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Pêstprêdiger bis Petersilienwein (Bd. 3, Sp. 695 bis 696)
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Artikelverweis Der Pêstprêdiger, des -s, plur. ut nom. sing. ein Prediger, welcher in Pestzeiten dazu verordnet wird, die Kranken zu besuchen und zu trösten.
 
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Die Pêstzeit, plur. die -en, diejenige Zeit, da die Pest in einem Lande, oder an einem Orte herrschet.
 
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Die Petárde, plur. die -n, aus dem Franz. Petarde, in der Artillerie, eine Art eines Geschützes in Gestalt eines abgekürzten Kegels, welches mit Pulver gefüllet, und an die Thore, Mauern, Brücken, Pallisaden u. s. f. befestiget wird, um sie zu zersprengen.
 
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Pēter, Genit. Peters, ein eigenthümlicher Taufnahme des männlichen Geschlechtes, welcher aus dem Griechischen πετρος ein Stein, Fels, entlehnet, und im gemeinen Leben am häufigsten ist, dagegen man in der anständigen Sprechart in vielen Fällen ihn lieber mit der Lateinischen Endung Petrus, Petri gebraucht. Der Apostel Petrus, der heilige Petrus; im gemeinen Leben Sanct Peter. Petri Kettenfeyer, Petri Stuhlfeyer, zwey Festtage in der Römischen Kirche. Der Ungewittervogel, Procellaria L. wird bey den Seeleuten S. Adelung Peter und Petrell genannt, weil er nahe über den brausenden Wellen herum flattert, und wie der Apostel Petrus gleichsam auf denselben zu gehen scheinet.
 
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Der Peterbatzen, des -s, plur. ut nom. sing. Siehe das folgende.
 
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Der Petermann, des -es, plur. die -männer, Diminut. das Petermännchen. 1) Ein Kind, dessen Taufnahme Peter ist,

[Bd. 3, Sp. 696]


pflegt man im gemeinen Leben zuweilen Petermann zu nennen. Ehedem schrieben sich auch erwachsene Leute so, wie Diezmann für Dietrich. 2) Der Petersfisch, kommt in einigen Gegenden gleichfalls unter dem Nahmen des Petermannes und Petermännchens vor. 3) Eine Münze, auf welcher das Bild des Apostels Petri gepräget ist. In diesem Verstande ist ein Petermann oder großes Petermännchen, welches auch ein Peterbatzen heißt, eine Münze, welche im Tierischen 5. Kreuzer oder 3 gewöhnliche Petermännchen gilt. Ein Reichsthaler hält daselbst 18 große Petermännchen oder Peterbatzen, oder 54 gewöhnliche Petermännchen. In Aachen gilt ein Petermännchen 44/9 Pfennige. 4) Auch eine Art gemeinen Zeuges ist im gemeinen Leben unter dem Nahmen Petermann bekannt, welcher, wenn er gewallt würde, ein wirklicher Drognet seyn würde.
 
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Der Peterschierling, des -es, plur. inus. S. Adelung Petersilie.
 
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Der Pētersfisch, oder S. Peters-Fisch, des -es, plur. die -e, eine Art Meerfische, welcher einen platten und abhängigen Kopf, eine mit einer Querhaut gewölbte Oberlippe, und einen runden Schwanz hat; Zeus Faber L. In einigen Gegenden Petermann.
 
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Das Petersgericht, des -es, plur. die -e, ein Gericht, welches in der Grafschaft Henneberg alle Jahre um Petri Stuhlfeyer gehalten wird.
 
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Die Petersīlie, (fünfsylbig,) im gemeinen Leben Petersilje, plur. inus. eine Pflanze, deren weiße eßbare Wurzel einen angenehmen, süßlichen und gelinde gewürzhaften Geschmack hat; Apium Petroselinum L. im Oberd. Peterlein, Peterle, Peterling, im Niedersächs. nur Silk, im mittlern Lat. Petrisellum, im Französ. Persil, im Engl. Parsly, im Ital. Petroselino und verderbt Perasemelo, im Böhm. Petrzel, welche alle aus dem Latein. Petroselinum entlehnet sind, welchen dieses Gewächs schon bey dem Plinius führet. Im Deutschen wird es auch Garteneppich genannt. Es ist auf der Insel Sardinien einheimisch, von da es in unsere Gärten gebracht worden. Daher Petersilienwurzel, Petersiliensamen, Petersilienkraut, Petersilienfleisch, mit dem Kraute oder den Wurzeln der Petersilie gekochtes Fleisch, im Oberdeutschen Peterleinsfleisch u. s. f. Eine Art, welche bey uns an den Quellen wild wächset, und von welcher die Selleri eine veredelte Abart ist, wird wegen ihres starken Geruches auch stark riechende Petersilie, ingleichen Wasserpetersilie genannt; Apium graveolens L. welchen letztern Nahmen bey einigen auch der Wassereppich, Sium latifolium L. bekommt. Die Bergpetersilie ist eine Art des Vogelnestes, Athamanta Oreoselinum L. In einigen Gegenden heißt auch die Gleiße, Aethusa L. wilde Petersilie, Hundspetersilie und Petersilienschierling; so wie die Pastinake im Oberd. auch Wälsche Petersilie genannt wird. Von der letzten Hälfte des Wortes, S. Adelung Silge.
 
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Der Petersilienwein, des -es, plur. inus. eine Art Weinstöcke mit fünffachen Blättern, deren Blättchen wie das Kraut der Petersilie vielmahl gespalten sind; Vitis laciniosa L. Franz. Ciourat, Ciotat, Raiun d' Autriche.

 

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