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Pardel bis Parten (Bd. 3, Sp. 658 bis 659)
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Artikelverweis Der Pardel, oder Parder, S. Adelung Panther. Der Nahme ist morgenländischen Ursprunges, indem dieses Thier auch im Persischen Par genannt wird.
 
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Der Pardōn, des -es, plur. die -e, ein aus dem Franz. Pardon, nur im gemeinen Leben für Vergebung und Begnadigung übliches Wort, so wie pardonniren, aus dem Franz. pardonner, vergeben, begnadigen.
 
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Paren, S. Adelung Paaren.
 
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Die Parentatiōn, plur. die -en, aus dem Latein. Parentatio, diejenige Rede, welche bey einem Leichenbegängnisse zum Lobe des Verstorbenen und zur Aufrichtung der Leidtragenden gehalten wird; die Trauerrede, Leichenrede oder Standrede, weil sie frey stehend gehalten wird; zum Unterschiede so wohl von der Leichenpredigt, als auch von der bey ansehnlichen Leichenbegängnissen üblichen Abdankungsrede. Daher parentiren, diese Rede halten.
 
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Die Parfórce-Jāgd, plur. die -en, aus dem Franz. par Force, mit Gewalt, diejenige Art der Jagd, da das Wild ohne Garn und Tücher zu Pferde so lange verfolgt wird, bis es niederfällt oder von den Hunden zum Stehen gebracht wird; das Laufjagen, Rennjagen, S. das erstere. Daher der Parforce-Hund, S. Laufhund. Im Theuerdanke wird diese Art der Jagd ein Fortz Gejeid genannt.
 
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Pariren, verb. reg. act. et neutr. aus dem Franz. parer. 1) Gehorchen, als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben; doch nur im gemeinen Leben. 2) In der Fechtkunst ist pariren, oder auspariren, die Stöße oder Hiebe des Gegners von sich weg in die Luft leiten. Einen Stoß pariren. Daher die Parirung, so wohl die Handlung des Parirens, als auch die stärkere Hälfte einer Degenklinge, mit welcher das Pariren geschiehet; die Parirstange, an einem Degengefäße, eine mit dem Stichblatte parallele kleine Stange, welche gleichsam das untere Ende des Bügels fortsetzt. 3) Wetten, aus dem Franz. parier; doch nur im gemeinen Leben.
 
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Das Parlamênt, des -es, plur. die -e, oder -er, in einigen auswärtigen Ländern, z. B. in England und Frankreich, die versammelten Land- und Reichsstände. Aus dem mittlern Latein. Parlamentum, und dieß von parlare, reden, sprechen, Franz. parler, so wie man auch im Deutschen dergleichen Versammlungen ehedem Sprachen zu nennen pflegte, und im gemeinen Leben einiger Gegenden noch jetzt nennet. Franz. Parlement, Engl. Parliament.
 
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Der Parmesān-Käse, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art wohl schmeckender Käse, welcher von der Stadt Parma in der Lombardey seinen Nahmen hat. Indessen macht man ihn daselbst nicht allein, sondern in dem ganzen Herzogthum Mailand, besonders in der Gegend von Lodi.
 
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Die Parōle, plur. die -n, aus dem Franz. Parole, das Wort, besonders im Kriegswesen, dasjenige Wort, woran sich die Wachen, Posten, Befehl und Wache habenden Officiers erkennen; die Losung, zum Unterschiede von dem Feldgeschreye, woran sich die

[Bd. 3, Sp. 659]


Parteyen im Felde erkennen. Auf den Feldwachen werden Parole und Feldgeschrey zugleich, auf andern Wachen aber nur die Parole allein ausgegeben.
 
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Der Part, des -es, plur. die -e, aus dem Franz. Part, ein nur noch im gemeinen Leben übliches Wort. 1) Ein Theil eines Ganzen, oder mehrerer als ein Ganzes betrachteter Dinge Einer Art. Die Waaren in sechs Parte theilen, in sechs Theile. Der Erbpart, das Erbtheil. Besonders der Antheil. Part an etwas haben, Antheil. In Niedersachsen wird der Antheil, welchen jemand an einem gebaueten und ausgerüsteten Schiffe hat, der Part genannt. 1/4 Part, 1/6 Part, 1/8 Part u. s. f. der so vielste Antheil an den sämmtlichen Kosten eines erbaueten Schiffes. Ich für meinen Part, im gemeinen Leben, für meinen Theil, was mich betrifft. Jemanden Part von etwas geben, ihn davon benachrichtigen, in den niedrigen Sprecharten. 2) Ein oder mehrere mit andern streitige Personen, besonders in den Rechten. Der eine Part, der andere Part. Der Gegenpart, der Widerpart. In der bessern Sprechart ist dafür Partey, und in der anständigern Theil, und für Gegenpart Gegner und Gegentheil üblich. S. Adelung Partey. In beyden Bedeutungen ist es in einigen Gegenden sächlichen Geschlechtes, das Part, am häufigsten aber männlichen, wie das Franz. Part, aus welchem es entlehnet worden, obgleich die Aussprache völlig Deutsch ist.
 
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Parten, verb. reg. act. et neutr. aus dem Lat. partiri, welches gleichfalls nur in den niedrigen Sprecharten üblich ist, wo es auf doppelte Art vorkommt. 1) Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, Theil an etwas haben; in welchem Verstande auch anparten vorkommt. 2) Theilen; Nieders. parten, Holländ. parten.

 

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