp. 1442]


der Pferde, welche in manchen Gegenden unter dem Nahmen des Schiebers bekannt ist, wobey das Pferd dumm ist, nicht frißt, mit dem Kopfe gegen die Krippe drängt, und immer vor sich hin schiebet, bis es stirbt.
 
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Der Schiebkarren, oder Schiebekarren, des -s, plur. ut nom. sing. ein Kasten mit einem Rade, welchen eine Person vor sich her schiebet; in einigen Gegenden der Schubkarren, die Radeberge, der Kastenkarren. Hat dieses Werkzeug statt des Kastens ein Gestellte, so heißt es ein Schiebebock.
 
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Der Schiebochs, des -en, plur. die -en, in der Landwirthschaft, ein Ochs, welcher mit der Stirne ziehet; der Schieber; zum Unterschiede von einem Zugochsen, welcher das Joch am Halse trägt.
 
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Der Schiebsack, oder Schubsack, des -es, plur. die -säcke, eine im Oberdeutschen übliche Benennung einer Tasche. Siehe Scheiben.
 
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Die Schiebstange, plur. die -n, eine Stange, womit man etwas schiebet. Dergleichen Schiebstangen haben die Stromschiffer, die Schiffe damit fortzuschieben. In den Schneidemühlen ist es eine Stange, welche in den Zahuring eingreift und den Sägeblock vorwärts schiebet.
 
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1. Der Schied, des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden, der Nahme eines Fisches, der in andern Rappe heißt, S. 1 Rappe. Vermuthlich wegen seiner Raubgier, von schaden, verletzen überhaupt, obgleich die Schade eine andere Art Fische ist.
 
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2. Der Schied, des -es, plur. die -e, das Hauptwort von dem Zeitworte scheiden, welches für sich allein im Hochdeutschen veraltet ist, aber noch in Abschied, Unterschied und den folgenden Zusammensetzungen beybehalten ist. In andern Fällen lautet es Scheid.

 

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