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Paradiesvogel bis Parfórce-Jāgd (Bd. 3, Sp. 657 bis 658)
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Artikelverweis Der Paradiesvogel, des -s, plur. die -vögel, eine Art Waldvögel, welche nach dem Klein zu den Hähern gehöret, deren Schnabel halb mit zarten, weichen Flaumfedern bedeckt ist. Der Schwanz bestehet aus sehr langen Federn; dieser, die Brust und der Unterleib sind roth, die Kehle lasurblau, das übrige aber gelb; Paradisea L. Pica Paradisi Klein. bey andern Manucodiata, bey einigen Deutschen Schriftstellern Paradieshäher. Weil die Indianer ihm die Füße abzuschneiden, ihn auszustopfen und auf ihren Mützen zu tragen pflegen, so ist daher die Fabel entstanden, daß er keine Füße habe. Er ist in Ostindien einheimisch; ehedem aber glaubte man, daß er sich in dem ehemahligen Paradiese aufhalte. Der Paradiesvogelkönig ist eine Art dieser Vögel, nur daß er weit größer ist. Einige Schriftsteller, z. B. Seba, nennen alle Vögel mit langen Schwänzen Paradiesvögel; z. B. den morgenländischen Schwarzkamm, Upupa Manucodiata Klein. welcher eine Art Wiedehopfe ist.
 
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Paradóx, -er, -este, adj. et adv. einer allgemein angenommenen Meinung entweder wirklich, oder nur zum Scheine widersprechend, wobey es doch unentschieden bleibt, ob die allgemeine Meinung wahr oder falsch ist; aus dem Griech. und Latein paradoxus.
 
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Paralll, -er, -ste, adj. et adv. aus dem Griech. und Latein. parallelus, in allen Puncten gleich weit von einander abstehend, in Einer Richtung mit einander fortgehend; gleichlaufend. Parallele Linien, oder Parallel-Linien. So auch der Parallel-Zirkel, besonders in der mathematischen Erdbeschreibung, ein Zirkel auf der Erd- oder Weltkugel, welcher mit dem Äquator parallel gehet, und auch nur die Parallele genannt wird; das Parallel-Lineal, ein Lineal, parallele gerade Linien damit zu ziehen; das Parallelogramm, des -es, plur. die -en, eine vierseitige Figur, an welcher die gegen über stehenden Seiten einander parallel sind; das Parallelipipedum, ein viereckiges Prisma dessen Grundflächen Parallelogrammen sind.

[Bd. 3, Sp. 658]



 
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Das Parasóll, des -es, plur. die -e, aus dem Franz. Parasol und Ital. Parasole, ein Sonnenschirm.
 
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Die Parce, oder Parze, plur. die -n, in der Mythologie der Griechen und Römer, drey Göttinnen, welche dem Leben der Menschen vorstanden, dessen Lebensfaden spannen, und Klotho, Lachesis und Atropos hießen; wovon die erste den Faden drehete, die zweyte die Spindel hielt, und die letzte ihn abschnitt. Nur Unverständige haben den Nahmen Parce aus dem Latein. parcere ableiten können. Die Römer bekamen ihn von den Griechen, diese aber aus dem Morgenlande, wo im Arabischen pharaka, im Hebräischen und Chaldäischen aber barak, trennen, brechen, abschneiden ist.
 
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Der Párchent, oder Parchet, S. Adelung Barchent.
 
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Der Pardel, oder Parder, S. Adelung Panther. Der Nahme ist morgenländischen Ursprunges, indem dieses Thier auch im Persischen Par genannt wird.
 
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Der Pardōn, des -es, plur. die -e, ein aus dem Franz. Pardon, nur im gemeinen Leben für Vergebung und Begnadigung übliches Wort, so wie pardonniren, aus dem Franz. pardonner, vergeben, begnadigen.
 
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Paren, S. Adelung Paaren.
 
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Die Parentatiōn, plur. die -en, aus dem Latein. Parentatio, diejenige Rede, welche bey einem Leichenbegängnisse zum Lobe des Verstorbenen und zur Aufrichtung der Leidtragenden gehalten wird; die Trauerrede, Leichenrede oder Standrede, weil sie frey stehend gehalten wird; zum Unterschiede so wohl von der Leichenpredigt, als auch von der bey ansehnlichen Leichenbegängnissen üblichen Abdankungsrede. Daher parentiren, diese Rede halten.
 
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Die Parfórce-Jāgd, plur. die -en, aus dem Franz. par Force, mit Gewalt, diejenige Art der Jagd, da das Wild ohne Garn und Tücher zu Pferde so lange verfolgt wird, bis es niederfällt oder von den Hunden zum Stehen gebracht wird; das Laufjagen, Rennjagen, S. das erstere. Daher der Parforce-Hund, S. Laufhund. Im Theuerdanke wird diese Art der Jagd ein Fortz Gejeid genannt.

 

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