Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Peterschierling bis Petschaft (Bd. 3, Sp. 696 bis 697)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Peterschierling, des -es, plur. inus. S. Adelung Petersilie.
 
Artikelverweis 
Der Pētersfisch, oder S. Peters-Fisch, des -es, plur. die -e, eine Art Meerfische, welcher einen platten und abhängigen Kopf, eine mit einer Querhaut gewölbte Oberlippe, und einen runden Schwanz hat; Zeus Faber L. In einigen Gegenden Petermann.
 
Artikelverweis 
Das Petersgericht, des -es, plur. die -e, ein Gericht, welches in der Grafschaft Henneberg alle Jahre um Petri Stuhlfeyer gehalten wird.
 
Artikelverweis 
Die Petersīlie, (fünfsylbig,) im gemeinen Leben Petersilje, plur. inus. eine Pflanze, deren weiße eßbare Wurzel einen angenehmen, süßlichen und gelinde gewürzhaften Geschmack hat; Apium Petroselinum L. im Oberd. Peterlein, Peterle, Peterling, im Niedersächs. nur Silk, im mittlern Lat. Petrisellum, im Französ. Persil, im Engl. Parsly, im Ital. Petroselino und verderbt Perasemelo, im Böhm. Petrzel, welche alle aus dem Latein. Petroselinum entlehnet sind, welchen dieses Gewächs schon bey dem Plinius führet. Im Deutschen wird es auch Garteneppich genannt. Es ist auf der Insel Sardinien einheimisch, von da es in unsere Gärten gebracht worden. Daher Petersilienwurzel, Petersiliensamen, Petersilienkraut, Petersilienfleisch, mit dem Kraute oder den Wurzeln der Petersilie gekochtes Fleisch, im Oberdeutschen Peterleinsfleisch u. s. f. Eine Art, welche bey uns an den Quellen wild wächset, und von welcher die Selleri eine veredelte Abart ist, wird wegen ihres starken Geruches auch stark riechende Petersilie, ingleichen Wasserpetersilie genannt; Apium graveolens L. welchen letztern Nahmen bey einigen auch der Wassereppich, Sium latifolium L. bekommt. Die Bergpetersilie ist eine Art des Vogelnestes, Athamanta Oreoselinum L. In einigen Gegenden heißt auch die Gleiße, Aethusa L. wilde Petersilie, Hundspetersilie und Petersilienschierling; so wie die Pastinake im Oberd. auch Wälsche Petersilie genannt wird. Von der letzten Hälfte des Wortes, S. Adelung Silge.
 
Artikelverweis 
Der Petersilienwein, des -es, plur. inus. eine Art Weinstöcke mit fünffachen Blättern, deren Blättchen wie das Kraut der Petersilie vielmahl gespalten sind; Vitis laciniosa L. Franz. Ciourat, Ciotat, Raiun d' Autriche.
 
Artikelverweis 
Der Peter-Simons-Wein, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, S. Adelung Bastard 2.
 
Artikelverweis 
Das Peterskorn, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme des wilden Dinkels oder Einkornes. In andern wird das mittlere Zittergras oder Liebesgras, Briza media L. Peterskorn genannt.
 
Artikelverweis 
Das Peterskraut, oder S. Peters-Kraut, des -es, plur. inus. 1) Ein Nahme des Glaskrautes, Parietaria L. siehe Glaskraut. 2) Des herbstlichen Löwenzahnes, Leontodon Autumnale L. 3) Einer Art Heckenkirschen mit geraden

[Bd. 3, Sp. 697]


Stamme und vielblümigen Stängeln, Lonicera symphoricarpos L. Engl. S. Peterswort.
 
Artikelverweis 
S. Adelung Petersschlüssel, plur. inus. im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein Nahme der Schlüsselblumen, S. dieses Wort.
 
Artikelverweis 
Die Peterswurz, oder S. Peters-Wurz, plur. inus. eine Art des Johanniskrautes, welche in Siberien, Canada und auf den Pyrenäischen Gebirgen wächset; Hypericum Ascyron L.
 
Artikelverweis 
Das Petschaft, des -es, plur. die -e, ein kleines Handsiegel, welches man auf Siegelwachs oder Oblate drückt. Ingleichen das auf Siegellack oder Oblate abgedruckte Zeichen desselben; das Siegel. Einen Brief mit seinem Petschafte versiegeln. Das Petschaft eines Briefes erbrechen, wofür man doch lieber das Siegel sagt. S. auch Petschier.
   Anm. Dieses Wort lautet im gemeinen Leben, obgleich minder richtig Pitschaft, im 15ten Jahrhunderte Bitschig, im 16ten Bütschet, Pitschet, im Böhm. Pecet (sprich Petschet.) Es ist immer noch am wahrscheinlichsten, daß dieses Böhmische, wie Frisch behauptet, das eigentliche Stammwort unsers nunmehr Deutschen Petschaftes so wohl als des folgenden Petschieres ist, welche unter Carls IV Zeiten in den Kanzelleyen und nach und nach auch außer denselben gangbar geworden, ein kleineres Handsiegel zum Unterschiede von dem größern Kanzelleysiegel zu bezeichnen. Wenigstens hat es sich vor dem 15ten Jahrhunderte im Deutschen noch nicht finden wollen. Die Endsylbe et, mit welcher dieses Wort noch im 16ten Jahrhunderte gefunden wird, ist nachmahls in -ast übergegangen. Das Stammwort des Böhmischen Petschet ist das Zeitwort petschati, drucken, welches zu dem auch im Deutschen zahlreichen Geschlechte der Wörter patschen, butzen, stoßen, batten, schlagen, stoßen, Bätz, eine Ramme u. s. f. gehöret.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: