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Pêrlhirse bis Perrückenfutter (Bd. 3, Sp. 690 bis 691)
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Artikelverweis Die Pêrlhirse, plur. inus. ein Nahme des officinellen Steinsamens, Lithospermum officinale L. auch Steinhirse genannt; welche Nahmen insgesammt von den vier eyförmigen Samenkörnern dieser Pflanze herrühren, welche der Hirse, ingleichen den Perlen gleichen, und so hart wie Stein sind.
 
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Das Pêrlhuhn, des -es, plur. die -hühner, eine Art Afrikanischer Hühner, welche von der Küste Guinea zu uns gebracht worden, und unsern zahmen Hühnern gleichen, nur daß sie einen unterwärts gebogenen Schwanz, einen harten Höcker auf dem Kopfe, und perlenfarbene Flecken und Puncte auf den schwarzen Federn haben; Meleagris L. Alector Guineensis Klein. Die Franzosen brachten sie im 14ten Jahrhunderte mit aus Guinea; indessen waren sie doch schon den Alten bekannt, indem Horaz und Juvenal, welche sie Aves afras nennen, ihrer als Seltenheiten gedenken. Perlhuhn fasset beyde Geschlechter in sich. Will man sie näher unterscheiden, so nennet man das männliche den Perlhahn und das weibliche die Perlhenne.
 
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Pêrlicht, adj. et adv. den Perlen ähnlich.
 
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Der Pêrllauch, des -es, plur. inus. eine noch ziemlich unbekannte Art des Lauches, welche aus vielen kleinen perlenförmigen und perlenfarbigen Zwiebeln bestehet, und aus den im Winter abgenommenen und im März gepflanzten kleinen Nebenschößlingen des Porree erzeuget wird. Er scheinet das Allium rotundum des Linnee zu seyn.
 
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Das Pêrlsalz, des -es, plur. inus. in der Chymie, Urinsalz vom zweyten Anschusse; vielleicht wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt.
 
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Die Pèrnife, plur. die -n, der Schweizerische Nahme der Rothhuhnes, S. dieses Wort.
 
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Der Perpendikel, des -s, plur. ut nom. sing. aus dem spätern Lat. Perpendiculum, eine gerade Linie mit einem Gewichte an dem einen Ende, welche an dem andern Ende beweglich ist, und sich wechselsweise hin und her beweget. Besonders an einer Uhr, wo derselbe im Deutschen auch die Unruh, bey den Neuern aber das Pendul genannt wird, S. das letztere.
 
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Perpendikulǟr, adj. et adv. aus dem mittlern Lat. perpendicularis, nach dem Mittelpuncte der Erde gerichtet. Ingleichen mit dem Horizonte, und in weiterer Bedeutung mit einer jeden andern Linie einen rechten Winkel machend; senkrecht, lothrecht, und im Bergbaue seiger.

[Bd. 3, Sp. 691]



 
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Die Perrcke, oder Perrúcke, plur. die -n, Diminut. das Perrückchen, aus dem Franz. Peruque, eine zierliche aus fremden Haaren verfertigte Bekleidung des ganzen Kopfes, entweder zur Bequemlichkeit, oder auch den Mangel eigener Haare zu ersetzen. Eine Perrücke tragen. Bey einigen lautet das Wort Parucke und Parücke, welches sich aber von dem Französischen zu sehr entfernet. Die Gewohnheit, den Mangel eigener Haare durch falsche zu ersetzen, ist sehr alt, und findet sich schon bey den Römern. Auch in Deutschland war sie zu den Zeiten der Schwäbischen Kaiser nicht selten, wo man ein solches Haargebäude eine Haarhaube nannte, S. dieses Wort. Indessen sind unsere heutigen Perrücken eine Erfindung der Franzosen, daher wir mit denselben auch den Französischen Nahmen angenommen haben, dessen Abstammung doch so ausgemacht noch nicht ist. In der Rothwälschen Diebessprache heißt eine Perrücke Purschaupel, welches die Etymologie nicht wenig erleichtern kann. Einige übertriebene Puristen in der Sprache haben den Französischen Nahmen auszumerzen gesucht, und dafür Haarmütze angerathen, womit sie aber nur verlacht worden. Der Nahme Mütze ist bereits zu niedrig geworden, als daß er sich ohne Ärgerniß von einem so feyerlichen Kleidungsstücke als die Perrücke ist, sollte gebrauchen lassen.
 
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Der Perrückenbaum, des -es, plur. die -bäume, ein Nahme, welchen einige dem Färberbaume, Rhus Cotinus L. geben, wovon der Grund vermuthlich in dem Wachsthume der Zweige und des Laubes zu suchen ist.
 
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Das Perrückenfutter, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Perrückenmachern, eine Art Haube, welche aus Bändern zusammen genähet wird, die Haare, welche eigentlich die Perrücke ausmachen darauf zu befestigen; die Perrückenhaube.

 

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