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Pestilếnzkraut bis Peterschierling (Bd. 3, Sp. 695 bis 696)
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Artikelverweis Die Pestilếnzkraut, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme der Geißraute, Galega L. weil sie ein kräftiges Mittel wider die Pest seyn soll; Pestilenzwurz.
 
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Der Pestilếnzvogel, des -s, plur. die -vögel, eine Art braunfahler Grasmücken mit weißlich gesäumten Federn, von welchen man glaubt, daß sie häufig in die Gärten kommen, wenn eine Pest bevorstehet; Sylvia pestilentialis Klein. Todtenvogel, Nesselfink.
 
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Die Pestilếnzwurz, plur. inus. ein Nahme verschiedener Gewächse, welche vorzügliche Kräfte gegen die Pest besitzen sollen. 1) Der Geißraute, Galega L. S. Adelung Pestilenzkraut. 2) Einer Art Huflattiges, mit einem eyförmigen Blumenstrauße, welche am Ufer der Quellen und Flüsse wächst; Tussilago Petasites L. Pestilenzwurzel, Dockenblätter, Brennwurz, Neunkraft, Roßpappel, Schweißwurzel. Die Wurzel wird mit unter Gift- und Schweiß treibenden Mittel gezählet.
 
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Die Pêstordnung, plur. die -en, eine obrigkeitliche Verordnung in Ansehung des Verhaltens in Pestzeiten.
 
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Der Pêstprêdiger, des -s, plur. ut nom. sing. ein Prediger, welcher in Pestzeiten dazu verordnet wird, die Kranken zu besuchen und zu trösten.
 
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Die Pêstzeit, plur. die -en, diejenige Zeit, da die Pest in einem Lande, oder an einem Orte herrschet.
 
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Die Petárde, plur. die -n, aus dem Franz. Petarde, in der Artillerie, eine Art eines Geschützes in Gestalt eines abgekürzten Kegels, welches mit Pulver gefüllet, und an die Thore, Mauern, Brücken, Pallisaden u. s. f. befestiget wird, um sie zu zersprengen.
 
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Pēter, Genit. Peters, ein eigenthümlicher Taufnahme des männlichen Geschlechtes, welcher aus dem Griechischen πετρος ein Stein, Fels, entlehnet, und im gemeinen Leben am häufigsten ist, dagegen man in der anständigen Sprechart in vielen Fällen ihn lieber mit der Lateinischen Endung Petrus, Petri gebraucht. Der Apostel Petrus, der heilige Petrus; im gemeinen Leben Sanct Peter. Petri Kettenfeyer, Petri Stuhlfeyer, zwey Festtage in der Römischen Kirche. Der Ungewittervogel, Procellaria L. wird bey den Seeleuten S. Adelung Peter und Petrell genannt, weil er nahe über den brausenden Wellen herum flattert, und wie der Apostel Petrus gleichsam auf denselben zu gehen scheinet.
 
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Der Peterbatzen, des -s, plur. ut nom. sing. Siehe das folgende.
 
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Der Petermann, des -es, plur. die -männer, Diminut. das Petermännchen. 1) Ein Kind, dessen Taufnahme Peter ist,

[Bd. 3, Sp. 696]


pflegt man im gemeinen Leben zuweilen Petermann zu nennen. Ehedem schrieben sich auch erwachsene Leute so, wie Diezmann für Dietrich. 2) Der Petersfisch, kommt in einigen Gegenden gleichfalls unter dem Nahmen des Petermannes und Petermännchens vor. 3) Eine Münze, auf welcher das Bild des Apostels Petri gepräget ist. In diesem Verstande ist ein Petermann oder großes Petermännchen, welches auch ein Peterbatzen heißt, eine Münze, welche im Tierischen 5. Kreuzer oder 3 gewöhnliche Petermännchen gilt. Ein Reichsthaler hält daselbst 18 große Petermännchen oder Peterbatzen, oder 54 gewöhnliche Petermännchen. In Aachen gilt ein Petermännchen 44/9 Pfennige. 4) Auch eine Art gemeinen Zeuges ist im gemeinen Leben unter dem Nahmen Petermann bekannt, welcher, wenn er gewallt würde, ein wirklicher Drognet seyn würde.
 
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Der Peterschierling, des -es, plur. inus. S. Adelung Petersilie.

 

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