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Passig bis Paste (Bd. 3, Sp. 668 bis 669)
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Artikelverweis  Passig, adj. et adv. welches nur bey einigen Handwerkern üblich ist, wo es figuriret, d. i. mit erhabenen oder vertieften Figuren oder auch nur Zügen versehen bedeutet, und dem glatt entgegen gesetzet wird. Passig drehen, figurirt, bey den Drechslern. Bey den Zinngießern ist passig kraus oder gerippt gearbeitet, nach Art des Silbergeschirres. Eine passige Kaffehkanne, eine gerippte. Bey 1 Paß ist schon angemerket worden, daß sich dieses Wort auf die eingegrabenen oder eingestochenen Figuren zu beziehen scheine, wovon sich auch in andern Sprachen Spuren finden. Im Ital. ist passare und im Franz. passer durchstechen, durchstoßen, durchpressen u. s. f. Im Latein. ist Pastinum ein Karst, pastinare hacken, und Paxillus ein Pfahl. Passemens sind im Franz. wie Passamani im Ital. allerley figurirte Borten und Schnüre, S. Posamentierer.
 
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Die Passiōn, plur. die -en, ein aus dem Lat. Passio entlehntes und im gemeinen Leben für körperliche Schmerzen und unangenehme Empfindungen übliches Wort. Besonders gebraucht man es von dem letzten verdienstlichen Leiden Christi, von der Zeit in welcher das Andenken desselben gefeyert wird, und welche auch die Fasten heißt, ingleichen von der Geschichte und dramatischen Vorstellung desselben.
 
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Die Passiōns-Blume, plur. die -n, eine Pflanze, in deren Blumen die scharfsichtige Andacht alle bey dem Leiden Christi gebrauchte Werkzeuge zu erblicken geglaubt hat; Passiflora L. Es ist ein ganzes Geschlecht von Pflanzen, welche aber insgesammt in Amerika angetroffen werden.
 
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Passiren, S. Adelung Passieren.
 
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Passiv, adj. et adv. aus dem Latein. passivus, leidend; im Gegensatze des activ oder thätig. Sich passiv verhalten, leidend. Die Passiv-Schuld, welche ich zu bezahlen habe, zum Unterschiede von der Activ-Schuld, welche ich zu empfangen habe.
 
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Die Páßkammer, plur. die -n, an den Passen, d. i. kleinen Schiffskanonen, die hintere Öffnung, durch welche die Ladung hinein gestecket wird, S. Adelung Passe.
 
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Die Páßkarte, plur. die -n, eine nur in der Niederdeutschen Schiffersprache übliche Benennung einer Landkarte, und besonders einer Seekarte. Entweder von passieren, reisen, oder auch von dem veralteten Paß, ein Zirkel, ein übereinstimmiges Maß, eine abgemessene, genau bestimmte Karte zu bezeichnen.
 
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Die Páßkugel, plur. die -n, eine Büchsenkugel, welche genau in das Rohr paßt; im Gegensatze einer Laufkugel.
 
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Páßlich, oder Pßlich, adj. et adv.welches nur im gemeinen Leben einiger Gegenden üblich ist, erträglich, leidlich, mittelmäßig; passierlich, Franz. passable,Ital. passabile.Er befindet sich

[Bd. 3, Sp. 669]


ganz paßlich oder päßlich. Das ist ganz päßlich. Eine päßliche Gesundheit. S. Adelung Unpaßund Unpäßlich.
 
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Der Páßpórt, des -es, plur. die -e, aus dem Französ. Passeport und Ital. Passaporto, ein Freybrief zur ungehinderten Fortsetzung seines Weges, ein Paß. Schwedisch gleichfalls Passport. Im 15ten und 16ten Jahrhunderte verderbte man es in Paßwort, als wenn es Deutschen Ursprunges wäre. Wachter leitete die letzte Hälfte sehr unschicklich von dem Wallisischen Port, die Hülfe, her. Wahrscheinlicher ist es, daß es mit portare zu unserm Fahrt und fahren in dessen weitesten Bedeutung gehöret.
 
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Die Paste, plur. die -n, aus dem Ital. Pasta, im mittlern Lat. Pasta, ein Teig, mit welchem Nahmen man besonders unechte, aus einem Glasteige oder einer Glasmasse nachgemachte Edelsteine besonders, wenn darauf geschnitten worden, Pasten zu nennen pflegt; Aftersteine, Glaspasten.

 

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