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Pêrlbirn bis Pêrlenfisch (Bd. 3, Sp. 687 bis 689)
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Artikelverweis Die Pêrlbirn, plur. die -en, eine Art kleiner, länglicher, fast eyrunder Birnen, von gelblicher oder grüner Farbe, mit einem kurzen dicken Stiele, welche zu Anfang des Septembers reift: Honigbirn, frühe Zuckerbirn, Franz. Petit Blanquette, Poire à la perle.
 
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Die Perlbohne, plur. die -n, eine Art weißer ovalrunder Schminkbohnen, von der Größe einer großen Erbse; Erbsbohne, Eyerbohne, Prinzessinnbohne.
 
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1. Die Pêrle, plur. die -n, im gemeinen Leben einiger Gegenden, z. B. in Niedersachsen, ein mit Löchern durchbohrtes Bret, dergleichen die löcherige Scheibe in dem Butterfasse, ingleichen das mit Löchern versehene Bret ist, wodurch bey dem Brauen das Bier durchgeseihet wird. Es gehöret in dieser Bedeutung unstreitig zu bohren.
 
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2. Die Pêrle, plur. die -n, Diminut. das Perlchen, eine rundliche kleine feste Masse, eine kleine Beere. 1. Überhaupt; wo es nur noch in einigen Fällen üblich ist. Im gemeinen Leben einiger Gegenden wird die verhärtete Feuchtigkeit im Auge, welche im Oberdeutschen der Zieger heißt, die Perle genannt. Noch häufiger heißen die kleinen krausen Knöpfchen, welche der Hirsch unten an dem Geweihe nahe am Kopfe an der so genannten Rose hat, Perlen. 2. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung sind die Perlen weiße rundliche Auswüchse oder Verhärtungen in den Perlenmuscheln, welche wegen ihrer Seltenheit und schönen Weiße

[Bd. 3, Sp. 688]


sehr hoch geschätzet, und unter die Juwelen gerechnet werden. 1) Eigentlich. Perlen suchen, Perlen fischen, die Perlenmuscheln fischen, um die Perlen zu bekommen. Echte Perlen, im Gegensatze der nachgemachten, unechten oder falschen, welche auch Wasserperlen genannt werden, und wohin die Glasperlen und Wachsperlen gehören. Orientalische Perlen, im Gegensatze der geringern occidentalischen. S. auch Lothperle, Zahlperle, Brockenperle, Kartenperle, Staubperle u. s. f. Mit Perlen geschickt. 2) Figürlich. (a) Wegen einiger Ähnlichkeit in der glänzenden runden Gestalt. So wird dasjenige Insect, welches im gemeinen Leben das Heupferd heißt, Libellula grandis L. in vielen Gegenden die Perle genannt; vermuthlich wegen der glänzenden Augen, mit welchen der ganze Kopf besetzt zu seyn scheinet. Die kleinen Bläschen, welche bey dem Einschenken des Bieres und Weines zuweilen aufsteigen, Thränen, glänzende Wassertropfen, heißen häufig Perlen.
   Sieh die Blume richtet sich auf; voll blitzender Perlen
   Lacht sie schöner umher,
   Zachar. (b) Wegen der Kostbarkeit. So pflegt man eine Person von vorzüglichem Werthe, eine vorzügliche Eigenschaft u. s. f. besonders in der höhern Schreibart, eine Perle zu nennen.
   Anm. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter Berille, im Nieders. Berel, im mittlern Lat. Perla, im Franz. Perle, im Ital. Perla, im Engl. Pearl, im Schwed. Perla, im Böhm. Perle. Es ist, wie schon von andern bemerket worden, sehr wahrscheinlich, daß es das Diminut. von Beere, in dessen weitern Bedeutung, einer runden oder rundlichen Masse ist, daher es in einigen Gegenden auch das Perle im ungewissen Geschlechte lautet. Ihre ziehet zwar diese Ableitung in Zweifel, aber die Gründe, welche er anführet, sind nicht von der Stärke, daß sie selbige verdächtig machen könnten. Auch Ovid nennet eine Perle an einem Orte Baccam. Bey unsern ältesten Schriftstellern kommt dieses Wort nicht vor. Tatians Übersetzer nennt die Perle Merigrozza, und der Angelsachse Meregrot. Es ist schon von andern angemerket und erwiesen worden, daß dieses Wort Meersteinchen bedeutet, von Graus, Gries, Nieders. Grut, (siehe Graus,) und daß aus diesem Worte auch das Griech. μαργαριτς Lat. Margarita gebildet worden, zumahl da selbst Plinius bekennet: ne apud Barbaros quidem, inveniores ejus, aliud (nomen) quam Margaritae. S. Adelung Scherzen in Schilters Gloss. v. Merigrozza. Übrigens kommen bey dem Hornegk für Perle auch die Wörter Glaim und Gimme vor, wovon das letztere das Lat. Gemma ist. Wenn die ältern Oberdeutschen Schriftsteller den Schlagfluß Perle nennen, so ist es daselbst ohne Zweifel aus dem Griech. und Lat. Paralysis verderbt.
 
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Pêrlen, verb. reg. neutr. mit haben, von einem flüssigen Körper, kleine Bläschen in Gestalt der Perlen werfen. Champagner perlet, wenn er eingeschenket, oder beweget wird.
 
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Die Pêrlenauster, plur. die -n, S. Adelung Perlenmuschel.
 
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Die Pêrlenbank, plur. die -bänke, eine Bank, d. i. ein erhöheter Theil des Bodens der See, auf welchem die Perlenaustern gefangen werden.
 
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Der Pêrlenbohrer, des -s, plur. ut nom. sing. ein Drillbohrer, womit man diejenigen Perlen, welche angereihet werden sollen, zu durchbohren pflegt.
 
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Der Pêrlenfang, des -es, plur. die -fänge, der Fang der Perlenmuscheln, ohne Plural; besser, die Perlenfischerey. Ingleichen der Ort, wo sie gefangen werden, und die Zeit, zu welcher selbiges gemeiniglich geschiehet. Daher der Perlenfänger, welchen man doch richtiger den Perlenfischer nennet.

[Bd. 3, Sp. 689]



 
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Pêrlenfarbe, plur. inus. eine milchweiße, der Farbe der Perlen ähnliche Farbe. Daher das Bey- und Nebenwort perlenfarben oder perlenfarbig, diese Farbe habend.
 
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Der Pêrlenfisch, S. Adelung Perlfisch.

 

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