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Pêsthaus bis Pēter (Bd. 3, Sp. 695)
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Artikelverweis Das Pêsthaus, des -es, plur. die -häuser, ein Haus außer der Stadt, in welches man zu Pestzeiten die angesteckten Personen zu schaffen pflegt; eine Art der Lazarethe oder Stechhäuser.
 
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Die Pestillếnz, plur. die -en, aus dem Lat. Pestilentia, welches für Pest im gemeinen Leben am üblichsten ist.
 
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Pestilenziālisch, adj. et adv. der Pest ähnlich, in derselben gegründet, im höchsten Grade ansteckend; am häufigsten im gemeinen Leben. Eine pestilenzialische Luft. Pestilenzialische Ausdünstungen. Der höhern Schreibart ist dafür pestilenzisch angemessener.
   Eine gefürchtete Zeit, mit pestilenzischem Fittig
   Wallet auf Nebeln die Seuche daher,
   Zachar.
 
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Die Pestilếnzkraut, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme der Geißraute, Galega L. weil sie ein kräftiges Mittel wider die Pest seyn soll; Pestilenzwurz.
 
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Der Pestilếnzvogel, des -s, plur. die -vögel, eine Art braunfahler Grasmücken mit weißlich gesäumten Federn, von welchen man glaubt, daß sie häufig in die Gärten kommen, wenn eine Pest bevorstehet; Sylvia pestilentialis Klein. Todtenvogel, Nesselfink.
 
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Die Pestilếnzwurz, plur. inus. ein Nahme verschiedener Gewächse, welche vorzügliche Kräfte gegen die Pest besitzen sollen. 1) Der Geißraute, Galega L. S. Adelung Pestilenzkraut. 2) Einer Art Huflattiges, mit einem eyförmigen Blumenstrauße, welche am Ufer der Quellen und Flüsse wächst; Tussilago Petasites L. Pestilenzwurzel, Dockenblätter, Brennwurz, Neunkraft, Roßpappel, Schweißwurzel. Die Wurzel wird mit unter Gift- und Schweiß treibenden Mittel gezählet.
 
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Die Pêstordnung, plur. die -en, eine obrigkeitliche Verordnung in Ansehung des Verhaltens in Pestzeiten.
 
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Der Pêstprêdiger, des -s, plur. ut nom. sing. ein Prediger, welcher in Pestzeiten dazu verordnet wird, die Kranken zu besuchen und zu trösten.
 
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Die Pêstzeit, plur. die -en, diejenige Zeit, da die Pest in einem Lande, oder an einem Orte herrschet.
 
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Die Petárde, plur. die -n, aus dem Franz. Petarde, in der Artillerie, eine Art eines Geschützes in Gestalt eines abgekürzten Kegels, welches mit Pulver gefüllet, und an die Thore, Mauern, Brücken, Pallisaden u. s. f. befestiget wird, um sie zu zersprengen.
 
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Pēter, Genit. Peters, ein eigenthümlicher Taufnahme des männlichen Geschlechtes, welcher aus dem Griechischen πετρος ein Stein, Fels, entlehnet, und im gemeinen Leben am häufigsten ist, dagegen man in der anständigen Sprechart in vielen Fällen ihn lieber mit der Lateinischen Endung Petrus, Petri gebraucht. Der Apostel Petrus, der heilige Petrus; im gemeinen Leben Sanct Peter. Petri Kettenfeyer, Petri Stuhlfeyer, zwey Festtage in der Römischen Kirche. Der Ungewittervogel, Procellaria L. wird bey den Seeleuten S. Adelung Peter und Petrell genannt, weil er nahe über den brausenden Wellen herum flattert, und wie der Apostel Petrus gleichsam auf denselben zu gehen scheinet.

 

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