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Pastināke bis Pathenbrief (Bd. 3, Sp. 670 bis 671)
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Artikelverweis Die Pastināke, plur. die -n, die rübenartige, starke, eßbare Wurzel einer Pflanze, welche auf den Rainen und Triften des mittägigen Europa wild wächset, in unsern Gärten aber zu einem schmackhaften Gemüse veredelt wird; Pastinaca L. Pastinakwurzel, in einigen Gegenden Hirschmöhren, Wälsche Petersilie. Wegen einiger Ähnlichkeit in den Wurzeln wird auch die wilde Möhre, Daucus Carota L. und in andern der Durchwachs, Bupleurum rotundifolium L. wilde Pastinake genannt, so wie auch die Wasserpetersilie, Sium latifolium L. in einigen Gegenden Wasserpastinake heißt.
   Anm. Im gemeinen Leben wird dieser Nahme ist Pasternak, Palsternak, Pastnach, Pfingsternakel u. s. f. verderbt. Frisch führet auch die Formen Pasteney, Pastiney, Bestenau, und Peilstert an. Der Nahme ist aus dem Lat. Pastinaca, welcher schon bey dem Plinius vorkommt. In einigen Gegenden ist er männlichen Geschlechtes, der Pastinak, welches aber wider das Lateinische Geschlecht und den bessern Gebrauch ist. Große Pastinakwurzeln werden in Niedersachsen Palsterquabben genannt.
 
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Der Pástor, des Pastōris, oder Pástors, Plur. die Pastōres, (im niedrigen Leben Pástors,) das Lateinische Wort Pastor, ein Hirt, welches in der evangelischen Kirche als ein Ehrentitel der Pfarrer und Prediger üblich ist, wenn sie mit keinem andern Titel versehen sind. Der Pastor zu N. Herr Pastor. Dessen Gattinn alsdann auch die Pástorinn genannt wird. Im Oberdeutschen ist dafür das Wort Pfarrer üblicher. In engerer Bedeutung ist Pastor der Hauptprediger an einer Kirche, wenn ihrer mehrere sind, zum Unterschiede von dem Diacono. Daher das Pastorāt, die Stelle und das Amt eines Pastoris, ingleichen dessen Wohnung.
 
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Die Patāte, plur. die -n, S. Adelung Batate. Im gemeinen Leben pflegt man die Kartoffeln, oder Wurzeln des Solani tuberosi L. häufig mit den Bataten oder Pataten zu verwechseln, und im Dänischen kennet man für sie keinen andern Nahmen, als den letztern, so wie sie auch im Engl. Potatoes heißen. Indessen sind sie doch wesentlich verschieden, indem die Bataten, Convolvulus Batatas L. welche man in England nur auf den Mistbeeten ziehet, in unserm Himmelsstriche noch weniger fortkommen.
 
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Die Patếll-Múschel, plur. die -n, eine Art Schnecken mit unordentlich gewundenen Häusern, deren fast konische mit sehr unmerklichen Windungen versehene Schale einer Schüssel oder einem Napfe ähnlich siehet, daher sie auch Schüsselmuschel und Napfmuschel genannt wird; Patella L. welcher Lateinische Nahme eben denselben Grund hat. Versteinert wird eine solche Muschel der Patellīt, des -en, plur. die -en, genannt.
 
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Die Patēne, plur. die -n, die kleine Oblaten-Schüssel, welche in den Kirchen bey dem Abendmahle gebraucht wird; aus dem Lat. Patina, im mittlern Lat. Patena.
 
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Das Patếnt, des -es, plur. die -e, aus dem mittlern Lat. Patenta, Franz. Patente, welches für Litterae patentes stehet. 1) Ein obrigkeitlicher Befehl, welcher jedermann angehet. 2) Die schriftliche Bestallung eines Officiers.
 
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Der Pāter, plur. die Pātres, (im gemeinen Leben die Pāters,) das Lateinische Wort Pater, Vater, so fern es in der Römischen Kirche als ein Ehrentitel der gelehrten Ordensgeistlichen übliche ist. Der Pater Hell. Herr Pater Hell. Herr Pater.
 
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Das Paternóster, des -s, plur. ut nom. sing. ein aus den beyden ersten Worten des Lat. Vater unser, Pater noster, zusammen gezogenes und besonders in der Römischen Kirche übliches Wort. 1) Das Vater unser, das Gebeth des Herren. Ein Pater noster bethen. 2) Jede zehnte große Kugel in dem Rosenkranze, bey welcher das Vater unser gebethet wird, dagegen bey den kleinern Zwischenkugeln nur das Ave Maria gesprochen wird; daher denn, 3) auch der Rosenkranz selbst das Paternoster heißt,

[Bd. 3, Sp. 671]


in Baiern der Bether. 4) Figürlich führen noch verschiedene Dinge wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem Rosenkranze den Nahmen des Paternosters. Dergleichen sind verschiedene an eine Schnur gereihete Arten des Geschmeides, Geldstücke u. s. f. welche man den Kindern um den Hals zu hängen pflegt, und welche an einigen Orten auch das andere Geschlecht zur Zierde trägt. Auch eine geringere Art des aus Preußen, Curland und Liefland zu uns gebrachten Flachses führet den Nahmen Paternoster oder Paternoster-Flachs, vielleicht weil er zuweilen mit gedreheten Knocken unvermischt ist.
 
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Das Paternóster-Wêrk, des -es, plur. die -e, eine Wasser-Maschine, wo vermittelst mehrerer an eine Kette oder an ein Seil gebundener ledernen mit Haaren ausgestopften Kugeln, welche durch eine oder mehrere Röhren gehen, das Wasser aus der Tiefe gehoben wird. Gleichfalls wegen einiger Ähnlichkeit mit einem Paternoster. Daher die Paternoster-Kunst, eine auf solche Art eingerichtete Wasserkunst, welche auch wohl eine Taschenkunst und Püschelkunst, vielmehr Bäuschelkunst, genannt wird, von den ledernen Bäuscheln oder Kugeln, S. Adelung Bausch.
 
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Der Pathe, des -n, plur. die -n, Fämin. die Pathe, plur. die -n, ein Wort, welches noch in einer doppelten Beziehung gebraucht wird. 1) Eine Person, welche ein Kind aus der Taufe hebt, dasselbe zur Taufe darbringt; doch nur in Rücksicht auf den Täufling, dagegen eine solche Person in Rücksicht auf die Ältern des Kindes und auf die übrigen Taufzeugen Gevatter und Gevatterinn heißt. Er ist mein Pathe, er hat mich aus der Taufe gehoben. Sie ist seine Pathe, hat ihn aus der Taufe gehoben. S. Adelung Taufzeuge. In einigen Gegenden lautet es im weiblichen Geschlechte die Pathinn, dagegen in andern der Pathe auch wohl von beyden Geschlechtern gebraucht wird. In der Römischen Kirche werden die bey der Firmelung nöthigen Zeugen gleichfalls Pathen genannt. Im Angels. heißt ein Pathe Godfaeder, Godmoder, Engl. Godfather, Godmother, und im Schwed. Gudfader und Gudmoder, S. Gevatter. In Franken hat man dafür die Wörter Tod und im Fämin. Toda, in Baiern, der Schweiz und Schwaben God, Göte, im Fämin. Goden. 2) Der Täufling in Ansehung der Taufzeugen, Diminut. das Pathchen, Oberd. Pathlein. Carl ist mein Pathe, Friderica meine Pathe. In einigen Gegenden wird auch hier der Pathe von beyden Geschlechtern gebraucht. In den vorhin genannten Oberdeutschen Provinzen ist dafür gleichfalls Göt, Gödel, Göttj, und im Fämin. Gotte üblich. In der Römischen Kirche heißen auch die gefirmelten Personen in Ansehung der dabey gegenwärtigen Zeugen Pathen.
   Anm. Im mittlern Lat. in der ersten Bedeutung Pater spiritualis, auch nur Pater schlechthin, ingleichen Patrinus und im Fämin. Patrina. Gemeiniglich glaubt man, dieses Wort sey aus dem Lat. entlehnet, und mit der christlichen Religion zugleich in Deutschland eingeführet worden. Allein, um der zweyten Bedeutung willen ist dieses sehr unwahrscheinlich. Es hat vielmehr alles Ansehen, daß dieses Wort mit Vater Eines Geschlechtes ist, und ehedem einen jeden sehr nahen Anverwandten bedeutet hat, welches auch von den Oberdeutschen Tod und Göte gilt, wovon das erstere zu dem alten Atta, Tatte, Vater, das letztere aber zu Gatte gehöret. Bey unsern ältesten Schriftstellern kommt es freylich nicht vor; allein, da dieses insgesammt Oberdeutsche sind, so gebrauchen sie dafür das ihnen geläufigere Göte, welches sich unter andern auch in dem Schwabensp. findet.
 
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Der Pathenbrief, S. Adelung Pathenzettel.

 

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