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Pastếll bis Pastināke (Bd. 3, Sp. 669 bis 670)
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Artikelverweis Der Pastếll, des -es, plur. die -e, aus dem Franz. Pastel, welches gleichfalls von Paste, der Teig, abstammet, bey den Mahlern, ein aus Farbenteige geformter und hernach getrockneter Stift, und die Art, damit trocken zu mahlen. In Pastell mahlen, mit solchen Stiften. Am üblichsten ist es in den Zusammensetzungen die Pastell-Mahlerey, die Art und Weise mit solchen Stiften zu mahlen, der Pastell-Mahler, das Pastell-Gemählde, der Pastell-Stift, ein solcher Farbenstift u. s. f. Im mittlern Lateine ist Pastellus und Pastillus eine Pastete. Die zur Färberey zubereiteten Waidballen werden im Französischen Pastel genannt, daher auch die Deutschen Material-Händler sie collective Pastell nennen. Schon bey den ältern Griechen hießen sie πασελλοι. Im Ital. sind Pastelli Spanische Räucherkerzchen.
 
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Die Pastēte, plur. die -n, Diminut. das Pastetchen, Oberd. Pastetlein, in den Küchen, einen in einen Teig geschlagene und in dem Ofen gebackene Speise. Fleisch-Pastete, Fisch-Pastete u. s. f. eine in einen solchen Teig geschlagene Fleisch- oder Fischspeise. Es stammet aus dem mittlern Lat. Pastata und Empastata her, welche schon in diesem Verstande vorkommen, und gleichfalls von Pasta, ein Teig, abstammen. Ehedem sagte man im Deutschen auch Pastey, welches dem Franz. Pasté näher kommt.
 
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Der Pastēten-Bäcker, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Pasteten-Bäckerinn, eine Person, welche ihr vornehmstes Geschäft daraus macht, Pasteten zu backen.
 
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Das Pastēten-Band, des -es, plur. die -bänder, eine lange in Holz geschnittene oder ausgestochene Form, den Teig zu dem Rande einer Pastete darin zu formen und auszudrucken; wegen ihrer Länge, in welcher sie einiger Maßen einem Bande gleicht.
 
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Das Pastēten-Brot, des -es, plur. inus. in den Küchen. 1) Der Teig von einer ausgebackenen zerschnittenen Pastete. 2) Eine besondere Art Zwieback, welche aus zerriebenem harten Brote mit Zucker, Mehl und Eyweiß bereitet, und in einem Pasteten-Ofen gebacken wird.
 
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Der Pastēten-Dêckel, des -s, plur. ut nom. sing. der Deckel einer Pastete.
 
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Das Pastēten-Fleisch, des -es, plur. inus. dasjenige Fleisch, welches sich zur Fülle in eine Pastete schickt, oder dazu bestimmt ist.
 
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Der Pastēten-Ofen, des -s, plur. die -Öfen, ein kleiner Ofen, in welchem die Pasteten gebacken werden.
 
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Die Pastēten-Pfanne, plur. die -n, eine zierliche Pfanne mit einem Deckel, worin das Pasteten-Fleisch auf den Tisch getragen wird.
 
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Die Pastēten-Taube, plur. die -n, zuweilen ein Nahme der gemeinen Feldtauben, weil man sie gemeiniglich in die Pasteten zu füllen pflegt.

[Bd. 3, Sp. 670]



 
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Die Pastināke, plur. die -n, die rübenartige, starke, eßbare Wurzel einer Pflanze, welche auf den Rainen und Triften des mittägigen Europa wild wächset, in unsern Gärten aber zu einem schmackhaften Gemüse veredelt wird; Pastinaca L. Pastinakwurzel, in einigen Gegenden Hirschmöhren, Wälsche Petersilie. Wegen einiger Ähnlichkeit in den Wurzeln wird auch die wilde Möhre, Daucus Carota L. und in andern der Durchwachs, Bupleurum rotundifolium L. wilde Pastinake genannt, so wie auch die Wasserpetersilie, Sium latifolium L. in einigen Gegenden Wasserpastinake heißt.
   Anm. Im gemeinen Leben wird dieser Nahme ist Pasternak, Palsternak, Pastnach, Pfingsternakel u. s. f. verderbt. Frisch führet auch die Formen Pasteney, Pastiney, Bestenau, und Peilstert an. Der Nahme ist aus dem Lat. Pastinaca, welcher schon bey dem Plinius vorkommt. In einigen Gegenden ist er männlichen Geschlechtes, der Pastinak, welches aber wider das Lateinische Geschlecht und den bessern Gebrauch ist. Große Pastinakwurzeln werden in Niedersachsen Palsterquabben genannt.

 

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