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Pêlzbein bis Pêlzreis (Bd. 3, Sp. 685)
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Artikelverweis Das Pêlzbein, des -es, plur. die -e, bey den Gärtnern einiger Gegenden, ein beinernes Werkzeug, die Rinde an dem Orte, wo man pelzen, d. i. pfropfen, will, aus einander zu biegen.
 
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1. Pêlzen, verb. reg. act. welches nur im gemeinen Leben für schlagen, prügeln, üblich ist. Jemanden pelzen, ihn abpelzen, auspelzen. Nicht von dem Hauptworte Pelz, sondern als ein Seitenverwandter von dem Lat. pullare, ein Intensivum von dem veralteten fillen, schlagen, stoßen, Lat. pellere, wohin auch walken gehöret. Im Dithmarsischen ist bülsen gleichfalls prügeln, und im Böhmischen Palice ein Hammer, Schlägel, Stößel.
 
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2. Pelzen, verb. reg. act. welches in manchen, besonders Oberdeutschen Gegenden für pfropfen und impfen üblich ist. Einen Zweig von einem Apfelbaume auf einen Quittenstamm pelzen, d. i. pfropfen. Gepelztes Obst, gepfropftes. Im Schwabensp. belizen. Entweder von Pelz in dessen weitesten Bedeutung der Haut, indem bey dem Pelzen der Zweig in die aufgeschnittene Rinde des Baumes gesetzet wird, oder auch als ein Intensivum von dem veralteten fillen, schneiden, schinden. Daher das Pelzen.
 
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Der Pêlzer, des -s, plur. ut nom. sing. ein nur in einigen vornehmlich Niederdeutschen Gegenden übliches Wort, einen Kürschner zu bezeichnen. Nieders. Pilster, Franz. Pelletier.
 
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Das Pêlzfutter, des -s, plur. ut nom. sing. ein Unterfutter von Pelz oder Pelzwerk.
 
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Pêlzicht, -er, -ste, adj. et adv. einem Pelze, d. i. einer zähen, dicken Haut, ähnlich. S. Adelung Pelz 2 1). Pelzichte (lederhafte, zähe) Birnen. Pelzig würde bedeuten voller Pelz.
 
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Der Pelzkamm, des -es, plur. die -kämme, bey den Kürschnern, ein eiserner Kamm, das Pelzwerk damit zu kämmen und zu reinigen.
 
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Der Pêlzkragen, des -s, plur. die -krägen, ein Kragen von Pelzwerk oder Rauchwerk.
 
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Das Pêlzmèsser, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Gärtnern einiger Gegenden, ein Messer, damit zu pelzen, d. i. zu pfropfen; das Pfropfmesser.
 
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Die Pêlzmütze, plur. die -n, eine von außen und innen mit Pelzwerk besetzte Mütze.
 
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Das Pêlzreis, des -es, plur. die -er, bey den Oberdeutschen Gärtnern, dasjenige Reis, welches gepelzt oder gepfropft werden soll; das Pfropfreis.

 

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