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Papierlumpen bis Papisterēy (Bd. 3, Sp. 651 bis 652)
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Artikelverweis Die Papierlumpen, sing. inus. Lumpen, aus welchen Papier gemacht wird, oder gemacht werden soll.
 
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Der Papīermácher, des -s, plur. ut nom. sing. ein Handwerker, welcher Papier aus Lumpen macht; der Papiermüller, so fern er der Inhaber einer Papiermühle ist. Dessen Gattinn die Papiermacherinn. Im Oberdeutschen wird er der Papierer genannt.
 
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Das Papīermāß, des -es, plur. die -e, ein Maß von Papier, dergleichen Maße sich z. B. die Schneider und Schuster bedienen. Bey den Perruckenmachern ist das Papiermaß das papierne Maß der Seitenlocken einer Perrucke, welches in so viele Falze gebrochen ist, als Reihen Locken aufgenähet werden sollen.
 
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Die Papiermühle, plur. die -n, eine Wassermühle, in welcher die Papierlumpen klein gestampfet und zu Papier verarbeitet werden. Daher der Papiermüller, der Inhaber einer Papiermühle, der Papiermacher.
 
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Das Papieröhl, des -es, plur. inus. eine braune einem Öhle ähnliche Feuchtigkeit, welche zurück bleibt, wenn man reines Papier auf einem zinnernen Teller verbrennet.
 
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Die Papierschêre, plur. die -n, eine lange Schere, Papier damit zu schneiden, und besonders zu beschneiden.
 
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Der Papierschirm, des -es, plur. die -e, bey den Kupferstechern, ein mit Papier überzogener Rahm, hinter welchem man das Auge wider die Blendung des Sonnenlichtes verbirgt.
 
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Die Papierstaude, plur. die -n, ein Staudengewächs, welches in Ägypten in und am Nil sehr häufig wächset, und aus dessen Rinde oder vielmehr Haut die älteste und erste Art des Papieres

[Bd. 3, Sp. 652]


verfertiget wurde, welches daher auch seinen Nahmen bekommen hat. Im Griech. παπυρος, bey dem Plinius Papyrus.
 
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Der Papiertorf, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine Art lockern Torfes, welcher aus dünnen dem Papiere ähnlichen Blättern bestehet; der Blättertorf.
 
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Der Papíst, des -es, plur. die -en, Fämin. die Papístinn, ein nur in der harten und verächtlichen Sprechart übliches Wort, ein Glied der Römischen Kirche, einen Römisch-Katholischen zu bezeichnen; eigentlich ein Anhänger des Papstes, wofür ehedem auch das Wort Päpstler üblich war, und es zum Theile noch ist.
 
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Die Papisterēy, plur. inus. gleichfalls nur im harten und verächtlichen Verstande, die ganze Römisch-katholische Religion, so fern dieselbe großen Theils auf der Willkühr ihres sichtbaren Oberhauptes, des Papstes, beruhet; das Papstthum, ehedem die Päpstlerey, Ital. Papisteria, Paperia.

 

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