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Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Pausen bis Pếchblènde (Bd. 3, Sp. 677 bis 678)
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Artikelverweis  Pausen, aufschwellen, S. Adelung Bausen.
 
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Pausiren, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und erst in den neuern Zeiten aus dem Ital. pausare, oder dem mittlern Lat. pausare entlehnet ist, eine Zeit lang aufhören eine Handlung zu verrichten. Besonders in der Musik, eine Zeit lang schweigen. Die ältern Deutschen gebrauchten dafür das nun veraltete pausen.
 
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Pausten, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, und das Intensivum von pausen oder vielmehr bausen, aufschwellen, ist, sehr aufschwellen und sehr aufschwellen machen. Es kommt in der anständigen Sprechart der Hochdeutschen nur selten vor. Die Taschen pausen, bausen, oder pausten, wenn sie voll gestopfet sind, und daher abstehen. Die Backen aufpausten, aufblasen. S. Adelung Bausback. Daß ihr nur paustet Worte, die mich verzagt machen sollen, Hiob 6, 26; wofür es bey Michaelis heißt, die Worte eines Verzweifelnden gehen in die Luft. Vor Fett pausten, schnaufen.
   Anm. Im Nieders. wird pusten für blasen überhaupt gebraucht. Im Schwed. bedeutet pösa, und im Finnländ. paisun gleichfalls aufschwellen, und im Ital. pausare pausten. Die Lat. Pusula und Pustula, eine Blatter und Blase, gehören, wie schon Ihre anmerkt, gleichfalls dahin. Übrigens sind bausen, pausen, bauschen und pausten lauter Wörter, welche den Schall des Blasens und dadurch verursachten Aufschwellens genau ausdrucken.
 
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Die Pautkebêêre, plur. die -n, eine nur in einigen Gegenden, z. B. in Preußen, übliche Benennung der Kratzbeeren oder Thaubeeren, Rubus Chamaemorus L. welche den Brombeeren gleichen und nur in den nordischen Ländern in nassen Gegenden wachsen.
 
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Die Pavedêtte, plur. die -n, eine Art zahmer Tauben, welche ein großes fleischiges Gewächs auf der Nase und rothe Augen haben; die Brieftaube, Columba tabellaria Klein. weil sie wegen ihres starken Fluges zum Brieftragen am geschicktesten ist. Im Nieders. lautet dieses Wort Pavedette, Povedette, Pawedette, Paudette. Der Nahme scheinet Französisch zu seyn, obgleich diese Tauben im Franz. am häufigsten Couriers genannt werden.

[Bd. 3, Sp. 678]



 
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Der Pavian, S. Adelung Bavian.
 
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Die Pavīe, plur. die -n, bey den Gärtnern, ein aus dem Franz. Pavie entlehnter Nahme der rauchen Pfirschen, bey welchen der Kern am Fleische fest sitzet.
 
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Der Pāvillon, (sprich Pawilljong,) des -s, plur. die -s, aus dem Franz. Pavillon, ein Dach, welches von allen vier Seiten gegen die Mitte zu spitzig zusammen läuft, und ein mit einem solchen Dache versehenes Gebäude. Ferner ein Zelt mit einem stumpfen Dache, und ein ähnlicher Himmel über ein Bett. Ingleichen ein Sommerhaus mit einem runden Dache, in Gestalt eines Gezeltes. Dieses Wort ist schon in den mittlern Zeiten aus dem Französischen entlehnet, aber auch häufig in Paulun verstellet worden, wovon Frisch einige Beyspiele aus Niedersächsischen Schriftstellern anführet. Bey andern kommt dafür Bawelin vor; alle in der Bedeutung eines Thronhimmels.
 
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Das Pêch, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, ein festes Harz, welches, wenn man es angreift, an den Fingern klebet, S. Adelung Bergpech und Judenpech. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, ein geläutertes und bis zu einer gewissen Consistenz eingesottenes Fichten- oder Kieferharz, welches schwarzbraun von Farbe und fester als der Theer ist. Das Waldpech, welches auch nur das Pech schlechthin genannt wird, und das Pech ist, so wie es in dem Walde aus dem Harze geläutert oder aus den Kienstöcken gebrannt wird, zum Unterschiede von dem Schusterpeche, welches aus Harz und Talg bestehet. Ein Bier lieget auf Pech, wenn es in ausgepichten Fässern aufbehalten wird. Sprichw. wer Pech angreift, besudelt sich, welches schon Sir. 13, 1 vorkommt. Ehedem pflegte man auch das Harz selbst, noch ehe es gesotten worden, Pech zu nennen, S. Pechrinne, Pechholz u. s. f.
   Anm. Schon bey dem Ottfried Beh, im Schwabenspiegel dag Bech, im Nieders. dat Pick, im Angels. Pic, im Engl. Pitch, im Wallis. Pyg, im Dän. Beeg, im Schwed. Beck, im Isländ. Bik, im Bretagnischen Pec, im Franz. Poix, im Ital. Peccia, Pece, Pegola, im Lat. Pix, im Griech. πισσα, πιττα, im Slavon. Pekal. Es stammet von dicken, backen, ab, welche noch im gemeinen Leben üblich sind, und kleben bedeuten, wegen der kleberigen Eigenschaft des Peches. Bey dem Ottfried bedeutet Beche die Dunkelheit, Schwärze, Finsterniß, wo es aber auch von einem andern Stamme seyn kann. S. Adelung Pechschwarz. In einigen obgleich wenigen Gegenden ist es männlichen Geschlechtes, der Pech.
 
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Der Pếchbaum, des -es, plur. die -bäume, in einigen Gegenden ein Nahme der gemeinen Kiefer, Pinus sylvestris Cram. welche auch Kienbaum und Fohre genannt wird, aber mit der Pechtanne nicht verwechselt werden muß.
 
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Die Pếchblènde, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, im Bergbaue und in der Mineralogie, eine schwarze Blende mit klaren und dünnen Blättern; zum Unterschiede von der grobblätterigen Hornblende. Beyde halten Zink, zuweilen auch Silber.

 

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