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Pếchschwarz bis Peilketafel (Bd. 3, Sp. 680 bis 681)
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Artikelverweis  Pếchschwarz, adj. et adv. so schwarz wie Pech, besonders im gemeinen Leben, wo es sehr häufig intensive für sehr schwarz gebraucht wird.
 
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Der Pêchstein, des -es, plur. die -e, eine in der Gegend der Stadt Meißen bey Milditz und Schlettau befindliche Steinart, welche ein verhärteter Letten zu seyn scheinet, und zwischen dem Serpentin und Jaspis in der Mitte stehet, aber noch nicht genug untersucht ist. Sie ist weißlich, gelblich, roth, grün, bunt u. s. f. von Farbe. In Schlettau, eine halbe Stunde von Meißen, werden fast alle Häuser aus diesem Steine gebauet.
 
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Die Pếchtanne, plur. die -n, in einigen Gegenden ein Nahme der eigentlichen Fichte, Pinus Abies picea Cram. welche auch Rothtanne und Harztanne genannt wird, und das meiste Pech oder Harz gibt, S. Adelung Fichte.
 
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Die Pếchtonne, plur. die -n, ein mit Pech und andern brennbaren Materien angefülltes Faß, welches in der Nachtzeit angezündet wird, in unruhigen Zeiten Signale damit zu geben.
 
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Der Pếchtorf, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, die beste Art des Torfes, welches schwarz, dicht und schwer ist, und aus einem mit Erdöhl durchdrungenen Gemenge von Gartenerde und Wurzeln bestehet; zum Unterschiede von dem Blättertorfe und Papiertorfe.
 
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Das Pedāl, des -es, plur. die -e, aus dem Lat. Pes, pedis, dasjenige Clavier an einer Orgel, welches mit den Füßen gespielet wird; das Fuß-Clavier. Es soll im 15ten Jahrhunderte von einem Deutschen, Nahmens Bernhard, seyn erfunden worden.
 
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Der Pedánt, des -en, plur. die -en, Fämin. die Pedantinn, ein Gelehrter, und in weiterer Bedeutung, eine Person, welche Kleinigkeiten als wichtige Dinge ansiehet und vertheidiget. Im weitesten Verstande nennet man jeden Gelehrten ohne Geschmack und Sitten einen Pedanten, worunter denn auch die Pedanten der vorigen engern Bedeutung begriffen sind. Franz. Pedant, Ital. Pedante. Daß dieses Wort in den mittlern Zeiten aus irgend einem Lateinischen gebildet worden, ist wohl gewiß, ob sich gleich der rechte Stamm bisher noch nicht mit Gewißheit hat wollen ausfündig machen lassen. Frisch leitet es sonderbar genug von dem Lat. pedere her, ohne Zweifel, so fern der Mangel der Sitten sich bey Pedanten oft nur zu sehr auszeichnet. Nach dem Ferrarius stammet es von Pedaneus ab, und bedeutet Magistrum pedaneum, d. i. einen Unterschulmeister, welcher bey den Römern nicht auf dem Katheder saß, sondern stehend lehren mußte. So viel ist gewiß, daß dieses Wort zuerst von Schulmännern gebraucht worden, welche einen übertriebenen Werth auf ihre Schulgelehrsamkeit legen, und im verächtlichen Verstande auch Schulfüchse genannt werden. Im mittlern Lat. ist pedaneus Judex ein Unterrichter,

[Bd. 3, Sp. 681]


und pedanea Causa eine geringe, unerhebliche Sache.
 
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Die Pedanterēy, plur. die -en, das Betragen eines Pedanten, besonders die Erhebung unnützer Kleinigkeiten als wichtiger Dinge aus Mangel des Geschmackes.
 
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Pedántísch, -er, -te, adj. et adv. einem Pedanten ähnlich, in dessen Eigenschaft gegründet.
 
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Der Pedếll, des -en, plur. die -en, aus dem mittlern Lat. Pedellus, ein Gerichtsdiener, welcher die Parteyen vor Gericht fordert, welche Nahmen derselbe noch bey verschiedenen Civil- und Criminal-Gerichten, z. B. bey dem Stadt- und Landgerichte zu Erfurt, führet. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung werden die Diener der Universitäts-Gerichte, welche die Parteyen vor Gericht laden, Pedellen genannt. Weil dieses Wort im mittlern Lat. auch Bedellus, Badellus, Bidellus, Franz. Bedeau und Pedeau, Ital. Bidello, lautet, so glauben die meisten Wortforscher, daß es im mittlern Lateine aus unserm Büttel, welches ehedem in eben diesem Verstande gebraucht wurde, und von biethen abstammet, gebildet, und in dieser ausländischen Gestalt wieder von den Deutschen angenommen worden. Allein, warum sollte es nicht eben so gut von Pes, pedis, herkommen können, als Pedissequus, welches schon bey den Römern einen Lackeyen bedeutete, da es doch eine ihrer vornehmsten Obliegenheiten ist, dem Richter nachzutreten, um dessen Befehle zu vollziehen? Badellus, Bidellus, Baderius u. a. m. können deßwegen immer aus Bothe oder Büttel gebildet seyn.
 
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Die Peilketafel, S. Adelung Beilketafel.

 

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