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Peterswurz bis Pêtze (Bd. 3, Sp. 697 bis 698)
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Artikelverweis Die Peterswurz, oder S. Peters-Wurz, plur. inus. eine Art des Johanniskrautes, welche in Siberien, Canada und auf den Pyrenäischen Gebirgen wächset; Hypericum Ascyron L.
 
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Das Petschaft, des -es, plur. die -e, ein kleines Handsiegel, welches man auf Siegelwachs oder Oblate drückt. Ingleichen das auf Siegellack oder Oblate abgedruckte Zeichen desselben; das Siegel. Einen Brief mit seinem Petschafte versiegeln. Das Petschaft eines Briefes erbrechen, wofür man doch lieber das Siegel sagt. S. auch Petschier.
   Anm. Dieses Wort lautet im gemeinen Leben, obgleich minder richtig Pitschaft, im 15ten Jahrhunderte Bitschig, im 16ten Bütschet, Pitschet, im Böhm. Pecet (sprich Petschet.) Es ist immer noch am wahrscheinlichsten, daß dieses Böhmische, wie Frisch behauptet, das eigentliche Stammwort unsers nunmehr Deutschen Petschaftes so wohl als des folgenden Petschieres ist, welche unter Carls IV Zeiten in den Kanzelleyen und nach und nach auch außer denselben gangbar geworden, ein kleineres Handsiegel zum Unterschiede von dem größern Kanzelleysiegel zu bezeichnen. Wenigstens hat es sich vor dem 15ten Jahrhunderte im Deutschen noch nicht finden wollen. Die Endsylbe et, mit welcher dieses Wort noch im 16ten Jahrhunderte gefunden wird, ist nachmahls in -ast übergegangen. Das Stammwort des Böhmischen Petschet ist das Zeitwort petschati, drucken, welches zu dem auch im Deutschen zahlreichen Geschlechte der Wörter patschen, butzen, stoßen, batten, schlagen, stoßen, Bätz, eine Ramme u. s. f. gehöret.
 
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Der Petschaftring, des -es, plur. die -e, ein Petschaft in Gestalt eines Fingerringes, ein Fingerring mit einem Petschafte.
   In Luthers Deutschen Bibel, Hagg. 2, 24 Pitschaftring.
 
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Die Petschêrpe, S. Adelung Patscherpe.
 
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Das Petschier, des -es, plur. die -e, ein für Petschaft, besonders im gemeinen Leben, übliches Wort, so wohl ein Handsiegel als auch dessen Abdruck zu bezeichnen. Mit seinem Petschiere versiegeln. Und sie schrieb Briefe unter Ahabs Nahmen, und versiegelte sie mit seinem Pitschier (Petschier,) 1 Kön. 21, 8. Das Petschier erbrechen, besser, das Siegel. Im Nieders. lautet dieses Wort Pitzer, im Schwed. Pitser. Es ist mit Petschaft Eines Ursprunges und von demselben nur im Endlaute unterschieden, welcher allem Ansehen auch Slavonischen Ursprunges ist, wenn es nicht, wie aus dem Nieders. beynahe glaublich werden sollte, aus unserm Endlaute er verderbt worden; Petschier für Petscher, ein Ding, womit man aufdruckt.
 
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Petschieren, verb. reg. act. welches nur im gemeinen Leben für zusiegeln üblich ist. Einen Brief, ein Packet petschieren, zusiegeln. Daher auch das Siegellack im gemeinen Leben Oberdeutschlandes Petschierwachs genannt wird.
 
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Der Petschierring, des -es, plur. die -e, wie Petschaftring, am häufigsten im gemeinen Leben.
 
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Der Petschīerstếcher, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, dessen vornehmstes Geschäft es ist, Petschiere für andere zu stechen; der Petschaftstecher.
 
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Das Petum, des -s, plur. car. eigentlich der Nahme, welchen der Rauchtobak und dessen Pflanze auf der Insel Tabago führet. Bey uns pflegt man noch eine Art Amerikanischen Tobakes mit sehr grünen wolligen und dicken Blättern, welche 14 Zoll breit und 26 Zoll lang sind, und den daraus bereiteten Rauchtobak Petum zu nennen.
 
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Der Ptz, des -es, plur. die -e, der Nahme des Bären im gemeinen Leben. Hier sträubet sich der Petz, Haged.

[Bd. 3, Sp. 698]


Ingleichen ohne Artikel als ein eigenthümlicher Nahme des Bären.
   Und wo ein Bär den andern sah
   So hieß es: Petz ist wieder da,
   Gell. S. Adelung Bätz, wie dieses Wort auch, und vielleicht am richtigsten, geschrieben und gesprochen wird.
 
Artikelverweis Die
Pêtze, plur. die -n, im gemeinen Leben eine Hündinn, und figürlich auch wohl, ein unzüchtiges liederliches Weibsbild. Dieses Wort wird häufig Betze geschrieben und gesprochen; allein im Hoch- und Oberdeutschen hat das P den Vorzug. Im Angels. lautet es Bicce, Bice, im Engl. Bitch. im Franz. Bichon, im Schwed. Byckja, alles in der Bedeutung einer Hündinn. Im Böhm. bedeutet Pes einen Hund, und Psyce eine Hündinn. Wachter leitet es von Slavon. bizu, laufen, her, welche Ableitung dadurch unterstützet wird, daß sich auch mehrere Benennungen des Hundes und der Hündinn von laufen, jagen, ableiten lassen. S. Adelung Hund, ingleichen Bätz. Man hat in den Deutschen Mundarten eine große Menge Wörter, das weibliche Geschlecht der Hunde zu benennen. Bey den Jägern heißt die Hündinn eine Fähe, eine Wölfinn, eine Hündinn, und eine Debe. Das letztere ist besonders in Niedersachsen üblich, wo es auch Tere, Tiffe, Tieve lautet, im Holländ. Teef, Taewel, im Schwed. Taefwa. In eben dieser Niedersächsischen Mundart bedeutet Tebe auch einen jeden Hund, ohne Rücksicht auf dessen Geschlecht. Wachtern zu Folge stammet dieses Wort von θεω ich laufe, im Imperat. θευ her. Zippe ist eine andere auch Niedersächsische Benennung einer Hündinn, welche mit dem Gothischen Sif, und dem Zoba bey den Raban Maurus überein kommt. Doch bedeutet Zip in Niedersachsen, so wie Czupka im Böhmischen, und Soba in andern Slavon. Mundarten, auch einen jeden Hund. Luppe, welches in einigen Gegenden auch eine Hündinn ausdruckt, kommt vermuthlich von laufen her. Bekannter ist das Hannöv. Tacche, welches bey den alten Franken und Alemannen Zoh, bey den neuern Oberdeutschen, Zauche, Zaucke, Zuche, im Schwed. Tik, im Isländ. Tyk, im Nordengl. Tyke lautet, und mit dem Engl. Dog, ein Hund, überein kommt. Im Oberd. bedeutet auch Bräcke eine Hündinn, und Metze oder Mätze so wohl eine Hündinn, als auch ein unzüchtiges Weibesbild, und im Würtembergischen soll auch Zatze für eine Hündinn üblich seyn. S. auch Brack, Hund, und Racker.

 

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